Vom Mayr-Wirt sind nur noch Hotel und Gaststätte erhalten, die schon lange leer stehen. Die Metzgerei wurde bereits vor Jahren geschleift. Derzeit dient das Areal als Parkplatz. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.
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Vom Mayr-Wirt sind nur noch Hotel und Gaststätte erhalten, die schon lange leer stehen. Die Metzgerei wurde bereits vor Jahren geschleift. Derzeit dient das Areal als Parkplatz. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Architekten müssen Investor mitliefern – Streit um Stillstand

Wettbewerb für Mayr-Wirt-Areal in Erding

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Nach Jahren des Stillstands kommt zumindest planerisch Bewegung ins Mayr-Wirt-Areal in Erding. Der Stadtrat beschloss jetzt, einen Architektenwettbewerb auszuloben.

Erding – Vor gut zehn Jahren hat die Stadt Erding das Mayr-Wirt-Areal in der Haager Vorstadt gekauft. Seit gut drei Jahren stehen Wirtshaus und Hotel leer – wahrlich kein schöner Anblick in der Altstadt. Nun kommt Bewegung in die Überplanung des innerstädtischen Filetstücks.

Einstimmig beschloss der Stadtrat am Dienstag, einen Architektenwettbewerb auszuloben. Wann der Mayr-Wirt abgerissen und wieder neu aufgebaut wird, ist aber noch offen. Stadtbaumeister Sebastian Henrich deutete auf Anfrage von Stefan Grabrucker (SPD) die zweite Jahreshälfte 2022 als frühestmöglichen Zeitpunkt an. Dazu müssten 2021 der Wettbewerb abgeschlossen sein und Anfang 2022 die ersten Ausschreibungen rausgehen. Fest steht seit der Sitzung, dass die Sparkasse als Projektentwickler raus ist, wie Burkhard Köppen (CSU) feststellte.

Henrich kündigte an, dass man Architekten als Wettbewerbsteilnehmer aussuchen werde. Zum Zuge kommen müsse ein Planer, der mit einem Investor zusammenarbeitet, von dem die Bereitschaft vorliegen müsse, den Mayr-Wirt neu aufzuziehen. Dabei werde man mit Architektenkammer und Regierung von Oberbayern zusammenarbeiten.

Für Verwunderung sorgte Henrichs Einlassung, dass in den Wettbewerb das Bestandsgebäude mit einbezogen werde. Er beantwortete eine entsprechende Anfrage von Thomas Schmidbauer (Erding Jetzt), dass dies Städtebauförderung und Denkmalschutz wünschten. Allerdings sei es richtig, dass man von einem Neubau ausgehe. Der Altbau ist aus Henrichs Sicht nicht mehr nutzbar. Hans Egger (EDJ) begrüßte es, „dass es nun endlich konkret wird“. Allerdings sah er einen geschlossenen Wettbewerb kritisch, weil zu wenig Ideen kommen könnten. Das teilte Henrich nicht.

Hans Fehlberger (FW) erinnerte daran, dass man schon beim Kauf festgelegt habe, dass wieder ein Wirtshaus errichtet werden müsse. Nun höre er, dass Teile des Areals auch weiterverkauft werden könnten. Henrich und OB Max Gotz (CSU) versicherten, das Wirtshaus sei gesetzt.

Grundsätzliche Kritik äußerte Schmidbauer: „Das kommt zu spät. Den Wettbewerb hätte man gleich beim Kauf umsetzen sollen. Jetzt ist zehn Jahre nichts passiert.“ Gotz erwiderte angesäuert: „Dieser Vorwurf juckt mich nicht mal.“ Schmidbauer kenne wesentliche Faktoren offensichtlich nicht, etwa die Erweiterung des Stadtparks auf Mayr-Wirt-Flächen als Bestandteil des Pakets.

Auch Köppen widersprach. Erstens seien Teile schon abgerissen und als Parkplatz genutzt worden. „Viel wichtiger ist aber, dass wir durch den Kauf sicherstellen, dass wir die Lösung bekommen, die gut für die Stadt ist. Bei einem Investor wäre das unsicher gewesen.“

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