Wahllokale wie am 15. März wird es bei den Stichwahlen am 29. März nicht geben. Sie werden alle per Briefwahl entschieden, auch in Erding.
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Wahllokale wie am 15. März wird es bei den Stichwahlen am 29. März nicht geben. Sie werden alle per Briefwahl entschieden, auch in Erding.

Kommunalwahl 2020

Wer wird OB in Erding? Stichwahl ist eine Herkulesaufgabe

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in Erding ist eine Herkulesaufgabe für die Stadtverwaltung. Sie muss rund 28 700 Stimmzettel-Kuverts verschicken.

Wahllokale wie am 15. März wird es bei den Stichwahlen am 29. März nicht geben. Sie werden alle per Briefwahl entschieden, auch in Erding.

Erding - Die Stadt- und Gemeindeverwaltungen stehen in der Corona-Krise vor großen Herausforderungen. Eine Herkulesaufgabe kommt mit den Stichwahlen am 29. März noch dazu – nicht nur auf Landkreis-Ebene, sondern auch in sechs Kommunen.

Die größte davon ist die Stadt Erding. Hier sind rund 28 700 Wahlberechtigte nochmals aufgefordert, sich zwischen zwei Oberbürgermeister-Kandidaten zu entscheiden. Amtsinhaber Max Gotz (CSU) muss gegen Petra Bauernfeind (Freie Wähler Erding) überraschend in die zweite Runde. Viel Wahlkampf wird es bis dahin aber nicht geben.

Um den ordnungsgemäßen Ablauf der Stichwahl für die Ämter zum Landrat und Oberbürgermeister gewährleisten zu können, ist das Rathaus am heutigen Donnerstag und am morgigen Freitag geschlossen – unter Umständen auch noch am Montag, 23. März. Bis Ende dieser Woche müssen im Rathaus die frisch gedruckten Stimmzettel samt Wählerbrief sortiert und einkuvertiert werden.

Amtsleiter Reinhard Böhm rechnet mit mehr als 500 Arbeitsstunden, die die Mitarbeiter dafür aufwenden müssen – zur Not auch am Wochenende, denn „am Samstag, spätestens am Montag müssen die Unterlagen zur Post gebracht werden“, sagte er bei einem Pressegespräch am Dienstagnachmittag im Rathaus. Nur so könne gewährleistet werden, dass jeder Bürger die Unterlagen rechtzeitig erhalte. Das Kuvert mit den Stimmzetteln kann per Post zurück ans Rathaus geschickt werden. Lieber wäre es den Verantwortlichen dort allerdings, man würde die Kuverts direkt in Rathaus-Briefkasten einwerfen. „Ich hoffe, dass die Post pünktlich zustellt“, sagte Gotz dazu. Die Übermittlungsprobleme durch das AKDB-Computerprogramm bei den Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag hätten viel Kraft gebunden, so Gotz. Er versichert: „Wir werden alles tun, um die Aufgaben auf den Weg zu bringen.“

Wegen der Corona-Krise ist der Parteiverkehr im Rathaus seit Dienstag stark eingeschränkt. Der Zugang für Bürger ist nur noch nach Terminvereinbarung per E-Mail oder Telefon möglich. Vorsprachen ohne vereinbarten Termin werden nicht berücksichtigt. „Alle nicht unbedingt erforderlichen Behördengänge müssen auf einen späteren Termin verschoben werden“, sagt Stadtsprecher Christian Wanninger.

Angesichts der vielen vom Staat verordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus’ hat Gotz angekündigt, dass es „keinerlei Wahlkampf der CSU“ geben werde – Plakate und mediale Werbung inklusive. Das hat auch Landrat Martin Bayerstorfer erklärt. Wahlveranstaltungen in Lokalen sind derzeit ohnehin nicht möglich. „Ich muss meine Energie auf die Corona-Krise konzentrieren“, sagte Gotz. Das sei eine Verpflichtung der Bürgerschaft und dem Amt gegenüber. Auch die Freien Wähler halten sich zurück. Sie planen einige Anzeigen und Aktionen in den Sozialen Medien, kündigte FWE-Vorsitzender Benedikt Hoigt an.

Angesichts der aktuellen Krise appelliert Gotz eindringlich an die Solidarität der Erdinger Bürgergesellschaft: „Wenn wir alle die Auflagen einhalten, ohne unsere Mitbürger aus den Augen zu verlieren, werden wir diese außergewöhnliche Situation meistern.“

Rubriklistenbild: © Hans Moritz

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