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Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Landshut ab sofort rund um den Warteraum Asyl.

Was hat es mit dem Vorwurf auf sich?

Warteraum Asyl: Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

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Erding/Landshut -  Der Vorwurf der achtfachen Vergewaltigung eines Flüchtlingsmädchens im Warteraum Asyl wird zu einem Fall für die Justiz am Landgericht Landshut.

Nach unserer Berichterstattung hat die Staatsanwaltschaft Traunstein die Unterlagen an ihre Landshuter Kollegen übergeben. Die ermitteln nun gemeinsam mit der Kripo Erding. Dies kündigte Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut, im Gespräch mit unserer Zeitung an.

Wie berichtet, hatte ein fahnenflüchtiger Zeitsoldat (28) in dem Prozess gegen ihn ausgesagt, er sei auch wegen seines Einsatzes als Flüchtlingshelfer im Warteraum Asyl im Fliegerhorst Erding schwer traumatisiert und deswegen der Truppe ferngeblieben. Unter anderem erklärte der Gebirgsjäger, er habe nicht nur eine von acht Männern vergewaltigte 14-Jährige suchen müssen, sondern sei auch zum Schweigen verdonnert worden.

Den Behörden ist der Fall bis dato unbekannt. Die Aussage ist im Prozess jedoch nicht angezweifelt worden. Dennoch besteht erheblicher Klärungsbedarf. „Wir haben die Ermittlungen aufgenommen“, so Steinkraus-Koch. Zunächst einmal müsse geklärt, was an dem Sexualverbrechen dran sei. Dazu müsse der Soldat gehört werden.

Sollte sich der Verdacht erhärten, stellen sich weitere Fragen. Wurde der Flüchtlingshelfer in der Tat gezwungen, keine Meldung zu machen, und wenn ja, von wem und warum? Haben etwa Vorgesetzte schnelle Hilfe sowie die Aufklärung der Straftat verhindert?

Nicht zuletzt könnte auch der Gebirgsjäger selbst ins Visier der Ermittler geraten – wegen unterlassener Hilfeleistung beziehungsweise wegen Vertuschung einer Straftat oder Beihilfe dazu.

„Wir stehen da erst noch ganz am Anfang“, so Steinkraus-Koch. Wie umfangreich die Ermittlungen werden, sei derzeit nicht absehbar.

Unwahrscheinlich ist, dass sowohl das potenzielle Vergewaltigungsopfer als auch die acht vom Zeugen genannten Männer noch ausfindig gemacht werden können. Flüchtlinge im Warteraum Asyl bleiben in der Regel nur eine Nacht und werden dann auf das gesamte Bundesgebiet verteilt. Nach Recherchen unserer Zeitung wurde kein Mädchen wegen Serienvergewaltigung ins Erdinger Klinikum eingeliefert. Auch das für Minderjährige zuständige Landratsamt wurde nicht eingeschaltet.

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