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Im August werden hier wieder Flüchtlinge erwartet: Der Warteraum Asyl im Erdinger Fliegerhorst.

Warteraum Asyl im Fliegerhorst Erding

Flüchtlings-Drehscheibe geht wieder in Betrieb

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Erding - Der Warteraum Asyl im Erdinger Fliegerhorst ist immer für eine Überrascuing gut. Seit Monatsbeginn ist die Einrichtung des Bundes offiziell „reaktivierbar stillgelegt“. Im August soll schon wieder Leben einkehren – aber nur vorübergehend. 

Seit Monaten ist der Warteraum Asyl verlassen. Flüchtlinge wurden hier schon lange nicht mehr untergebracht und registriert. Die Politik denkt nach der abgeschotteten Balkanroute schon über eine komplette Schließung ab Herbst nach.

Nun die Kehrtwende: Camp Shelterschleife wird wieder zur Asyl-Drehscheibe – nur vorübergehend, dafür mit europäischer Dimension. Dies sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge am Freitag unserer Zeitung. „Das Wartezentrum Asyl soll erstmalig im August für eine kurzfristige Unterbringung im Rahmen eines europaweiten Umsiedelungsverfahrens genutzt werden.“ Es geht um Personen aus Herkunftsländern mit hoher Anerkennungsquote, etwa Syrer und Afghanen. Anlass, so das Bamf weiter, sei eine im Mai geäußerte Bitte Griechenlands, in Deutschland weitere Umsiedelungsplätze für zunächst 200 Personen bereitzustellen. „Es wurde eine Aufteilung in zwei Gruppen zu je 100 Personen vereinbart“, so die Sprecherin. Das erste Kontingent wird im August erwartet. Einen konkreten Termin gibt es nicht. Das Verfahren ist in Deutschland neu, bis dato wurden nur 57 Flüchtinge umverteilt – 20 aus Italien, 37 aus Griechenland

So soll die Drehscheibe funktionieren: Die Einreise wird über den Flughafen München erfolgen. Von dort werden die Flüchtlinge per Bus in den Warteraum nach Erding gebracht, in dem sie sich maximal 72 Stunden aufhalten.

Lediglich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind hiervon ausgenommen. Sie werden direkt von den zuständigen Jugendämtern der Zielkommunen am Flughafen abgeholt.

Das Bamf sieht vor, dass dass die Flüchtlinge in Erding erstregistriert werden. Danach werden sie nach Königssteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Der eigentliche Antrag auf Asyl erfolgt in den zuständigen Außenstellen beziehungsweise Ankunftszentren des Bamf in den Bundesländern.

Die Wahl auf Erding als Drehscheibe begründet die Behördensprecherin damit, „dass die Unterbringung und Versorgung aufgrund der verhältnismäßig geringen Personenzahl unproblematisch mit vorhandenem oder kurzzeitig eingesetztem Personal sichergestellt werden kann“. Zudem sei die Infrastruktur vorhanden.

Aktuell ist in Camp Shelterschleife so gut wie nichts los, die Einrichtung mit bis zu 5000 Plätzen ist seit 1. Juli reaktivierbar stillgelegt. Nur bei einem erneuten Anschwellen der Flüchtlingsströme will der Bund seine Kapazitäten in Erding wieder hochfahren. Von Oktober bis März wurden hier über 100 000 Flüchtlinge erstregistriert.

Aktuell sind im Warteraum laut Bamf 14 abkommandierte Bundeswehr-Soldaten sowie Campleiter Volker Grönhagen tätig. Sie arbeiten Rückstände bei der Bearbeitung der Asylverfahren auf. Um die Sicherheit kümmert sich ein Ordnungsdienst. Deswegen ist das Lager weiter beleuchtet. Die Lampen an der B 388 hat das Bamf inzwischen abschalten lassen. Die Bierzelte stehen zum Abbau bereit. Sie wurden durch Leichtbauhallen ersetzt.

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