Im zweiten Prozess verurteilt

Weil er seine Frau erstickt hat: Neun Jahre Haft für Frauenarzt 

Der Frauenarzt aus Erding ist in einem ersten Prozess freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil jedoch aufgehoben.

Landshut - Weil er seine Ehefrau getötet haben soll, muss der Erdinger Frauenarzt Michael B. neun Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Landshut verurteilte den 57-Jährigen am Freitag in einem wieder aufgerollten Verfahren wegen Totschlags zu der Haftstrafe. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert – dass sie Revision einlegen, scheint wahrscheinlich.

Das Landgericht hatte den Frauenarzt aus Erding in einem ersten Prozess freigesprochen. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil jedoch wegen Fehlern in der Beweisführung aufgehoben und erneut an das Landgericht verwiesen. Ehe das Verfahren neu aufgerollt werden konnte, flog B. nach Südamerika. Ende Februar wurde er nach Deutschland ausgeliefert.

Der Arzt hatte laut Anklage seiner Frau die Rippen gebrochen, sie am Kopf verletzt und dann erstickt. Der Angeklagte hatte die Tat bestritten: Er habe seine Frau im Dezember 2013 tot zu Hause gefunden.

Das Urteil beruhe auf der Summe der Indizien, stellte das Gericht klar und sprach von einem „Motivbündel“. So sei die 60 Jahre alte Frau alkoholkrank gewesen, ihr Mann habe deshalb um seinen Ruf als Frauenarzt gebangt.

Das Gericht legte dem Arzt neben massiver Gewalt auch zur Last, dass er die Tat bestritt und die Ermittlungen manipulieren wollte. Zugleich ging Richter Ralf Reiter aber von einer Affekttat aus und hielt dem Angeklagten zugute, dass er unter anderem in Chile in Untersuchungshaft gesessen hatte.

dpa/ötl

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