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Der ausgebremste Laster ist nach dem Eingreifen der Polizei einfach weiter gefahren und konnte so nicht als Zeuge verhört werden. Symbolbild

Amtsgericht Erding

BMW-Fahrer stoppt Laster auf der Autobahn

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Ein Gilchinger musste sich vor dem Amtsgericht Erding verantworten, weil er einen Lastwagen ausgebremst hatte. 

Erding – Wegen Nötigung musste sich am Dienstag ein 29-Jähriger aus Gilching vor dem Amtsgericht Erding verantworten. Mitte Dezember 2017 hatte er mit seinem BMW auf der A 92 zwischen den Anschlussstellen Moosburg Süd und Erding einen Lastwagen ausgebremst und auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen gebracht.

Das räumten der gebürtige Serbe und sein Beifahrer (25), der als Zeuge geladen war, in der Verhandlung mit Dolmetscher ein. Laut eigener Aussage war der BMW-Fahrer mit Tempo 180 auf der linken Spur unterwegs und wollte besagten Lkw überholen. Der Lastwagen sei aber kurz nach links ausgeschert. Er habe dem Tod schon in die Augen geschaut, meinte der Gilchinger. Er habe, nachdem der Laster wieder auf die rechte Fahrspur zurückgekehrt war, diesen überholt und ihn dann bis zum Stehen ausgebremst.

Eine Streife der Bundespolizei war zufällig nicht weit hinter dem Geschehen unterwegs und bewegte den 29-Jährigen dazu, auf den Standstreifen zu fahren. Laut den Beamten sagten die beiden Serben aus, sie hätten den Laster-Fahrer angehalten, weil dieser am Steuer telefoniert habe. Der Angeklagte gab zudem an, er habe den Lkw gestoppt, um überprüfen zu können, ob es zu einer Kollision der beiden Fahrzeuge gekommen sei. Letzteren Grund hatten sie bei der polizeilichen Vernehmung aber nicht angegeben.

Ein großes Problem: Der Lastwagen war nach dem Manöver der Polizei einfach weitergefahren. Somit fehlte ein für den Prozess wichtiger Zeuge. Auf Vorschlag von Richter Andreas Wassermann wurde das „rechtlich schwierige“ Nötigungsverfahren eingestellt. Der Gilchinger darf seinen Führerschein behalten, muss aber 500 Euro zahlen. 

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