Die Erlöserkirche in Klettham/Erding wurde gestern nach neun Monaten Bauzeit wiedereröffnet. Den Gottesdienst leitet  Regionalbischof Christian Kopp, der noch nicht einmal öffentlich eingeführt ist. aber seine Predigt beeindruckte schon jetzt.
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Ein volles Haus gab es gestern in der Erlöserkirche Klettham, als die Wiedereinweihung gefeiert wurde. Auch Vertreter der katholischen Kirche waren gekommen. Zuvor nahm Pfarrerin Andrea Oechslen den Schlüssel von Architekt Jörg Rehm entgegen
Die Erlöserkirche in Klettham/Erding wurde gestern nach neun Monaten Bauzeit wiedereröffnet. Den Gottesdienst leitet  Regionalbischof Christian Kopp, der noch nicht einmal öffentlich eingeführt ist. aber seine Predigt beeindruckte schon jetzt.
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Auch Vertreter der katholischen Kirche waren gekommen. Zuvor nahm Pfarrerin Andrea Oechslen den Schlüssel von Architekt Jörg Rehm entgegen

Feiergottesdienst

Wiedereröffnung: Erlöserkirche setzt Zeichen gegen die Einsamkeit

Die Erlöserkirche in Klettham/Erding wurde gestern nach neun Monaten Bauzeit wiedereröffnet. Den Gottesdienst leitete Regionalbischof Christian Kopp, der noch nicht einmal öffentlich eingeführt ist. Aber seine Predigt beeindruckte schon jetzt.

Klettham – Für Erding war es gestern ein Festtag: Nach neun Monaten reiner Bauzeit und 1,4 Millionen Euro Kosten ist die Erlöserkirche Klettham mit einem großen Gottesdienst, den Regionalbischof Christian Kopp leitete, wieder in Dienst genommen worden. Kosten- und Zeitplan wurden eingehalten, auch wenn am Schluss Architekt Jörg Rehm zugab: „Wir werden noch ein bisschen weiterarbeiten nach Weihnachten.“

Die Orgel war noch etwas schwachbrüstig für einen solchen Festgottesdienst. Das ist kein Wunder, muss die Gemeinde doch auf das „richtige“ Instrument noch etwas warten. Für den frisch gebackenen Regionalbischof war es die Gelegenheit, sich vorzustellen: „Ich bin’s wirklich.“ Tatsächlich fehlten ihm mangels offizieller Einführung noch die äußeren Amtszeichen. Aber mit seiner Predigt gab er eine Visitenkarte ab, an die man sich in Erding erinnern dürfte, stieg er doch in den Auftrag von Kirche ein: „Zeichen setzen für die Menschen hier in Klettham, gegen die große Einsamkeit. So ist Kirche, so muss Kirche sein!“ Und später, die Gemeinde direkt ansprechend: „Auch ihr wollt Kirche für die Menschen sein!“ Der Raum der Erlösergemeinde, so schön und denkmalwürdig er ist, hat für die Kirche also eine Funktion. „Euer Name ist Programm.“ Die Anwesenheit der Fahnenabordnungen, vor allem der Hilfsorganisationen, passte hierher.

Es konnte nicht ausbleiben, dass in diesem Zusammenhang auch an die zentrale Funktion als Raum für Zusammenkünfte erinnert wurde. Wie berichtet, war das im Rahmen der Städtebauförderung schon bei den ersten öffentlichen Veranstaltungen Thema. Gleich mehrere Redner taten das, darunter die Vertreterin des Bauamts der Landeskirche, Claudia Pöppl, und noch stärker Pfarrer Christian Keller.

Zur Schlüsselübergabe vor dem Festgottesdienst fand Pfarrerin Andrea Oechslen die fabelhafte Dankformulierung an die Unterstützer „einfach dadurch, dass sie nicht aus der Kirche ausgetreten sind“.

Den Löwenanteil von 40 Prozent der Kosten hat die Landeskirche übernommen. Ulrike Scharf (MdL) als Vertreterin der Landesstiftung zeigte sich dankbar, genau wie Landrat Martin Bayerstorfer und OB Max Gotz, der hier wohl auch eine Ermutigung für die Bemühungen um Heilig Blut sah, wie er andeutete. Und noch einer, der erst noch offiziell ins Amt eingeführt werden soll, kam zu Wort – Dekan Christian Weigl: „Wir schließen keine Kirchen, wir weihen welche ein.“

15 Büros, 22 Firmen mit 10 000 Arbeitsstunden in neun Monaten, das waren die Eckdaten, die Architekt Rehm nannte. Sie galten einem Denkmal von nationalem Rang, das bekanntlich in einer Zeit errichtet worden ist, wo Erding in einem stürmischen Wachstum begriffen war. „Es musste sein“, meinte Kopp. „Auf einmal waren da Evangelische, und es wurden immer mehr.“ Die Landessynodale Andrea Jarmurskewitz erinnerte an die Leistungen des Architekten – den Bau.

Es ist eine evangelische Kirche, und die reformatorische Bewegung im 16. Jahrhundert war auch eine Predigt- und eine Liedbewegung. Konsequent stand die Predigt im Zentrum, und der Liederzettel forderte von der Gemeinde einiges ab. Eines der zentralen Anliegen der Reformation, das Abendmahl „sub utraque specie“, also „unter beiderlei Gestalt“, eben Brot und Wein, dufte nicht fehlen, auch wenn das bei einer derart großen Gemeinde einiges Organisationstalent brauchte. Später wurde im beheizten Zelt gefeiert. (klaus Kuhn)

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