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Alle einer Meinung: Im September 2015 stellten sich bei einer Kundgebung Vertreter sämtlicher Landtags-Parteien hinter die Nordeinschleifung, darunter auch der Grüne Markus Ganserer (vorne, 4. v. l.).  

Walpertskirchener Spange 

Magerl stellt Nordschleife in Frage

Erding – Mitten in der konkreten Planung für S-Bahn-Ringschluss und Walpertskirchener Spange fordert Christian Magerl von den Landtags-Grünen die Kehrtwende: Er spricht sich für die Südeinschleifung aus – und damit S- und Regionalbahnen durch die Stadt Erding.

Mit einer Anfrage an den Landtag erkundigte sich der Freisinger Grünen-Abgeordnete Christian Magerl nach dem Stand bei der Walpertskirchener Spange, der Regionalbahn-Anbindung von Südostbayern über Erding an den Flughafen an den Flughafen. Nun hat Landtagspräsidentin Barbara Stamm dem Freisinger geantwortet. Das fünfseitige, unserer Zeitung vorliegende Schreiben veranlasst Magerl, die gesamte bisherige Planung in Frage zu stellen.

Bekanntlich hat sich die Stadt Erding in einer jahrelangen Diskussion mit dem Freistaat auf die Nordvariante festgelegt – und mittlerweile dafür von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Grünes Licht bekommen.

Die S-Bahnen verschwinden derzufolge im Stadtpark in einem Tunnel, der bis in den Fliegerhorst führt. Dort soll ein neuer so genannter Verknüpfungsbahnhof gebaut werden. In den soll eines Tages auch die Regionalbahn von der Walpertskirchener Spange einfahren, auf der Züge über Schwarzhölzl bei Bockhorn und die Taufkirchener Kreuzung Kurs auf die Kreisstadt nehmen. In Schwarzhölzl gibt es deswegen erbitterten Widerstand (wir berichteten).

In den Vorplanungen hatten Staat und Bahn noch die Südvariante favorisiert, bei der die Regionalbahn südlich von Aufhausen aufs S-Bahn-Gleis eingefädelt und durch die gesamte Stadt gefahren wäre. Erding sah sich seiner städtebaulichen Möglichkeiten beraubt – und kämpfte um die Nordschleife – mit Erfolg.

Magerl weist nun darauf hin, dass „von Bau und Betrieb der Walpertskirchener Spange nicht nur Erding, sondern auch das Umland betroffen“ sei. Seiner Meinung nach „spricht vieles dafür, dass die Südvariante besser ist und daher auch leichter und schneller realisierbar sein sollte“. Unter anderem beklagt er den höheren Flächenverbrauch.

Zum Sachstand teilte Stamm mit, dass für die Walpertskirchener Spange die Vorentwurfsplanung abgeschlossen sei. Diese sei 2016 von allen Beteiligten geprüft worden. Noch im ersten Quartal dieses Jahres soll die Entwurfsplanung fertiggestellt werden. Derzeit werde die Genehmigungsplanung erstellt, die dann von Bahn und Freistaat geprüft werde. Dabei werde die Nordschleife „vorzugswürdig weiterverfolgt“. Die Kosten, hat Stamm vom Innenministerium erfahren, betragen nach aktuellen Stand rund 145 Millionen Euro, die vom Bund getragen werden. 2018 könnte es ins Planfeststellungsverfahren gehen.

Stamm bestätigt, dass auch eine Trassenführung über Markt Schwaben geprüft, allerdings wieder verworfen worden sei. Eine bessere Anbindung von Südostbayern an den Flughafen werde durch die „aktuelle Trassenlage der Walpertskirchener Spange optimal erreicht“. Bei einer Einbeziehung von Markt Schwaben würden sich nicht nur die Reisezeiten „deutlich verlängern“. Zudem wäre ein Ausbau der eingleisigen Strecke Markt Schwaben – Erding erforderlich.

Zur Kosten-Nutzen-Rechnung für das Projekt Fliegerhorst-Bahnhof erklärt Stamm, dass die Südschleife mit 1,17 leicht besser sei als die für die Nordschleife mit 1,05. Auch hier gaben aber die Interessen Erdings den Ausschlag. Der Bund werde sich an diesem Projekt mit 170 Millionen Euro beteiligen. Auch zum Ringschluss machte Stamm aktuelle Angaben (Bericht folgt).

Hans Moritz

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