Beim festlichen Gottesdienst weihte Pfarrer Michael Henger die neue Stockschützenhalle in Berglern. foto: albrecht

Das Werk ist vollbracht

Berglern - Feierlich wurde am Sonntag die neue Halle der Stockschützen des SV Eintracht Berglern eingeweiht. Viele Mitglieder hatten beim Bau selbst Hand angelegt.

Stolz sind sie, die Stockschützen des SV Eintracht Berglern. Gestern haben sie die neue Stockhalle mit einem großen Fest unter Beteiligung aller Vereine des Ortes eingeweiht. 40 Meter ist sie lang, 15 Meter breit, hat drei Bahnen, eine Zuschauertribüne, eine kleine Küche, ein Büro, ein Lager und hat 175 000 Euro gekostet.

Die Planung der Halle war auch so ausgelegt, dass die Mitglieder selbst mit Hand anlegen konnten. Über 4000 Arbeitsstunden haben sie geleistet, eine Summe, die bei vielen Gästen Erstaunen auslöste - die Abteilung hat nämlich nur 56 Mitglieder. Einzig das Aufstellen der Tragkonstruktion wurde vergeben. Alles andere haben die Stockschützen selbst gemacht.

Abteilungsleiterin Maria Forster hatte viel Arbeit mit dem Projekt, aber auch Vorsitzender Walter Appelmann, der es von seinem Vorgänger Martin Eibl übernommen hatte. Dieser hatte aber noch die komplizierte Finanzierung organisiert: 60 000 Euro hat zunächst die Gemeinde Berglern bereit gestellt, weitere 15 000 Euro der Landkreis. „Das ist die Höchstförderung”, wie Landrat Martin Bayerstorfer in seinem Grußwort gestern betonte. Der Bayerische Landessportverband (BLSV) ist mit einem staatlichen Zuschuss und einem Darlehen von zusammen 38 000 Euro dabei, Geld, das der Verein erst einmal zwischenfinanzieren musste. Appelmann verschwieg aber nicht, dass sich die Finanzierung dann als nicht tragfähig erwiesen hat. Auflagen unter anderem hinsichtlich der Statik verteuerten das Projekt. In dieser Situation tat der Gemeinderat etwas, was Appelmann einen „einmaligen Nachschlag” nannte: Er schoss noch einmal 30 000 Euro zu. BLSV-Kreischef Adi Maier kommentierte das mit den Worten: „Der Bürgermeister und die Gemeinderäte stehen zu ihren Vereinen.” Tatsächlich berichtete Bürgermeister Herbert Knur, dass die Förderung an eine Bedingung geknüpft worden sei: Die Halle müsse auch anderen Vereinen offen stehen. Dass das so sein wird, bestätigte Sportleiter Heinz Reese der Heimatzeitung am Rand der Feier: „Die anderen Vereine sollen auch rein können, wenn die mal was Größeres haben.”

Viele Spenden aus der heimischen Wirtschaft, etwa der Verzicht des Planers Konrad Huber auf sein Honorar, haben nach den Worten Appelmanns die Kosten weiter beherrschbar gehalten. Und so war der gestrige Sonntag mit einem großen Kirchenzug, einem von Pfarrer Michael Henger zelebrierten Festgottesdienst und der anschließenden Feier „ein Tag der Freude und des Stolzes” für den Verein, wie Knur meinte. Allerdings sei noch einiges zu machen. Reese berichtete, dass die Akustik verbessert werden müsse. Das habe der „Bayerische Abend” vor der offiziellen Feier gezeigt.

Klaus Kuhn

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