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Kennt den Warteraum Asyl: BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk (2. v. r.).

Warteraum Asyl

DRK: Ende Juni ist Schluss

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Erding - Der Warteraum Asyl wird geräumt. Derzeit zieht das Rote Kreuz ab. Es bleibt aber dabei: Kommen wieder mehr Flüchtlinge, muss Camp Shelterschleife binnen weniger Tage reaktiviert werden können. Viele widersprüchliche Informationen sind in Umlauf.

Gerade einmal zehn von einst 190 so genannten Bamf-Soldaten sind nach Informationen unserer Zeitung derzeit noch im Warteraum Asyl im Fliegerhorst. Dabei handelt es sich um Bundeswehrler, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unterstützen. Hinzu kommen zehn von einst über 30 Kräften des Deutschen Roten Kreuzes, berichtet Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk im Gespräch mit der Heimatzeitung. Er macht klar: „Wir beenden am 30. Juni hier unsere Tätigkeit. Dann wird kein Rotkreuzler mehr im Camp sein.“ Allerdings werde das DRK Gewehr bei Fuß stehen, sollten die Flüchtlingszahlen wieder steigen.

An diesem Punkt beginnen die Ungereimtheiten. Stärk weiß nur von einer Reaktivierungszeit von 30 Tagen. Aber auch von 72 Stunden ist die Rede. „Wir sind bislang davon ausgegangen, dass die 30 Tage für Erding und die 72 Stunden für Feldkirchen gelten.“

Bamf-Sprecherin Andrea Brinkmann erklärt auf Anfrage hingegen, dass im Fliegerhorst die Phase der vorübergehenden Stilllegung begonnen habe. Einst hier Beschäftigte würden an anderen Bamf-Stellen Flüchtlinge registrieren. „Der Warteraum Feldkirchen geht in den Schichtbetrieb über, wird aber mit 70 Mann besetzt bleiben.“ Binnen 72 Stunden wolle man in der Lage sein, bis zu 1100 Flüchtlinge pro Tag zu registrieren.

Was Camp Shelterschleife betrifft, wartet BRK-Chef Stärk die Verhandlungen ab. „Es ist überhaupt noch nicht klar, wie im Ernstfall eine Reaktivierung aussehen könnte, und was vom Roten Kreuz erwartet wird. Das muss jetzt alles im Juni geklärt werden.“

Auch die Bundeswehr hat ihr Engagement in Bezug auf Flüchtlinge drastisch reduziert. Die Gebirgsjäger sind aus Erding abgezogen. Sollten in Camp Shelterschleife die Lichter wieder angehen, dann mit Unterstützung der Luftwaffe unter der Führung des Erdinger Waffensystemunterstützungszentrums 1. Dessen Kommandeur, Oberst Markus Alder, erklärt im Anzeiger-Gespräch, dass man ab Mitte Juni als so genannter Leitverband bereit stehe. „Das können Soldaten aus Erding, aber auch anderen Standorten unseres Verbandes sein. Im Ausnahmefall können wir auch auf andere Einheiten zurückgreifen.“

Ob das erforderlich sein wird, ist völlig offen. Oberst Alder spricht grundsätzlich von der Bereitschaft seiner Leute. BRK-Geschäftsführer Stärk glaubt nicht, dass die Balkan-Route wieder passierbar wird. „Wir müssen aber auf Italien schauen. Das könnte ein neuer Korridor werden.“ Die Südtiroler Kollegen vom Weißen Kreuz seien besorgt und rüsteten sich. „In wenigen Tagen kommt eine Abordnung zum Informationsbesuch nach Erding.“

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