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Volles Haus: Manfred Drobny, Freisings OB Tobias Eschenbacher, Martin Falkenberg (Aufgemuckt) und Prof. Dr. Thomas Münzel von der Uni Mainz (v. l.) in der Luitpoldhalle beim Vortrag über die gesundheitlichen Gefahren von (Flug-)Lärm. 

Vortrag über die Folgen von Fluglärm 

Dauerkrach macht das Herz schwach

Fluglärm macht krank. Das betonte der Mainzer Wissenschaftler Thomas Münzel auf Einladung von Aufgemuckt und Bund Naturschutz in einer Gegenveranstaltung zum Airport-Geburtstag.

Freising/Erding Lärm macht krank. Das konstatierte Robert Koch bereits anno 1910. Doch trotz wissenschaftlicher Studien sei das bis heute nicht anerkannt, bedauert Thomas Münzel. Er kämpft dafür, dass sich das ändert. Am Montag war Münzel, selbst ein von Fluglärm in Frankfurt geplagter Kardiologe, zu Gast in Freising. Was er in der Luitpoldhalle zum Thema „Lärm macht krank“ zu sagen hatte, war „gruselig, erschreckend“, wie es Martin Falkenberg (Aufgemuckt) ausdrückte.

Wer über längere Zeit hinweg Lärm ausgesetzt sei, so Münzel, der ärgere sich ständig. Und dieser chronische Stress führe nicht nur zu Bluthochdruck, sondern zu vermehrten Herzinfarkten und Schlaganfällen. Besonders gesundheitsschädlich sei die Verkürzung oder die Unterbrechung des Schlafs, betonte der Mediziner.

Dass es da am Flughafen München 61 Flugbewegungen pro Nacht gebe, sei besorgniserregend. Auch wichtig und durch Untersuchungen nachgewiesen: Unter allen Arten des Transportlärms „nervt Fluglärm am meisten“, so Münzel. Zudem seien die Menschen heute gegenüber Fluglärm viel empfindlicher als noch vor zehn Jahren. Auch das hätten wissenschaftliche Studien ergeben.

Eigentlich müsste zumindest an Flughäfen ein komplettes Nachtflugverbot gelten, denn Störungen des Schlafs führten auch zu psychischen Erkrankungen wie Depression und Angstzuständen. Für seine Forderung, man brauche „ein Fluglärmgesetz, das die Anwohner schützt und nicht die Betreiber der Airports“, erntete Münzer viel Applaus.

Beifall ernteten bei der Veranstaltung anlässlich der Festwoche „12 Jahre Widerstand gegen die dritte Startbahn“ auch Freisings OB Tobias Eschenbacher und Christine Margraf (BN). Eschenbacher warnte, dass, sollte die dritte Bahn kommen, auch Menschen davon betroffen seien, die das bisher nicht wahrhaben wollten. „Zwölf Jahre Widerstand – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen“, lobte der OB die Widerstandskämpfer.

Margraf betonte, dass angesichts der bereits herrschenden Belastungen durch den Flughafen und die zu erwartenden Schäden für die Umwelt eine dritte Bahn „unverantwortlich“ wäre. 25 Jahre Flughafen München, das sei auch „25 Jahre gekauftes Wachstum“, betonte Margraf.

Nur weil 2016 und wohl auch 2017 die Zahl der Flugbewegungen leicht steige, sei das noch lange keine Trendwende: 2018 werde die ICE-Strecke München-Berlin eröffnet, laufe die Wachstumsvereinbarung zwischen FMG und Lufthansa aus, werde der neue Airport in Istanbul und dann auch mal der in Berlin eröffnet. Zudem gebe es nur Mehrheiten gegen die Startbahn.

von Andreas Beschorner

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