Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig
Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Warteraum Asyl: Ein bisschen Ordnung, ein bisschen Irrsinn

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Erding - Im Warteraum Asyl ist derzeit zu beobachten, wie der Bund gravierende Fehler seiner Asylpolitik ausbügelt. Es gibt noch viel zu tun, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum  Wochenende.

Das muss man dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lassen: Der Warteraum Asyl wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz und der Flüchtlingshilfe zu einer hoch effizienten Drehscheibe für Menschen auf der Flucht umgebaut. Leiter Volker Grönhagen macht einen guten Job.

Das Nachrüsten zeigt aber auch, wie groß die Defizite zu Beginn waren, zu einer Zeit, als über Erding binnen fünf Monaten 100 000 weithin unbekannte Menschen nach Deutschland kamen, gut 17 000 ohne Registrierung. Jeder Migrant, der jetzt aus Griechenland oder Italien kommt, ist von deutschen Behörden sicherheitsüberprüft. Endlich wissen wir, wer in unser Land kommt und wo er hin will.

Die Zeiten sind gottlob vorbei, in denen Asylsuchende vor Camp Shelterschleife einfach das Weite suchten und sich auf eigene Faust per Fußmarsch nach Erding und S-Bahn nach München aufmachten. Vor einem Jahr hat man noch Hinweisschilder aufgestellt, einen Gehweg geschaffen und beleuchtet sowie eine Brücke über die Bundesstraße gebaut – und damit Illegalität staatlich gefördert.

Es ist überfällig, dass diese Infrastruktur verschwindet. Es gibt auch im Landkreis genügend Wohngebiete, in denen man sich nach einem beleuchteten Schulweg sehnt. Hier wären die Lampen besser aufgehoben.

Dass bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise längst noch nicht alles rund läuft, beweist das (an sich ehrenwerte) Bemühen, die Dublin-III-Abkommen wieder in Kraft zu setzen: Flüchtlinge müssen dort ihren Asylantrag stellen und das Verfahren abwarten, wo sie die EU betreten haben. Das freilich ist mit Zurückweisungen aus Deutschland nach Griechenland und Italien verbunden. Das klingt nach einem schlechten Scherz, wenn man weiß, dass der Warteraum Erding dazu dient, eben diesen beiden hoffnungslos überforderten Ländern 27 500 Flüchtlinge abzunehmen – auf unsere Kosten.

Die Flüchtlingswelle wird so schnell nicht versiegen. Dennoch ist es nicht populistisch, wenn OB Max Gotz auf die Konversionszusage pocht. Denn das stark wachsende Erding braucht Entwicklungsflächen. Genau aus diesem Grund drängt Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz zu Recht darauf, mittelfristig die Schließung, zumindest aber die deutliche Verkleinerung des Camps nicht aus den Augen zu verlieren.

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