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Vier Experten auf einen Blick (v. l.): Sp arkassen-Vorstandsmitglied Ulrich Sengle, BayernLB-Chefvolkswirt Jürgen Michels, Michael Gruber (Leiter Sparkassenvermögensberatung ED) und Vorstandsvorsitzender Joachim Sommer.

Wirtschaft im Landkreis 

Zinslose Zeiten sind noch nicht vorbei

Die Stimmung an den Finanz- und Kapitalmärkten ist weiter gut. Auch die Prognosen für 2018 stimmen. Jürgen Michels, Chefsvolkswirt der BayernLB, verbreitete beim Anlegerforum der Sparkasse Optimismus.

ErdingRund 300 Besucher waren zum mittlerweile siebten Anlegerforum in die Stadthalle gekommen. Dorthin hatte die Sparkasse Erding-Dorfen ihre Kunden eingeladen.

In Nullzins-Zeiten haben es Anleger schwer, ihr Kapital zu erhalten, geschweige denn zu vermehren. „Kommt die Zinswende?“ Diese Frage stellte Vorstandsvorsitzender Joachim Sommer schon in seiner Begrüßung. Sie war für alle Anwesenden von größtem Interesse. „Wir können es uns nicht leisten, die Zinsen anzuheben, denn die Staatsschulden der Länder sind immens groß“, antwortete Chefvolkswirt Jürgen Michels. Höhere Zinsen würden so manches „Staatsgebäude“ zum Einsturz bringen. Dennoch rechnet der Experte mit moderat steigenden Zinsen, allerdings erst ab dem Jahr 2020.

Sorgen bereite der Wirtschaft auch der Brexit, der sich auf den deutschen Export auswirken werde und dessen Ausgang immer noch „nebulös“ erscheine, so Michels. Dank der Wahl von EU-Befürworter Emmanuel Macron zum französischen Staatspräsidenten, der in seinem Land fiskalische und wirtschaftliche Reformen umsetzen möchte, habe ein Nexit (Holland-Ausstieg) oder Grexit (Griechenland) erst einmal verhindert werden können, erklärte Michels. Problematisch sieht er die Lage aber weiterhin in Italien, das aufgrund seiner schwierigen politischen Verhältnisse wichtige Reformen nicht auf den Weg bringe.

Eine Jamaika-Koalition in Deutschland – „hätte Potenzial zu überraschen“. Sie könnte dafür sorgen, dass Deutschland mehr in die Digitalisierung und in Bildung investiere. Denn in beiden Fällen rangiert die Bundesrepublik bekanntlich im unteren EU-Durchschnitt.

Von der aktuellen Zinssituation profitiert anhaltend der Immobilienmarkt. Trotz des hohen Preisniveaus, insbesondere in Bayern, ist die Nachfrage nach Haus- und Wohneigentum weiterhin hoch. Das positive wirtschaftliche Umfeld mache gerade die Region um München zum Immobilienstandort Nummer 1, so Michels.

Konkret wurde es für die Besucher im zweiten Teil der Veranstaltung. Warum die Dividende der neue Zins ist und eine Anlage in Wertpapieren durchaus chancenreich sein kann, konnte Michael Gruber, Leiter der Vermögensberatung, anschaulich vermitteln. Obwohl die weltpolitische Lage schwierig gewen sei, habe sich der Deutsche Aktienindex (DAX) in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppelt. Die wirtschaftliche Unsicherheit sinkt. Die Finanzmärkte bleiben cool – trotz geopolitischer Krisen, da waren sich beide Experten einig.

red

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