Reaktionen aus der Kreispolitik

Wahlerfolg der AfD: „Ein großes Ausrufezeichen“

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Landkreis – Deutschland hat am Sonntag nach Mecklenburg-Vorpommern geblickt. Der 21-Prozent-Erfolg der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) gibt vielen zu denken – auch rund um Erding. Kommunalpolitiker sind sich einig: Die Sorgen der Bürger müssten gehört werden.

„Im Landkreis brauchen wir keine Neuausrichtung der Asylpolitik“, sagt Hans Wiesmaier, Bürgermeister von Fraunberg und stellvertretender Kreisvorsitzender der CSU. Den Flüchtlingen werde Hilfe geleistet, es sei aber „kein Wunschkonzert“. „Es gibt ja auch ein Heimatrecht für die Bürger vor Ort“, meint Wiesmaier. Dieses sei im Landkreis eben deswegen nicht in Gefahr, weil Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) eine Flüchtlingspolitik „mit gewissen Grenzen“ vertrete.

„Auch für uns ist der Wahlerfolg der AfD ein großes Ausrufezeichen“, sagt Gertrud Eichinger, stellvertretende SPD-Kreischefin und 3. Landrätin. Es gelte auch herauszustellen, „was geschafft worden ist“. Eichinger stellt zwar eine immer negativere Grundstimmung fest, ist aber zuversichtlich: „Die hiesigen Bürger lassen sich nicht so leicht erschrecken.“

„Die wertkonservativen Kräfte, also auch wir Freien Wähler, dürfen nicht innehalten, die Leute zu überzeugen, dass die AfD keine echten Lösungen bietet“, erklärt Kreischef Rainer Mehringer. Die Asyldebatte dürfe nicht alles andere überlagern. „Wir sind stets dabei, das Leben zu verbessern“, sagt er über die Kommunalpolitik.

ÖDP-Kreischef Stephan Treffler appelliert an die Einigkeit der demokratischen Parteien: „Es ist wichtig, dass wir mit einer Stimme sprechen und uns nicht auseinanderdividieren lassen.“ Die Flüchtlinge seien Menschen, „und mit denen muss man menschlich umgehen“.

„Ich glaube nicht, dass wir die AfD stoppen können, indem wir ihre Parolen nachplappern“, erklärt die Sprecherin des Grünen-Kreisvorstands, Helga Stieglmeier. „Wir Grünen werden nicht umschwenken.“

„Bei der Asylpolitik sind wir nicht so weit von der CSU auseinander“, meint der Kreischef der Republikaner, Martin Huber. Ihn beschäftigt auch das künftige Verhältnis seiner Partei zur AfD. „Die haben ja zu 95 Prozent unser Programm übernommen.“ Die Republikaner seien stark im Landkreis. Die neue Gruppierung könne aber durchaus zur Konkurrenz werden. Ob die AfD überhaupt im Kreis Erding aktiv werde, und ob sie eventuell die Zusammenarbeit mit den Republikanern suche, will Huber den Neuen überlassen.

Timo Aichele

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