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Rein ins kühle Nass: Diese Woche sollen die Wasserratten endlich länger zum Zug kommen. Unser Bild zeigt den Kronthaler Weiher, wo wegen der Baustelle offiziell Badeverbot herrscht. Die Realität sieht anders aus.

Badeseen im Landkreis

Au Weiher, ist das Wasser noch kalt

Landkreis – In dieser Woche soll der Sommer zurückkehren – und auch ein paar Tage bleiben. Endlich kommen die Wasserratten auf ihre Kosten. Wir haben uns an den Badeweihern im Landkreis umgesehen. Viele sind noch ein bisschen kühl.

Endlich ist es so weit: Nach kalten und regnerischen Wochen zeigt sich der noch junge Sommer nun von seiner besten Seite. Die hohen Temperaturen locken viele Menschen an die Seen und Weiher im Landkreis Erding. Zum Baden ist das Wasser teils noch zu frisch, die Qualität dagegen ist ausgezeichnet.

Sechs Gewässer im Landkreis mit besonders hohem Besucheraufkommen sind seit 2008 offiziell als EU-Badegewässer ausgewiesen. Die Bayerische Badegewässerverordnung bestimmt die Qualitätsanforderungen dieser Gewässer und informiert die Öffentlichkeit über die Wasserbeschaffenheit.

Zu den ausgewiesenen Badeseen zählen der Kronthaler Weiher in Erding, der Thenner See in Wartenberg, der Erlensee in Taufkirchen sowie die Weiher in Langenpreising, Wörth und Moosinning. Hier nehmen die Hygienebeamten des Gesundheitsamtes Erding in der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September einmal im Monat Messungen vor – bei Bedarf auch öfter.

Die Seen werden nicht nur auf Müll, Bakterien und Algenbildung untersucht, auch Sichttiefe und pH-Wert werden vermerkt. Alle Gewässer weise eine ausgezeichnete Wasserqualität auf. Alle wichtigen Daten veröffentlicht das Landratsamt als Aufsichtsbehörde auf seiner Homepage.

Dem Badevergnügen steht also nichts mehr im Weg.

Es sei denn, man schreckt vor zu kaltem Wasser zurück. Die jüngste Messung vor zwei Wochen im Kronthaler Weiher ergab eine Temperatur von gerade mal 16 Grad.

Badeverbot wird von vielen missachtet

Die Erdinger Badegäste müssen dieses Jahr allerdings auf ihr gewohntes Badeerlebnis am „Bagger Weiher“ zumindest offiziell verzichten. Wegen Umgestaltungsmaßnahmen „sind die Liegewiesen gesperrt und im Bereich der Baustelle gilt Badeverbot“, sagt Robert Buckenmaier vom Ordnungsamt Erding. „Der eingezäunte Baustellenbereich erstreckt sich über das Badeareal und die dazugehörenden Flächen. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert regelmäßig.“

Dennoch finden sich an schönen Tagen viele Sonnenhungrige direkt am Ufer ein. Deswegen ist auch die Wasserwacht an ihrer Station präsent.

Die übrigen Weiher im Landkreis bieten dagegen uneingeschränktes Badevergnügen und laden mit höheren Wassertemperaturen auch eher zum Planschen und Schwimmen ein. In Wörth macht sich die Sperrung des Kronthaler Weihers jetzt schon bemerkbar: „Es kommen deutlich mehr Gäste, darunter viele fremde Gesichter, zum Wörther Weiher (20 Grad Wassertemperatur)“, sagt Florian Siegl, Chef der Wörther Wasserwacht.

Zweiter Parkplatz am Wörther Weiher

„Sobald es mal richtig warm wird, ist es bummvoll, und auf der Liegewiese wird es eng.“ Um dem Andrang gerecht zu werden, „wurde heuer ein zweiter Parkplatz auf der anderen Seeseite eingerichtet“, sagt Siegl. „Einer würde bei weitem nicht ausreichen.“

Im Gegensatz dazu ist die Lage am Moosinninger Weiher (19 Grad) überschaubar: „Bis jetzt ist alles wie gewohnt“, sagt Peter Schebesta von der DLRG. „Mehr Besucher durch die Sperrung des Kronthaler Weihers sind bislang nicht zu vermelden, wobei sich heuer die Anzahl wirklicher Badetage noch in Grenzen hält.“

Ähnliches Bild am Langenpreisinger Badesee. Der Baisch-Weiher weist aktuell 20 Grad auf und „ist „in Erding eher unbekannt“, wie Reinhard Riekers von der Wasserwacht Langenpreising anmerkt. Indes lockt der „komplett eingewachsene Weiher mit schöner Natur, vielen schattenspendenden Bäumen, Kioskbetrieb und guter Parkmöglichkeit“.

Ebenso gut sind die Voraussetzungen im „naturbelassenen Ambiente des Thenner Sees (21 Grad) mit hohem Baumbestand, Kiosk, Spielplatz und neu instandgesetzter Badeinsel perfekt für einen heißen Sommer“, erzählt Jürgen Hartmann, Vorsitzender der DLRG Wartenberg. „Bis jetzt hatten wir wetterbedingt allerdings keinen großen Andrang.“

Kioskbetreiber: Keine Mücken seit 10 Jahren

Davon kann Sonja Hanslmeier ein Lied singen. Sie arbeitet in der Verwaltung des Campingplatzes am derzeit 23 Grad warmen Erlensee bei Taufkirchen. „Das Geschäft steht und fällt mit dem Wetter. Derzeit kommen weniger Besucher als sonst zu dieser Jahreszeit. Wir hoffen, dass es bald wieder schöner wird.“

Auch am Notzinger Weiher gibt man sich zuversichtlich: „Bisher war kein typisches Badewetter, die Hochsaison kommt erst noch“, sagt Heinrich Link vom Schmankerl-Kiosk. „Die Leute denken, es sei zu kalt zum Baden. Mit 23 Grad ist die Wassertemperatur am Mückenweiher jedoch ideal.“

So wurde der See vor 40 Jahren genannt. „Seit zehn Jahren gibt es hier keine Mücken mehr“, weiß der erfahrene Kioskbetreiber. Bei „Heini“, wie er von den Gästen genannt wird, kann man neben der klassischen Currywurst mit Pommes auch Cevapcici, Calamari oder Reiberdatschi verzehren. Seit diesem Jahr gibt es am Wochenende sogar vegetarische und vegane Gerichte.

Sebastian Bellstedt

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