Zu wenig Helfer: Erdinger Ramadama droht das Aus

Erding - So wenig Erdinger wie noch nie haben sich bislang bereit erklärt, am 31. März an der großen Stadt-Aufräumaktion teilzunehmen. Bürgermeister Max Gotz befürchtet gar das Ende des Ramadama.

Seit vielen Jahren rufen Rathaus und Stadtbauhof zum gemeinsamen Saubermachen auf, sobald die Sonne die letzten Schneereste weggeleckt hat. Am Ramadama beteiligen sich einzelne Bürger genauso wie Betriebe, Vereine und Schulklassen. Der einzige Lohn: eine Brotzeit zum Schluss. Doch nun scheint das Ramadama in Gefahr.

Im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Stadtrates wies Gotz am Dienstag darauf hin, dass Bauhofleiter Heinz Schraufstetter gerade einmal 120 Anmeldungen vorlägen. In besten Zeiten waren es mehr als 300 ehrenamtliche Helfer. „Momentan sind es noch viel zu wenig, das ist sehr bedauerlich.“ Denn der Stadtchef schätzt das bürgerschaftliche Engagement nicht nur wegen der eingesparten Kosten. Er appellierte an die gesamte Bevölkerung, vor allem an Vereine, sich doch noch anzumelden. Eine Woche ist noch Zeit.

Sollte der Zulauf dauerhaft sinken, sieht sich Gotz gezwungen, einen professionellen Reinigungsdienst zu engagieren beziehungsweise die Bauhofmitarbeiter einzuspannen. „Dann wird es halt wesentlich teurer, und das muss dann die Allgemeinheit zahlen.“ Denn an der Notwendigkeit in der Stadt, auf den Grünflächen, rund um die Bahnhöfe, neben Parkplätzen und entlang der Straßen die Hinterlassenschaften des Konsums gibt es für den Stadtchef keinen Zweifel. „Stellenweise sieht es wirklich übel aus.“

Josef Hochholzer (UWE) wandte ein, dass der Termin vielleicht ungünstig gewählt sei. „Es ist der erste Tag der Osterferien. Mir haben viele gesagt, dass ihre Vereinsmitglieder da schon im Urlaub seien“, so der Fraktionschef der Parteifreien. Dies wollte CSU-Politiker Gotz nicht gelten lassen: „Der Termin, der allen passt, den gibt es nicht.“

Danach wurde er grundsätzlich. Viele Kunden der Fast-Food-Restaurants verhielten sich rücksichtslos. „Da wird eingekauft, und der Müll fliegt einfach aus dem Autofenster.“ Bei McDonald’s in Altenerding-Südwest habe der Betreiber einen Reinigungsdienst engagiert.

„In diesem Umfeld sieht es auch ganz ordentlich aus”, so Gotz. Viel schlimmer sei es in Erding-West, wo gleich zwei Burger-Brater angesiedelt sind. „Ich werde die Betreiber anschreiben, sich um die Entsorgung des Drecks zu kümmern. Das kann nicht der Allgemeinheit aufgebürdet werden.“

Walter Rauscher (CSU) wies darauf hin, dass am Kronthaler Weiher bereits der erste Dreck herumliege. Auch Vandalismus habe man jüngst wieder entdeckt. „Dabei hat die Saison noch gar nicht begonnen“, empörte sich der Wasserwachtler. Gotz versprach, die Polizei zu informieren und eventuell auch eine Sicherheitsfirma dorthin zu entsenden.

Das Ramadama der Stadt Erding findet am Samstag, 31. März, von 8 bis 12 Uhr statt. Arbeitshandschuhe und Müllsäcke stellt der Bauhof, wo sie ab sofort abzuholen sind. Um 12 Uhr gibt es dort sowie in den Feuerwehrhäusern Altenerding und Langengeisling eine kostenlose Brotzeit. Infos und Anmeldung unter Tel. (0 81 22) 94 53 97 43.

(Hans Moritz)

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