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Neue Verbindung: Die Walpertskirchener Spange (rot) verknüpft die Strecke München–Mühldorf mit Erding und damit auch den Flughafen mit der Region bis Salzburg. Vom Airport aus geht es nahtlos bis Landshut und Regensburg.

Walpertskirchener Spange 

Direkt nach Regensburg und Salzburg

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Sie steht ein wenig im Schatten des S-Bahn-Ringschlusses, bedeutet aber für Erding den Anschluss ans Fernbahnnetz: die Walpertskirchener Spange. Für das neun Kilometer lange Teilstück könnte noch heuer das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.

Erding – Der Freistaat gibt Gas beim Ausbau des Schienennetzes im Raum München. Am 5. April teilte Verkehrsministerin Ilse Aigner mit: Grünes Licht für den Ringschluss zwischen Erding und Flughafen. Eine Woche später, am 11. April, gab sie bekannt: Genehmigungsverfahren für das Teilstück im Stadtgebiet Erding beantragt.

Gut möglich, dass Aigner demnächst mit einer dritten für die Region maßgeblichen Entscheidung aufwarten kann. Denn die Walpertskirchener Spange ist ebenfalls weit gediehen – als Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Dafür ist die Autobahndirektion Süd in München verantwortlich. Das Sachgebiet Schieneninfrastruktur verantwortet Thomas Graf. Und der stellt in Aussicht: „Es ist möglich, dass wir heuer noch das Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt beantragen können. Wir sind schon sehr weit.“

Die Walpertskirchener Spange wird eines Tages den Regional- und möglicherweise auch den Fernverkehr nach Erding bringen. Umgekehrt verfügt der gesamte südostbayerische Raum bis Salzburg dann über eine Direktverbindung an den Flughafen München.

Die neue eingleisige Strecke beginnt im – ebenfalls neuen – Verbindungsbahnhof im südwestlichen Eck des Erdinger Fliegerhorsts und führt im Tunnel unter der Taufkirchener Kreuzung hindurch. Oberirdisch geht es in südöstlicher Richtung in etwa parallel zur Staatsstraße Erding–Dorfen an Ammersdorf, Flanning, Neukirchen, Papferding und Breitasch vorbei. Bei Obergeislbach (Gemeinde Lengdorf) mündet die Walpertskirchener Spange in die Bahnstrecke München–Mühldorf.

Dort ist ein so genanntes Überwerfungsbauwerk vorgesehen. Die Züge fahren also über eine Brücke, um ein- oder auszuschleifen. Insgesamt sieht die Planung sieben Eisenbahn- und eine Straßenbrücke sowie den Tunnel bei Erding vor.

Der Lückenschluss ist etwa neun Kilometer lang. Die Strecke wird elektrifiziert und kann erst in Betrieb gehen, wenn auch der Ausbaustrecke (ABS) 38 östlich von Markt Schwaben auf der bestehenden Trasse mit Stromleitungen versehen und zumindest teilweise zweigleisig ausgebaut ist. Derzeit könnten dort nur Dieselloks fahren.

Im Bereich Flanning/Neukirchen muss ein besonders schützenswertes FFH-Gebiet durchquert werden. Graf berichtet, dass ein dauerhafter Grunderwerb von rund 26 Hektar erforderlich sei. Hinzu kommen 18 Hektar für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Für die Bauzeit werden laut Graf vorübergehend weitere 18 Hektar beansprucht. „Weil es sich um eine Neubaustrecke handelt und noch kein Baurecht vorliegt, befinden sich derzeit außer im Bereich der Einfädelung der Walpertskirchener Spange in die ABS 38 noch keine Flächen im Eigentum der Deutschen Bahn“, so Graf. Die Autobahndirektion sei jedoch bereits auf der Suche nach Tausch- und Ausgleichsflächen. Graf: „Der Erwerb kann bereits jetzt erfolgen.“

Im Erdinger Bahnhof bekommt die Regionalbahn ein barrierefreies Gleis, parallel zur S-Bahn. An ihm werden nach Planung des Freistaats Bayern eines Tages neben Regionalzügen so genannte Üfex halten, der Überregionale Flughafenexpress. Sie können aus Regensburg, Landshut und Freising über den Flughafen und Erding bis Mühldorf und Salzburg „durchgebunden“ werden, wie es im Bahnjargon heißt.

Unter der Woche sollen alle halbe Stunde Züge aus Salzburg oder Mühldorf kommen, die über Dorfen und Erding zum Flughafen fahren – und in umgekehrter Richtung. Pro Tag ist anfangs von 6000 Fahrgästen die Rede – Reisende, aber auch Flughafenangestellte. Kosten soll die Walpertskirchener Spange rund 145 Millionen Euro. Nur: Die Finanzierung ist noch nicht geregelt.

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