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Zufrieden mit der Resonanz auf die Juniorwahl (v. l.): Schulleiterin Andrea Hafner, die Wahlhelfer Thomas Wagner, Tobias Westenberger, Anna Dourou sowie Sophie Rain.

Wahlfeeling am Gymnasium Dorfen

Grün boomt am Gymnasium

Ähnlich wie die Landtagswahl am vergangenen Sonntag, wählten auch die Gymasiasten. Hintergrund der Wahl war, die Schüler zur Demokratie zu erziehen. 

Dorfen Welche Parteien würden Dorfens Gymnasiasten in den neuen Bayerischen Landtag schicken? Die Schüler sind klar mehrheitlich „Grüne“, zeigten der AfD die Rote Karte, aber auch der SPD, und folgten insgesamt dem Trend in der Isenstadt und im Landkreis.

Die Wahlfrage hatten 307 von 335 jungen Nichtwählern der zehnten bis zwölften Jahrgangsstufe bei einer Juniorwahl geklärt. Sie lief exakt ab wie die richtige Landtagswahl am vergangenen Sonntag. Über das Ergebnis sprach unsere Zeitung am Dienstag mit Schulleiterin Andrea Hafner, Michaela Feß (Fachbereichsleiterin Sozialkunde) und den fünf Wahlausschuss-Mitgliedern Thomas Wagner, Tobias Westenberger, Anna Dourou, Sophie Rain und Bettina Scharl.

Wahlpflicht bestand für die 335 wahlberichtigten Gymnasiasten nicht. Trotzdem machten 91,6 Prozent von ihnen mit. „Sie waren mit einem unglaublichen Interesse und großer Ernsthaftigkeit dabei“, freute sich Feß. Hafner betonte, es sei „weniger um das Ergebnis gegangen, sondern darum, die Schüler zur Demokratie zu erziehen“.

Klarer Wahlsieger am Gymnasium Dorfen sind die Grünen mit 35,1 Prozent. Zum Vergleich: Bei der realen Wahl gab’s in Dorfen 18,9 und landkreisweit 16,7 Prozent der Zweitstimmen. Auf Platz zwei lag die CSU, für die 17,2 Prozent stimmten. Drittstärkste Kraft ist am Gymnasium die FDP (8,0 %). Im Landkreis hatte es für die Liberalen am Sonntag nur zu 4,3 Prozent gereicht.

Dafür votierten nur 4,7 Prozent der Schüler für die Freien Wähler. Tatsächlich haben diese in Dorfen und landkreisweit zweistellig abgeschnitten. Einen noch drastischeren Absturz als in der Realität gab’s am Gymnasium für die SPD mit 5,6 Prozent (Dorfen: 7,6 %, Landkreis 6,6 %).

Dagegen fühlten sich von der Spaßpartei „Die Partei“ 7,4 Prozent der wählenden Gymnasiasten angesprochen. Tatsächlich stimmten in Dorfen am Sonntag nur 0,7 Prozent dafür. Die AfD erhielt an der Schule nur 2,5 Prozent.

Dass die Jugend noch eine Zukunft hat, eine intakte Umwelt und „man noch leben kann“, das traut man am Gymnasium am ehesten den Grünen zu. Dies sah Tobias Westenberger als Hauptgrund für deren „Wahlsieg“. Eine Präferenz zur Regierungsbildung gaben die Wahlhelfer nicht ab. Allerdings empfanden sie gegenseitige Beschimpfungen im Wahlkampf als unseriös.

Vermisst wurden Themen, die speziell unter 18-Jährige betreffen. So fühle man sich „ein bisserl ausgeschlossen“ und „nicht ernst genommen“ von der Politik, meinte Anna Dourou. Früher wählen zu dürfen und selbst mehr mitentscheiden zu können, fänden die Schüler daher gut. Es werde auch zu wenig Werbung für aktive Parteimitarbeit gemacht. In Dorfen etwa ist den Schülern kein Angebot einer Nachwuchsgruppe etablierter Parteien bekannt.

Ein Erfolg war die „Juniorwahl“ allemal: Viele Schüler hätten die reale Landtagswahl interessiert verfolgt – und zumindest die fünf Wahlhelfer wollen als Erstwähler ihr Recht wahrnehmen.

VON HERMANN WEINGARTNER

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