Vor Gericht

Haftstrafen für Einbrecherbande

Vier Einbrecher aus Südamerika waren im Landkreis auf Diebeszug. Jetzt wurden sie zu Haftstrafen verurteilt.

ErdingEs hätte eine schnelle Einbruchsserie werden sollen, doch ein aufmerksamer Anwohner und die Polizei waren schneller. Das Schöffengericht Erding hat zwei Kubaner und zwei Chilenen jetzt zu je zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Das Quartett war Mitte Dezember 2016 von Frankreich aus mit einem Auto nach Deutschland eingereist und verübte bereits am nächsten Tag binnen zwei Stunden zwei Einbrüche. In einem Einfamilienhaus in Altenerding hebelten die Männer ein Fenster auf. Sie erbeuteten 60 Euro in bar, eine Lederjacke, einen Ring sowie zwei Armbanduhren und richteten einen Sachschaden von 500 Euro an.

Weit höher war der Schaden in Taufkirchen, wo sie im Haus einer Witwe unter anderem eine Münzsammlung mitgehen ließen. Knapp unter 10 000 Mark konnten zusammengerechnet werden.

Was die Täter nicht ahnten: In Erding hatte ein aufmerksamer Nachbar das fremde Fahrzeug bemerkt und die Polizei verständigt. Diese konnte das Quartett im Alter von 20 bis 36 Jahren nach einer Großfahndung noch am gleichen Tag stellen. Auf der B 388 wurde ihr Wagen nahe Schollbach gestoppt. Die Wertsachen konnten den Besitzern zurückgegeben werden. Zudem fanden sich Damen- und Herrenuhren sowie eine Brosche, die keinem Einbruch hierzulande zugeordnet werden konnten.

Der Verhandlung vor dem Schöffengericht ging ein langes Rechtsgespräch voraus, in dem man sich im Falle eines Geständnisses auf eine Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren und nicht über zwei Jahre und zehn Monate geeinigt hatte. Detaillierte Aussagen gab es daraufhin zwar nicht, doch die Angeklagten räumten die Taten ein.

Die zeitliche Nähe der Einbrüche lässt vermuten, dass die beiden Häuser zuvor ausgespäht worden waren. Zeugen, die sich aus Moosinning und Inning meldeten, berichteten von ähnlichen Beobachtungen in ihren Orten.

Rechtsanwältin Susanne Hartlage hoffte bei ihrem Mandanten, dem 20-jährigen Kubaner, dennoch auf eine Jugendstrafe. Er habe seine Eltern früh verloren, sich als Tagelöhner durchgeschlagen und sei erst im Oktober nach Frankreich gelangt. Nach einer Beurteilung aus der Strafanstalt Neuburg widerspricht der Angeklagte jedoch dem Bild des Jugendlichen. Er sei „sehr berechnend und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht“, hieß es dort. Aufgaben erledige er nur, wenn sie ihm passen und einen Vorteil bringen.

Einen Beweisantrag zu einem psychologischen Sachverständigen-Gutachten, dass der 20-Jährige einem Jugendlichen gleichzusetzen ist, lehnte das Gericht ab. Vielmehr folgte es dem Antrag der Staatsanwaltschaft, dass es sich um einen Erwachsenen handelt und die Taten als schwerer Bandendiebstahl zu werten sind. Unter Vorsitz von Richter Michael Lefkaditis wurden die vier Angeklagten, die sich reuig zeigten, zu je zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

von Gert Seidel

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