Kriminalität am Telefon: Erste Fälle in der Region 

Wenn der Betrüger zweimal klingelt

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Erding – In der Region sind in diesen Tagen verstärkt Betrüger unterwegs, die per Anruf ihre Beutezüge vorbereiten. Die Polizei rät zur Wachsamkeit.

Von Hans Moritz

Wie oft die Telefontäter bereits versucht haben, ahnungslose Bewohner hereinzulegen, ist unbekannt. Gesichert ist, dass sich erste Beinahe-Opfer bereits bei der Polizei gemeldet haben – aus Baldham und Vaterstetten. Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass der oder die Betrüger nicht an der Landkreisgrenze Halt machen. Konkrete Straftaten-Versuche aus dem Erdinger Land sind bis dato aber nicht bekannt. Dennoch rät das Polizeipräsidium Ingolstadt insgesamt zu Besonnenheit, wenn das Telefon klingelt.

Im ersten Fall meldete sich ein „Michael Schneider“ von der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Er teilte der Baldhamerin mit, für ihr Konto gebe es eine Vormerkung über 800 Euro, die aktuell bei einer Kanzlei in der Schweiz lägen. Diese Notiz sei der Hausbank der Frau aber noch nicht bekannt. Daraufhin forderte der Unbekannte die Angerufene auf, sich in ihre Online-Bankverbindung einzuloggen, um den Transfer abzuwickeln. Das kam ihr merkwürdig vor, was sie besagtem „Herrn Schneider“ auch kund tat. Der reagierte schroff und drohte, das Bundeskriminalamt einzuschalten. Sie tat das einzig Richtige – und legte auf.

Im zweiten Fall rief ein Mann mit ausländischem Akzent bei einer Frau aus Vaterstetten an. Er gab sich als Oberkriminalkommissar aus Wiesbaden aus und schilderte, dass er eine syrische Flüchtlingsfamilie mit Einbruchswerkzeug festgenommen habe.

Dabei sei ein Zettel mit Namen und Anschrift der Angerufenen gefunden worden. Die Straftat könnte schon begangen worden sein. Der vermeintliche Kriminalbeamte erkundigte sich weiter, ob vor kurzem Handwerker bei der Familie gewesen seien, was die Frau bestätigen konnte. Im weiteren Gesprächsverlauf erfragte der Mann konkret den Standort eines möglichen Tresors im Haus.

Die Vaterstettenerin wurde skeptisch und wollte sich den Namen und die Telefonnummer des Anrufers geben lassen. Daraufhin legte der Unbekannte nach Angaben der Polizei auf. (Weiterer Bericht auf der Dorfen-Seite.)

Das rät die Polizei:

Wer ähnliche Anrufe erhalten hat, sollte sich umgehend mit der Polizei in Verbindung setzen. Grundsätzlich gilt erhöhte Vorsicht bei unbekannten Anrufern. Wer von einem Polizisten telefonisch kontaktiert wird, kann erwarten, dass sich der Beamte mit Dienststelle und Rückrufnummer legitimiert beziehungsweise zu einem persönlichen Termin bereit ist.

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