Ex-1860-Präsident Dieter Schneider laut Medienbericht gestorben

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Besuch im Warteraum Asyl: Flüchtlingsbeauftragter Frank-Jürgen Weise (2. v.r.) mit SPD-MdB Ewald Schurer, Camp-Leiter Volker Grönhagen und Julia Brückner vom Deutschen Roten Kreuz (v. r.).

Flüchtlingsbeauftragter Frank-Jürgen Weise in Erding

Warteraum Asyl wird noch lange gebraucht

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Der Warteraum Asyl wird auch in Zukunft für die Verteilung von Flüchtlingen benötigt. Im Fliegerhorst ist man selbst für eine plötzlich wieder stark zunehmende Zahl an Asylbewerbern gerüstet. Gestern war Frank-Jürgen Weise, Flüchtlingsbeauftragter der Bundesregierung, zu Besuch.

Erding - „Typisch deutsch“: So sieht Frank-Jürgen Weise den Warteraum Asyl. Der Beauftragte für Flüchtlingsmanagement der Bundesregierung meinte das bei seinem Besuch am Montag bewundernd: „Hier wird nicht nur sehr gründlich gearbeitet. Deutschland zeigt sich im Warteraum Asyl auch als gastfreundliches Land.“

Nach Erding war Weise, der bis vor kurzem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) geleitet hat, auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer gekommen.

Der erinnerte daran, dass der Warteraum Erding „weiterhin die zentrale Rolle bei der Verteilung der Flüchtlinge spielt“. Er sei nach der Schließung des Camps in der Gäuboden-Kaserne in Feldkirchen die einzige Asyl-Drehscheibe in Deutschland. Benötigt, so Schurer weiter, werde sie im Rahmen des Relocations-Programms der EU. Das sieht vor, Griechenland und Italien insgesamt 160 000 Flüchtlinge abzunehmen, Deutschland 27 000.

Dies geschieht seit November 2016. Warteraum-Leiter Volker Grönhagen berichtete, dass in den vergangenen acht Monaten 6319 Menschen übernommen und binnen maximal 72 Stunden aufs Bundesgebiet verteilt worden seien. Am Montag kamen 259 Menschen aus Griechenland am Flughafen und danach in Camp Shelterschleife an. Im Laufe der Woche werden 100 weitere aus Italien erwartet.

Grönhagen bestätigte, „dass wir noch weit von den 27 000 entfernt sind, das Relocations-Programm aber bis September befristet ist“. Er gehe davon aus, dass der Auftrag von der am 24. September gewählten Bundesregierung verlängert werde. Dabei erntete er weder von Weise noch von Schurer Widerspruch.

Die Geflüchteten, die von Italien übernommen werden, kommen in erster Linie aus Eritrea. Syrien und Irak sind die Hauptherkunftsländer der Menschen aus den griechischen Hotspots.

Grönhagen betonte, dass die Sicherheitsfrage heute eine ganz andere sei. „Im Programm sind nur Menschen mit mindestens 75 Prozent Bleibewahrscheinlichkeit. Die, die zu uns kommen, werden bereits in Griechenland und Italien registriert und identifiziert. Dieses Procedere wiederholen wir hier. Die Namenslisten werden vor der Ankunft von den Behörden überprüft.“

Es verlasse auch niemand mehr auf eigene Faust den Warteraum. „Die Migranten wissen, dass wir ihre Zielwünsche berücksichtigen, etwa Familien oder Bekannten.“ Es komme auch vor, dass die Einreise wegen Sicherheitsbedenken verwehrt werde. Eine konkrete Zahl konnte er nicht nennen.

Völlig unbekannt ist auch, ob der Flüchtlingsstrom wieder anschwillt. Zurzeit sind täglich Hunderte auf der Mittelmeerroute unterwegs. Schurer sagte nach Gesprächen mit Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU): „Wenn es uns nicht gelingt, die Unterstützung vor Ort unter anderem in den nordafrikanischen Ländern schnell zu verbessern, dann drohen uns neue Wellen.“

Grönhagen versicherte, er habe bislang keine Hinweise, den Warteraum wieder in Vollbetrieb zu nehmen. „Dazu sind wir durchaus in der Lage. In maximal zwei Wochen würden dann 3500 Plätze vor allem in den Leichtbauhallen zur Verfügung stehen.“ Zu Hochzeiten waren es 5000.

Wenn im Schnitt einmal wöchentlich ein Flüchtlingsflieger im Erdinger Moos landet, stehen 60 bis 80 haupt- und ehrenamtliche Helfer parat – von Bamf, Bundeswehr, Rotem Kreuz und Flüchtlingshilfe. Sonst, so Grönhagen, sei es bedeutend ruhiger. Dann helfe man dem Bamf, Altanträge abzuarbeiten.

Schurer: Kein Thema für den Wahlkampf

In Anspielung auf Forderungen seines CSU-Kollegen Andreas Lenz sagte Schurer: „Wir brauchen den Warteraum auch in Zukunft. Es macht keinen Sinn, seine Schließung zu verlangen.“ Dem schloss sich Weise ausdrücklich an: „Wir haben hier die Infrastruktur und die Erfahrung. Daran sollte man festhalten, zumal Erding bundesweit dabei einzigartig ist.“ Schurer äußerte den Wunsch, „dass wir den Warteraum aus dem Wahlkampf heraushalten, zumal auch eine breite Akzeptanz bei der Bürgerschaft vorhanden ist.“

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