Weihnachtsgeschäft

Zielsichere Kunden, sinkende Umtauschzahlen

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Landkreis –Das Weihnachtsgeschäft ist gut gelaufen, sagen die Ladeninhaber. Interessant: Die Umtäusche gehen zurück, es wird gezielter gekauft. Außer vielleicht bei Vibratoren.

Wissen Sie, was ein Hatchimal ist? Wenn Sie den Vorspann gelesen haben, vermuten Sie möglicherweise das Falsche. Nein: Es handelt sich um kleine, flauschige Spielzeugvöglein, eine Art Hybrid aus Furby und Tamagotchi. Die sprechenden Viecherl sind in der Weihnachtszeit der Renner bei Kindern gewesen, sagt Roxana Möbius (37), stellvertretende Filialleiterin von Rofu-Kinderland in Aufhausen. Ihr Problem nur: „Wir hatten sie nicht im Sortiment.“ Dumm gelaufen. Vielleicht sind die Hatchimals ja noch länger im Trend, länger vielleicht als Pokémon Go.

Möbius ist dennoch hochzufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft, das ihrem Laden 70 Prozent mehr Umsatz als sonst beschert. Besonders gut gingen wieder Gesellschaftsspielklassiker wie Monopoly oder Activity. Oder die neue Version von „Das Verrückte Labyrinth“, das im Dunkeln leuchtet. Die Optik macht’s halt aus. Auch 3D-Puzzles seien nämlich recht angesagt. „Umtäusche haben sich heuer in Grenzen gehalten“, berichtet Möbius außerdem. Das liege an der besseren Vorbereitung. „Die Menschen sind zufriedener, weil die Absprachen besser klappen. Die Leute bringen Fotos auf ihren Handys mit, die sie von ihren Kindern gezeigt bekommen haben.“

Ähnliches berichtet auch Stefan Tremmel (40), Geschäftsführer vom Heuschneider in Dorfen. „Die Kunden lassen sich intensiv beraten. Dadurch gibt es fast keinen Umtausch. Es wird sehr gezielt gekauft.“ Richtig gut gingen bei ihm heuer DAB- und Digitalradios, Musik-Streaming-Anlagen, tragbare Bluetooth-Lautsprecher oder auch Fitness-Armbänder. „Das Weihnachtsgeschäft ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil und macht rund 20 Prozent vom Jahresergebnis aus“, sagt Tremmel.

Ein bisserl mehr zurückgegeben wird im Müller-Drogeriemarkt in Taufkirchen, wie Filialleiterin Ildiko Olah (37) berichtet. Zum Beispiel nicht gebrauchtes Geschenkpapier. Dabei könnte man das ja auch im kommenden Jahr verwenden, findet Olah. Sei’s drum: „Wir nehmen alles zurück, auch wenn wir es teilweise nicht gerne tun. Unser Motto ist ,Freundlichkeit und Service‘.“ Der Gesetzgeber schreibe ohnehin keine Rückgaberegeln vor. Umgetauscht worden seien heuer unter anderem doppelt verschenkte Filme, CDs oder Konsolenspiele sowie Aftershaves, die versehentlich für Parfüms gehalten wurden.

Das richtige Maß bei Vibratoren

Wer übrigens demnächst einen feinen Duft für die Liebste oder den Liebsten sucht, sollte es mit „The Scent“ von Boss versuchen. Der ging laut Olah zumindest im Müller richtig gut – egal ob bei Frauen oder Männern.

Thomas Sabo ist dagegen bei Schmuck und Uhrmacher am Schönen Turm in Erding gefragt. Das sagt Inhaber Klaus-Peter Cieslik (66). „Die Kunden waren heuer sehr entscheidungsstark“, meint auch er. Zum Beispiel bei wertigem Goldschmuck. Cieslik berichtet von „fast keinen Umtäuschen, eher Größenänderungen“.

Davon kann auch Anton Nöckler (51) ein Lied singen. Er ist der Inhaber des Erotik-Shops an der Münchener Straße in Erding. Zum Fest der Liebe ist auch bei ihm – wenig überraschend – mehr los als sonst. Wäsche und Sexspielzeug seien gut gegangen. Viel umgetauscht werde nicht. Ein Kunde kam aber kleinlaut an. „Er hat einen viel zu großen Vibrator gekauft. Daheim hat er Anschiss bekommen.“ Nur gut, dass Nöcklers Laden auch kleinere Geschütze im Angebot hat.

Rubriklistenbild: © dpa

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