Zukunftsplan Gewerbe 2030

„Wir müssen offen sein für Firmen von außen“

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Erding – Damit die Stadt Erding als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig bleibt, ist zunächst die Stadtpolitik gefragt. Auf sie warten zahlreiche Aufgaben.

Was die wirtschaftliche Entwicklung Erdings angeht, ist die Große Kreisstadt in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt. Doch für die Stadtpolitik gibt es keinen Grund, sich darauf auszuruhen. Sie muss tätig werden, um Erding als Gewerbestandort zu festigen. So lautete die Botschaft, die Christian Hörmann von der Cima Beratung und Management GmbH am Dienstag für die Stadträte im Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss hatte.

Er formulierte 13 Leitlinien der zukünftigen Gewerbeflächenpolitik, denen der Stadtrat Ende Juli zustimmen soll. Unter anderem geht es darum, die Herausforderungen des Fachkräftemangels zu lösen, Handwerker zu unterstützen und den Kontakt zu den Gewerbetreibenden zu intensivieren.

Dabei soll der so genannte Zukunftsplan Gewerbe 2030 nicht nur den Firmen vor Ort Bedingungen bieten, unter denen sie weiterhin erfolgreich in Erding wirtschaften können. „Wir müssen auch offen sein für Firmen, die von außen kommen“, stellte OB Max Gotz (CSU) klar. Er nannte das Rechenzentrum Amadeus als Beispiel für ein zugezogenes Unternehmen, das die Stadt sehr bereichert habe.

Dass sich die Erdinger Firmen gerne weiterentwickeln und vergrößern würden, ist unbestritten. Schon bei der Unternehmerkonferenz Anfang Juni hatte sich gezeigt, dass derzeit ein zusätzlicher Flächenbedarf von fast 18 Hektar besteht. Laut Hörmann gibt es durchaus Unternehmer, die überlegen, abzusiedeln, wenn keine passgenauen Entwicklungsflächen vorhanden sind. „Die Verfügbarkeit der Flächen ist das A & O“, meinte auch CSU-Stadtrat Jakob Mittermeier. Auf die Konversion des Fliegerhorsts jedenfalls könne man nicht warten, sagte Hörmann, der hier die Stadt zum Handeln aufforderte: Sie müsse eine Datenbank anlegen, um einen Überblick über alle verfügbaren Flächen zu erhalten.

Zugleich müsse das Flächenangebot der lokalen Wirtschaftsstruktur entsprechen. In Sachen Dienstleistungs- und Gastgewerbe sowie Freizeitangeboten sei man gut aufgestellt. „Gewisse Schwächen“ gebe es jedoch im produzierenden Gewerbe, das Hörmann als weitere Leitbranche bezeichnete.

Als „Hardware in der Entwicklung eines Wirtschaftsstandorts“ bezeichnete der Experte eine funktionierende Verkehrserschließung. „Der Ringschluss wird die Stadt in eine andere Liga katapultieren“, ist er sich sicher.

Zur Gewerbeentwicklung im Stadtzentrum sprach Gotz von der Verknüpfung „kleiner, filigraner Innenstadtflächen“, die man bisher versäumt habe. Aber auch die „Innenstadt muss überlegen, was sie selbst aus sich macht“, sagte der OB. Die Eigentümer und Vermieter seien verantwortlich, wenn dem allgemeinen Trend folgend „nur Gastronomie- und Eventflächen“ verwirklicht werden.

Bei allen Entwicklungen müsse man jedoch achtgeben, „eine lebenswerte Stadt zu bleiben“, mahnte Hörmann. Dafür sei Feedback der Bürger und der Unternehmen Pflicht in der Stadtentwicklung.

Vroni Macht

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