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Warteraum Asyl im Fliegerhorst Erding: Die ersten 228 von 27.000 Flüchtlingen sind angekommen.
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Warteraum Asyl im Fliegerhorst Erding: Die ersten 228 von 27.000 Flüchtlingen sind angekommen.

Die Helfer brauchen einen langen Atem

Warteraum Asyl im Fliegerhorst Erding: Die ersten Flüchtlinge sind da

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Erding - Die Operation Umverteilung ist angelaufen. Die ersten 228 von 27.000 Flüchtlingen, die aus Italien und Griechenland ausgeflogen werden, sind in Erding eingetroffen. Im Warteraum Asyl sind über 100 Helfer gerüstet. Sie brauchen einen langen Atem.

Um 12.31 Uhr rollt der erste große Reisebus über die stillgelegte Landebahn des Erdinger Fliegerhorsts. Wenig später treffen fünf weitere Busse in Camp Shelterschleife ein – darin 228 Afrikaner. Die Einrichtung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) spielt eine Schlüsselrolle in der Bewältigung der europäischen Flüchtlingskrise. 160.000 Asylsuchende sollen aus den überfüllten Lagern in Griechenland und Italien auf die Europäische Union verteilt werden. Deutschland hat sich zur Aufnahme von 27.000 Flüchtlingen verpflichtet.

Monate stand das Lager leer, jetzt ist es eine kleine Stadt

Bis mindestens September kommenden Jahres werden wöchentlich 250 Menschen am Flughafen München landen, um dann nach Erding gefahren zu werden. Von dort geht es einen Tag später weiter in die ganze Republik. „Wir sind auf je 500 Migranten aus Italien und Griechenland pro Monat eingestellt“, sagt Volker Grönhagen. Er leitet das Camp seit gut einem Jahr – und ist vorbereitet. Monate stand das Lager leer, in der Zeit wurde es optimiert. Jetzt ist eine kleine Stadt.

Der erste Bus rollt vor eine Leichtbauhalle. An ihr hängt ein Plakat mit einem Willkommen in vielen Sprachen. Die Eritreer, die am Morgen in Rom gestartet sind, steigen aus, dick eingemummelt, darunter Kinder. Im Warmen werden sie von medizinischen Fachkräften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Augenschein genommen. Den meisten geht es gut.

Camp-Leiter Volker Grönhagen: "Wir haben eine neue Situation"

Grönhagen berichtet: „Wir haben eine neue Situation. Die Menschen wurden nicht wie vor einem Jahr direkt an der Grenze aufgesammelt. Sie leben seit Wochen in Lagern in ganz Italien, sind medizinisch versorgt, erstregistriert und sicherheitsüberprüft.“

Nur erkennungsdienstlich müssen sie noch behandelt werden. Das geschieht durch die Helfer des Bamf und einige Soldaten, die für die Behörde abgestellt wurden. Doch erst einmal gibt es Lunch-Pakete. An Biertischen werden Semmeln und Äpfel gegessen, dazu gibt es Wasser. Danach geben die Asylsuchenden in Containern ihre Fingerabdrücke ab.

Winterbekleidung wird noch dringend benötigt

Wieder eine Halle weiter werden sie vom DRK und der Flüchtlingshilfe Erding, die rund 80 Helfer stellen, begrüßt. Die Kinder suchen eine Spielecke auf, während die Erwachsenen mit dem Nötigsten versorgt werden: Zahnbürste, Rasierer, Seife, Informationen über die neue Heimat und Kleidung. Die sammelt seit Wochen die Flüchtlingshilfe. Vorsitzende Sabrina Tarantik schildert ihre Not: „Was uns fehlt, ist Winterbekleidung. Wir sind über jede Spende froh.“

Zur Ruhe kommen die Eritreer erst am frühen Nachmittag. Die Nacht verbringen sie in einem der sechs Shelter. In den umgebauten und beheizten ehemaligen Flugzeughallen finden je bis zu 40 Personen Platz, sagt Grönhagen.

Erding ist nur Durchgangsstation. Der Shelterschleife-Chef berichtet, „dass die ersten Busse am nächsten Morgen eintreffen“. Sie bringen die Menschen in andere Bundesländer. „Viele kommen endlich dahin, wo sie immer hin wollten. Wo es geht, führen wir Familien zusammen.“

Ins so genannte Relocations-Verfahren kommen nach den Worten von Bamf-Sprecherin Andrea Brinkmann Asylsuchende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit – neben Syrien und dem Irak eben auch Eritrea. In dem afrikanischen Land gibt es zwar weder Hunger noch Krieg. Die Menschen flüchten vor allem übers Mittelmeer vor einem als willkürlich geltenden Militärregime.

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