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Anerkannt, aber ohne Wohnung: Vater Bassam Alibrahim Alhendawi mit seiner Frau Razak Darwish und den Kindern (v. l.) Roux (10), Taim (7 Monate), Shubi (8) und Sara (2) sowie Asylhelferin Margit Maier.

Familie in der Container-Unterkunft

Wieder auf Herbergssuche

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Erding - Die Container-Unterkunft am Lohfeld wird aufgelöst. Dort leben noch zwei syrische Familien. Für die insgesamt neun Kinder und ihre Eltern wird die Integration erneut schwierig.

Aleppo ist mittlerweile eine zerbombte Geisterstadt. Von dort sind sie geflohen, haben in Deutschland Zuflucht und in den Containern hinter dem Korbinian-Aigner-Gymnasium eine provisorische Heimat gefunden. Nun wird die Unterkunft aber aufgelöst, und zwei syrische Familien sind wieder auf Herbergssuche. Sie wissen: Einen Anspruch auf eine schöne Wohnung gibt es nicht, auch Einheimische sind auf der Suche. Doch die Sorge ist bei den letzten Bewohnern der Container seit zwei Wochen wieder größer geworden. Da kam der Brief vom Landratsamt, dass die Container noch im August geräumt werden.

Die zehnjährige Roux hat inzwischen viele Freunde in der Klasse 3a der Grundschule Klettham. Ihr Zeugnis ist gut, sie spricht hervorragend Deutsch. Von dem notdürftig als Wohnraum gestalteten Container geht sie auch zum Klavierunterricht in der Kreismusikschule. Ihre Eltern sind als Flüchtlinge anerkannt, das heißt, das Landratsamt müsste streng genommen nicht einmal mehr für eine Unterkunft sorgen. Dennoch bietet ihnen die Behörde etwas an: zwei kleine Zimmer in einem Asylheim in Solching bei Taufkirchen.

„Das ist mitten im Wald“, klagt die Mutter Razak Darwish (33). Ihr Mann Bassam Alibrahim Alhendawi (34) war in der syrischen Heimat Elektriker und Pizzabäcker. Damit er seine Familie eines Tages wieder ernähren kann, besucht er ab September einen Deutschkurs bei der VHS Erding. Ein eigenes Auto ist da ein ferner Traum. Roux ist traurig, dass sie so ihre Freunde in Erding verliert. Die gleiche Sorge hat ihr Bruder Shubi (8), der in die zweite Klasse kommt. Die kleine Schwester Sara (2) hätte ab September einen Kindergartenplatz in Erding.

Margit Maier unterstützt die Familie. „In zwei, drei Wochen findet man keine Wohnung. Das ist eine Zumutung“, kritisiert sie. Auch Andrea Martinez-Gerber schüttelt den Kopf. Sie betreut die Nachbarn der Alhendawis: eine bald fünfköpfige Familie, die Mama ist derzeit hochschwanger. Auch sie sind aus Syrien und als Flüchtlinge anerkannt. Das Landratsamt hat ihnen eine Wohnung in Berglern angeboten. Die junge Mutter habe aber Angst vor den jungen afghanischen Männern, die dort schon leben, erzählt Martinez-Gerber.

Wohnungen gesucht

Die Asylhelferinnen hoffen, für ihre Schützlinge bescheidene Wohnungen zu finden. Mietzahlung seien gesichert, sagt Margit Maier: „Das Jobcenter überweist bei Wunsch direkt an die Vermieter.“ Sie freut sich auf Hinweise unter Tel. (0151) 11 14 06 31. ta

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