Startklar für eine besondere Saison: Die Wasserwacht Finsing an ihrer Station mit Wachleiterin Lisa Buchmann (M.) und ihrem Team (v.l.) Lena Lex, Hans-Rudolf Suhre, Wolfgang Rüdiger und Stefan Buchmann. 
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Startklar für eine besondere Saison: Die Wasserwacht Finsing an ihrer Station mit Wachleiterin Lisa Buchmann (M.) und ihrem Team (v.l.) Lena Lex, Hans-Rudolf Suhre, Wolfgang Rüdiger und Stefan Buchmann. 

Wasserwacht und DLRG sind gerüstet

Wachdienst in Corona-Zeiten: Wasserretter auf Abstand

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Wachdienst in Corona-Zeiten ist nicht nur in Sachen Hygiene und Abstand eine Herausforderung für die Ehrenamtlichen. Auch das Gesellschaftliche und die Jugendarbeit fehlen.

Landkreis Die Temperaturen steigen – und damit auch die Lust der Menschen, sich abzukühlen. Die Weiher dürften heuer besonderen Zulauf erleben. Dort sorgen Wasserwacht und DLRG für Sicherheit. Wachdienst in Corona-Zeiten ist nicht nur in Sachen Hygiene und Abstand eine Herausforderung für die Ehrenamtlichen. Auch das Gesellschaftliche und die Jugendarbeit fehlen.

Die Helfer von DLRG und Wasserwacht haben die ersten Badetage hinter sich. Heuer sind sie mit einer besonderen Vorbereitung in die Wachsaison gestartet: dem Infektionsschutz. Schutzausrüstung ist vorhanden, personell sind die Wachmannschaften aufs Nötigste reduziert.

DLRG derzeit nur mit zwei Ehrenamtlichen am Moosinninger Weiher

Am Moosinninger Weiher etwa sind es jeweils ein Wachleiter und ein Wachgänger statt wie im Regelfall vier Mitglieder, erklärt Stefan Miklos, Vorsitzender der DLRG Erding. Und im Idealfall kommen sie auch noch aus dem gleichen Haushalt. Von den knapp 200 Mitgliedern der DLRG Erding besetzen rund 20 den Wachdienst am Weiher und im Freibad Erding. Von ihnen habe keiner gesagt, dass er wegen Corona heuer keinen Dienst machen will. „Aber wenn jemand Bedenken hätte, würde er sofort rausgenommen. Der Eigenschutz geht immer vor“, versichert Miklos.

Deshalb tragen die Helfer auch einen Mund-Nasen-Schutz, wenn sie sich potenziellen Patienten nähern oder es auf Wachgängen eng wird. Es würde nicht schaden, so Miklos, wenn auch die Gäste eine Maske zumindest in der Badetasche dabei hätten – für alle Fälle. „Ansonsten“, rät er, „sollen sie einfach Spaß haben, vernünftig bleiben und auf sich aufpassen.“

Bitte: Auch am Weiher auf die die Abstandsregeln achten

Einen Vorgeschmack auf den Sommer hat die Wasserwacht Wörth gerade erst erlebt. „Am Samstag wurde es schon eng, Liegewiesen und Parkplätze waren voll“, berichtet Ortsgruppenleiter Florian Siegl. Er bittet die Badegäste, selbst am Weiher auf die Abstandsregeln zu achten. „Auch wir Wasserwachtler müssen strenge Einsatz- und Hygienevorschriften beachten.“ So seien etwa während des Wachdienstes zusätzliche Bereiche um die Wachstation abgesperrt, um Patienten versorgen zu können – sie dürfen derzeit nicht in die Station.

Gut die Hälfte der knapp 100 Mitglieder der Wasserwacht Wörth besetzt die Wachdienste. Es gibt acht Gruppen à sieben bis acht Retter. Risikopatienten und Minderjährige bleiben außen vor. Der Andrang am Samstag habe gezeigt: „Wenn das noch mehr wird, kommt man irgendwann ans Limit“, sagt Siegl.

„Es fehlt derzeit fast alles, was einen Verein ausmacht“

Was ihm ebenso viele Sorgen bereitet: „Es fehlt derzeit fast alles, was einen Verein ausmacht: Kameradschaft, gemeinsame Aktivitäten, Teambildung.“ Zudem liege die Jugendarbeit bis auf Videokonferenzen brach, Veranstaltungen seien abgesagt. Das sei nicht zuletzt ein finanzielles Problem, denn Events wie das Sommerfest am Wiflinger Weiher, die Weiher Feia am Kronthaler Weiher oder das Open-Air-Festival SommerSound am Finsinger Weiher dienen allesamt der Mittelbeschaffung und fallen heuer aus.

Halten am Wiflinger Weiher die Stellung: Die Ehrenamtlichen der Wasserwacht Wörth, hier im Bild Leonhard Brummer, Johannes Zimmermann, Franziska Kroll, Veronika Schum und Maximilian Mayr (v.l.).

„Deshalb sind wir ganz besonders auf die Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen“, sagt Lydia Saalfrank, Leiterin der 280 Mitglieder starken Ortsgruppe Finsing. Maximal fünf Erwachsene sind derzeit am Finsinger Weiher im Dienst. Dabei kann Saalfrank bei ihrer Kernmannschaft aus 40 bis 50 Aktiven aus dem Vollen schöpfen. „Man ist ja nicht umsonst beim Roten Kreuz, da ist ein gewisses Helfergen einfach vorhanden“, sagt sie. Hingegen sei die „hoch motivierte und top ausgebildete Jugend“ sehr enttäuscht, weil sie nicht mithelfen dürfe. „Das tut wohl vielen Vereinen weh, weil sie den Kontakt zur Jugend ein Stück weit verlieren“, vermutet Saalfrank.

Trainings in kleinen Einheiten sind wieder erlaubt

Wie Siegl bedauert auch sie, dass vieles, was den Wachdienst schön mache – Besuche der Familien an der Wachstation zum Beispiel – heuer fehle. „Von daher ist es ein Dienst, den wir immer noch gern machen, aber so nicht kennen und auch hoffen, dass es bald vorbei ist.“

Immerhin dürften – ebenfalls unter strengen Regeln – wieder Trainings in kleinen Einheiten stattfinden. Der Nachwuchs ist dabei zwar immer noch außen vor, „aber ich denke, dass es nicht mehr sehr lange dauern wird, bis auch die Jugend wieder trainieren darf“, meint Erdings Wasserwachtchef Bernd Janowsky. Gruppenstunden via Internet könnten Live-Treffen nicht ersetzen, aber so werde der Kontakt aufrecht erhalten, und der Nachwuchs habe Spaß.

Keine Vermischung von Einsatzkräften und Badegästen

Insgesamt, so Janowskys Fazit, haben die ersten Wachdienste unter erschwerten Bedingungen „sehr gut hingehauen“. Fünf feste Wachgruppen mit im Schnitt acht bis zehn Erwachsenen sind am Kronthaler Weiher im Dienst. Hinzu kommen Mitglieder, die privat dort sind. Sie könnten im Notfall zwar agieren, dürften aber die Station nicht betreten. Insgesamt sei der Wachdienst umfangreicher und schwieriger geworden. Es gebe Einmalkittel, Masken und viel Desinfektionsarbeit. Zudem dürfe es zu keiner Vermischung von Einsatzkräften und Badegästen kommen. Damit der Wachplatz frei gehalten wird, habe die Wasserwacht einen Zaun bekommen. Und: „Der neue Parkplatz nimmt viel Spannung raus.“ Gefühlt seien am vorigen Samstag sehr viele Menschen beim Baden gewesen. „Aber die Leute durften auch lange Zeit nicht raus, das kann man verstehen“, sagt Janowsky.

vam

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