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Wichtiger Pieks: Ärzte raten den Erdingern dringend, sich besser gegen Masern zu schützen.

Warnung von Ärzten und Gesundheitsamt 

Nur unzureichender Schutz vor Masern

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Sollte es zu einer Masern-Epidemie kommen – der Landkreis wäre schlecht gerüstet. Ärzte beklagen eine Impfmüdigkeit gegen die gefährliche Erkrankung. Und: Masernschutz ist keine einmalige Angelegenheit.

Erding – Dr. Elmar Gerhardinger, Hausarzt in Erding und Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes, ist besorgt: Die Erdinger Bevölkerung hätte einer Masernwelle relativ wenig entgegenzusetzen. „Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Sie gehören an sich zu den Kinderkrankheiten“, erklärt er. „Das macht sie aber nicht harmlos.“ Im Verlauf einer Masernerkrankung komme es häufig zu Lungenentzündungen und Mittelohr-Eiterungen.

Eine gefährliche Spätfolge werde oft unterschätzt: „In einigen Fällen tritt Jahre nach der akuten Masernerkrankung eine generalisierte Gehirnentzündung mit Todesfolge auf“, warnt Gerhardinger. „Insbesondere Kinder, die Masern in ihrem ersten Lebensjahr durchmachen, sind hier gefährdet“, so der Allgemeinarzt.

Da man gegen Masern jedoch erst ab dem elften Lebensmonat impfen könne, sei deshalb die vorbeugende Impfung der Kontaktpersonen sehr wichtig, um eine Masernübertragung zu vermeiden. Das heißt: Masernschutz geht auch Erwachsene an.

Dr. Dr. Heribert Stich, Leiter des Gesundheitsamts, berichtet: „Wir überprüfen regelmäßig die Impfausweise bei den Einschulungsuntersuchungen. 94 Prozent der Erstklässler hatten die erste Masernimpfung erhalten, allerdings war nur bei 90 Prozent auch die zweite Impfung erfolgt.“ Neun von zehn – das klingt an sich recht gut. Aber: „Das ist nicht ausreichend, um einen sicheren Schutz in der Bevölkerung zu gewährleisten. Bei einer Durchimpfungsrate von weniger als 95 Prozent muss wieder mit dem Auftreten von Masernerkrankungen gerechnet werden.“

Stichs Rat an die Bürger: „Schauen Sie in Ihren Impfausweis. Bei allen, die nach 1975 geboren sind, sollten zwei Masernimpfungen, meist in Verbindung mit Mumps – gegebenenfalls auch mit Röteln – vermerkt sein.“

Das Problem hat auch die Initiative Gesundheitsregion plus erkannt, zu der der Landkreis gehört. Landrat Martin Bayerstorfer appelliert an alle Bürger, sich rasch mit dem Haus- oder Kinderarzt in Verbindung zu setzen.

Masernpartys, bei denen Kinder gezielt dem Erreger ausgesetzt werden, um angeblich das Immunsystem zu stärken, sind im Erdinger Land nicht bekannt. Experten raten davon dringend ab. Denn für Kinder besteht dabei potenziell Lebensgefahr.

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