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Uriger Festabend: In der Urweiße-Hüttn auf dem Betriebshof begrüßte Stadtwerke- Geschäftsführer Christopher Ruthner (r.) rund 120 Gäste. 

125 Jahre Stromversorgung 

Werbung für die Erdinger Bürgerwerke

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Erding - 125 Jahre ist es her, dass in Erding das Licht anging: ein Grund zu feiern. Das taten die Stadtwerke mit einem Festabend für geladene Gäste. Am morgigen Sonntag ist Tag der offenen Tür für die Bürgerschaft im Betriebshof.

Es war der 18. September 1892, als mit 97 Straßenlaternen und 278 Lampen in Häusern das Stromnetz in Erding in Betrieb genommen wurde. Damals zählte die Stadt 3700 Einwohner (heute: 38 700). Die technische Entwicklung damals sei enorm gewesen, betonte Oberbürgermeister Max Gotz beim Festabend zum 125. Jubiläum der Stromversorgung in Erding.

Dazu hatten die Überlandwerke, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke, in den Betriebshof an der Rudolf-Diesel-Straße eingeladen. Dort wurde in der eigens aufgestellten Urweiße-Hüttn gefeiert. Die rund 120 geladenen Gäste – darunter Umweltministerin Ulrike Scharf, Stadträte, Aufsichtsräte, ehemalige Stadtwerke-Geschäftsführer, Goldene Stadtmedaillenträger, Bürgermeister der Konzessionsgemeinden, Großkunden, Lieferanten und Partner – verlebten einen kurzweiligen Abend, dem der Dorfener Kabarettist Alfred Mittermeier eine äußerst unterhaltsame Note verlieh. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Band Ledawix.

Gotz, als OB Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, erinnerte an „die Pionierleistung, die mit dem elektrischen Licht vollbracht wurde“ und betonte: „Ohne Energie wäre nichts geworden, was heute ist.“ 125 Jahre Stromversorgung seien eine Erfolgsgeschichte, an der die Mitarbeiter der Stadtwerke genauso mitgeschrieben hätten wie die Bürger. „Die Stadtwerke sind Bürgerwerke. Sie gehören den Bürgern. Die, die nicht hier kaufen, schauen nicht auf ihr Eigentum“, sagte Gotz. Er warb für das Kommunalunternehmen, das für Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Konzessionsabgaben stehe, Steuern zahle – „und, weil unsere Leid’ da san, wenn’s pressiert“.

Dass die Stadtwerke zukunftsfähig seien, liege auch daran, dass die Stadt seit Jahrzehnten keine Gewinnentnahmen ziehe, so Gotz. So seien Investitionen wie das Lehrschwimmbecken, das neue Verwaltungsgebäude Am Gries oder der Bau des zweiten Umspannwerks, das gerade in Altenerding entsteht, ohne große Kreditaufnahmen möglich. Es allein wird zwölf Millionen Euro kosten. Zudem unterstützten die Stadtwerke viele Vereine.

Umweltministerin Scharf lobte das Unternehmen für seine Flexibilität und Innovationskraft.

Geschäftsführer Christopher Ruthner griff in seiner Rede die historischen Meilensteine heraus: der Bau des Wasserkraftwerks 1891 an der Reisermühle in Altenerding (Bayerns erste Drehstromanlage); das zweite Wasserkraftwerk, das 1902 in Eitting in Betrieb ging; die E-Zentrale in der Schlachthausstraße in Erding 1906 mit neuer Dampfmaschine, die 1930 durch zwei Dieselmotoren ersetzt wurde; der Umzug von Verwaltung und Schaltzentrale in den Neubau Am Gries 1969; der Bau des Betriebshofs 1990 – und jetzt das zweite Umspannwerk, für die Versorgungssicherheit im wachsenden Erding.

Die Stadtwerke sind auch bei den Erneuerbaren Energien breit aufgestellt: Neben eigenen Wasser-, Photovoltaik- und Blockheizkraftwerk-Anlagen sind sie an einem Windpark beteiligt, so Ruthner. Wichtigster Beitrag zur Energiewende sei aber, „unseren Kunden die Möglichkeit zu geben, Energie selbst zu erzeugen“. Mehr als 1000 Kunden würden dies schon machen. Die Stadtwerke seien für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet, auch dank der finanziellen Freiheiten, die ihnen die Stadt lasse. Ruthner dankte den Mitarbeitern und Kunden, viele von ihnen schon seit Jahrzehnten bei den Stadtwerken.

Tag der offenen Tür

ist am morgigen Sonntag von 10 bis 17 Uhr am Betriebshof der Stadtwerke Erding, Rudolf-Diesel-Straße 13, mit vielen Attraktionen für die ganze Familie.

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