Hoffen auf Unterstützung für die Senioren: Gina La Rosa (Leiterin Besuchsdienst) und der ehrenamtliche Kreisbeauftragte Franz Graf La Rosée. Foto: Malteser
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Hoffen auf Unterstützung für die Senioren: Gina La Rosa (Leiterin Besuchsdienst) und der ehrenamtliche Kreisbeauftragte Franz Graf La Rosée.

Besuchsdienst braucht Verstärkung

Malteser: „Wir lassen niemanden im Stich“

Der Malteser-Hilfsdienst hält auch in Corona-Zeiten sein Angebot aufrecht. Die Ehrenamtlichen brauchen allerdings auch Verstärkung, vor allem beim Besuchsdienst.

Landkreis – Corona ist eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft, in besonderer Weise aber für hilfebedürftige Menschen im Alter, die in der Regel automatisch zur Gruppe der Risikopatienten gehören. „Noch mehr als sonst sind viele ältere Menschen derzeit auf zuverlässige Unterstützung angewiesen“, weiß Malteser-Kreisgeschäftsführer Sebastian Oberpriller. Deshalb bietet der Hilfsdienst nach wie vor seinen Besuchsdienst an – und sucht Verstärkung.

Die Einsamkeit ist ein großes Problem für viele alleinstehende ältere Menschen. Aktuell sind noch mehr Senioren davon betroffen, weil aus Sorge vor Infektionen Kontakte zu Verwandten und Nachbarn reduziert und gesellige Seniorenveranstaltungen abgesagt werden. Die Ehrenamtlichen des Malteser Besuchsdienstes, die Senioren in Altenheimen und Privathaushalten betreuen, halten weiterhin den Kontakt, betont Oberpriller. Wo ein persönlicher Besuch nicht möglich sei, melden sich die Ehrenamtlichen ein- oder zweimal die Woche telefonisch. Oft erledigen sie zusätzlich Einkäufe oder besorgen Rezepte und Medikamente für die betreuten Personen.

„Seit dem ersten Lockdown erreichen uns besonders viele Anfragen von Senioren“, berichtet Gina La Rosa, Leiterin des Besuchsdienstes. Inzwischen gebe es eine Warteliste. „Wir suchen für dieses Ehrenamt dringend weitere Freiwillige, denn die älteren Leute warten auf unseren Besuch“, sagt La Rosa. Interessenten sollten einfühlsam und verantwortungsbewusst sein und sich auch über die Zeit von Corona hinaus engagieren wollen, so der Wunsch der Malteser.

In der Bewältigung des Alltags hat die Corona-Pandemie auch rüstige Senioren, die sich noch selbstständig versorgen, vor ungekannte Probleme gestellt: Aus Sorge vor einer Infektion möchten viele Risikopatienten nicht mehr selbst zum Einkaufen gehen. Auch viele offene Mittagstische in Senioreneinrichtungen wurden aus Gründen des Infektionsschutzes abgesagt. Das führte dazu, dass die Malteser schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr eine deutlich höhere Zahl an Anfragen für den Menüservice verzeichneten. „Kurzfristig konnten wir diese Senioren nach Wunsch täglich oder an einzelnen Tagen mit einem Menü versorgen und ihnen damit eine große Sorge nehmen“, berichtet Oberpriller.

Wenn Kontakte eingeschränkt werden sollen, kommt auch dem Hausnotrufdienst eine besondere Bedeutung zu. Gerade besorgte Angehörige haben seit dem Frühjahr vermehrt dafür gesorgt, dass Eltern oder ältere Verwandte sich mit einem Gerät für den Notfall absichern. „Die Senioren können damit rund um die Uhr auf Knopfdruck Hilfe anfordern“, sagt Oberpriller.

Wenn sie einen Schlüssel bei den Maltesern hinterlegt haben, kommt bei Notfällen, die keinen Rettungsdienst erfordern, ein Mitarbeiter unter Beachtung aller Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu Hilfe. So muss sich niemand Sorgen machen, dass Angehörige oder Nachbarn selbst zur Ansteckungsgefahr für die Risikopatienten werden könnten.

Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen gelten auch für den Individualfahrdienst, der es Hilfsbedürftigen auch während Pandemie und Lockdown ermöglicht, Arzt- oder Therapietermine wahrzunehmen. Die Malteser-Mitarbeiter seien extra geschult worden, so Oberpriller. Bereits im Frühjahr wurde intern eine besondere Struktur aufgebaut, um sicherzustellen, dass die wichtigen Dienste zur Versorgung von Menschen aufrechterhalten werden können. „Wir lassen niemanden im Stich“, betont Oberpriller. „Die Menschen sind uns dafür sehr dankbar und zeigen das immer wieder, vor allem gegenüber unseren Mitarbeitern vor Ort und am Telefon.“  

red

Wer Hilfe benötigt

... oder ehrenamtlich den Besuchsdienst unterstützen möchte, meldet sich unter Tel. (0 81 22) 99 55 16 oder im Internet auf www.malteser-erding.de.

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