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Das Lachen noch nicht vergangen ist Tanzwelt-Inhaber Chriss Melzer – trotz Streits mit der Fischer’s Stiftung.

Vermieter und Mieter uneins

Wegen Brandschutz-Mängeln: Streit um geschlossene Tanzschule in Erding

  • Hans Moritz
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Um die Tanzwelt Erding zeichnet sich ein Rechtsstreit zwischen der Fischer’s Stiftungsverwaltung als Eigentümerin und Tanzschulbesitzer Chriss Melzer als Mieter ab.

Erding – Um die Tanzwelt Erding in dem Geschäftshaus am Schönen Turm zeichnet sich ein Rechtsstreit zwischen der Fischer’s Stiftungsverwaltung als Eigentümerin und Tanzschulbesitzer Chriss Melzer als Mieter des Kellergeschosses ab. Es geht um Mängel beim Brandschutz. Die hatten, wie berichtet, dazu geführt, dass Melzer seine Tanzwelt wenige Tage nach der Wiedereröffnung in Folge des Corona-Lockdowns erneut schließen musste. Nun ist ein Streit darüber entbrannt, wer für den Brandschutz in dem früheren Coop-Gebäude verantwortlich ist, beziehungsweise wer die Kosten für die Ertüchtigung übernimmt.

Melzer hält im Gespräch mit unserer Zeitung an dem Ziel fest: „Wir wollen so schnell wie möglich wieder öffnen.“ Konkret geht es um fehlende Brandmelder und Laufkarten für die Feuerwehr. Die Zwangsschließung hat die Stadt Erding als zuständige Stelle veranlasst.

Melzer ist der Auffassung: „Für den Brandschutz beziehungsweise die Brandmeldeanlage (BMA) ist der Vermieter zuständig. Wir haben zu dem Schaltschrank nicht einmal Zugang.“ Seiner Erinnerung nach wurde die Anlage im Herbst 2019 nach dem kapitalen Wasserschaden deaktiviert. „Warum das erfolgt ist, entzieht sich meiner Kenntnis.“

Als die BMA wieder scharf gestellt werden sollte, gab es eine Fehlermeldung. „Die Stadt hat daraufhin ein neues Gutachten verlangt. Völlig zu Recht“, meint Melzer. „Das muss eigentlich alle drei, vier Jahre gemacht werden.“ Das sei die vergangenen Jahre wohl unterblieben. „Denn sonst wäre schon nach 1996 aufgefallen, dass es in den Toiletten keine Brandmelder gibt.“ Stiftungs-Geschäftsführer Matthias Vögele habe ihm beschieden, „dass ich das selber machen muss“.

Eine ganz andere Version kommt von Vögele. „Herr Melzer hat ab Anfang August in Eigenregie und auf eigene Kosten Umbauten begonnen. Davor war die BMA nachweislich in einem funktionsfähigen Zustand.“ Die Stiftung wisse erst seit 10. Juni von den Mängeln – als der Bericht des Sachverständigen vorlag.

Vögele ist davon überzeugt, „dass die Mängel eine unmittelbare Folge der Umbauarbeiten im Keller sind“. Das Schutzkonzept müsse an den geänderten Bestand angepasst werden – und zwar auf Kosten der Tanzschule als Mieter und Verursacher. Weiter berichtet der Geschäftsführer, dass Melzer den Mitarbeitern der Stiftung das Betreten der Räume untersagt habe. Sogar das Wort „Hausverbot“ kursiert. Von einer konkreten Gefahr geht Vögele indes nicht aus.

Melzer macht jetzt Tempo. Er hat bereits einen Elektriker gefunden, der die Mängel beseitigt. „Im Idealfall können wir in zwei Wochen schon wieder öffnen. Hoffentlich liegen bis dahin auch die Laufkarten für die Feuerwehr vor.“ Er rechnet mit Kosten von 15 000 bis 20 000 Euro.

Und wer zahlt das? Melzer vermutet, „dass es darum einen Rechtsstreit geben wird“. Das Verhältnis zu Vögele bezeichnet er als angespannt. Zunächst einmal geht er aber in Vorleistung. „Wir haben den Wasserschaden und Corona überstanden, das meistern wir jetzt auch noch. Hauptsache, es geht weiter.“

Kann man unter diesen Vorzeichen noch vertrauensvoll zusammenarbeiten? Vögele meint dazu nur: „Es gibt einen bestehenden Mietvertrag zwischen Stiftung und Tanzschule.“ 

Lesen Sie auch: Tanzwelt Erding: „Wir tanzen bis Weihnachten durch“

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