CSU-Wahlkampf unter freiem Himmel: Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer und Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (v. l.) sprachen zu den Kreisdelegierten, die ihre Stimmzettel in den Autos ausfüllten.
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CSU-Wahlkampf unter freiem Himmel: Erdings Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer und Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (v. l.) sprachen zu den Kreisdelegierten, die ihre Stimmzettel in den Autos ausfüllten.

MdB spricht in Erdinger CSU-Versammlung nicht nur zur Masken-Affäre Klartext

Andreas Lenz will im Bundestag bleiben: „Wir müssen kämpfen, und ich kann kämpfen“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Erding – Kein Verständnis für die Masken-Raffkes in der CSU hat Andreas Lenz. Der Bundestagsabgeordnete für die Kreise Erding und Ebersberg ist schon im Wahlkampfmodus. Er will sein Mandat behalten.

Die Erdinger Kreis-CSU ist im Wahlkampfmodus. In der Kreisvertreterversammlung unter freiem Himmel auf dem Feneberg-Parkplatz im Gewerbegebiet Erding-West haben Vertreter der Ortsverbände die Delegierten für den Bezirks- und Landesparteitag sowie für die Delegiertenversammlung im Bundeswahlkreis gewählt. Dort geht es darum, Andreas Lenz wieder als Bundestagskandidaten zu nominieren. Seit 2013 gehört er dem Bundestag an. Lenz zeigte sich kampfeslustig.

„Es ist beschämend, wenn man sich an der Krise bereichert“, schimpfte Lenz in Richtung der Unionsabgeordneten, die in die sogenannte Masken-Affäre verwickelt sind. „Das ist abscheulich. Solche Leute haben nichts in der CSU zu suchen – oder in irgendeinem Parlament.“ Am meisten ärgere ihn, „dass sich normale CSU-Mitglieder jetzt dafür rechtfertigen müssen, dass sie in der Partei sind“. Lenz betonte, die CSU könne stolz darauf sein, was vor Ort geleistet werde.

Auch zu den angedachten Ruhetagen an Gründonnerstag und Karsamstag, die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Entschuldigung wieder zurückgenommen hatte, äußerte sich der Abgeordnete. Man sehe, was herauskommt, wenn keine Leute, die davon betroffen sind, bei einer solchen Entscheidungsfindung mit einbezogen werden. „Ich habe gleich gesagt, dass ich einen Ruhetag an Gründonnerstag für einen Schmarrn halte, und da gab es einen Aufschrei“, erzählte Lenz.

Auch forderte der 39-Jährige, dass bestimmte Maßnahmen besser erklärt werden, und meinte: „Also ich kann nicht erklären, dass wir nicht in einen Biergarten gehen, aber nach Mallorca fliegen dürfen.“ Die Corona-Gefahr sei real. Man befinde sich mitten in der dritten Welle, aber man müsse einen Weg finden, um wieder mehr Normalität zulassen zu können.

Was das Impfen betrifft, so stellte Lenz klar: „Es wird keine Impfpflicht geben.“ Er wies auch nochmals auf die schwierige Situation von Einzelhandel und Gastronomie hin: „Die Perspektive muss heißen: langsame Öffnung.“

Aber auch auf andere Themen ging Lenz ein, unter anderem auf die Lärmproblematik an der A 94. „Wir brauchen hier Verbesserungen“, betonte er und versprach: „Ich bin dran.“ Seiner Partei gab er mit auf den Weg, „nicht den Grünen nachzulaufen. Wir müssen unseren eigenen Markenkern entwickeln.“ Es werde nicht ganz einfach bei den Bundestagswahlen im Herbst, prophezeite der 39-Jährige. „Wir müssen kämpfen, und ich kann kämpfen. Das habe ich schon bewiesen.“

Eingangs der Versammlung hatte Kreisvorsitzender und Landrat Martin Bayerstorfer der Corona-Toten gedacht. Genau vor einem Jahr habe es im Landkreis den ersten Todesfall gegeben, berichtete er: „Das hat mich sehr bewegt.“ Bis zum Sommer seien es zwölf gewesen, jetzt schon 104: „Das allein sollte Mahnung und Antrieb sein, alles dafür zu tun, das Virus einzudämmen.“ Dazu müssten Sicherheitsregeln eingehalten werden.

Das zeigte sich auch bei der Delegiertenwahl, als die CSU-Mitglieder, in ihren Autos sitzend, die Stimmzettel ausfüllten, die dann eingesammelt wurden. Die Aufstellungsversammlung des CSU-Bundestagkandidaten findet am 8. Mai statt. Der Kreisvorsitzende ist sich sicher: „Es wird ein starkes Votum für Andi Lenz geben.“

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