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Hier wird signiert: Volker Klüpfel und Michael Kobr (v. l.), Schöpfer des kauzigen Kommissars Kluftinger, gaben nach ihrer Show fleißig Autogramme.

Autoren-Duo Klüpfel und Kobr in der Stadthalle

Witzig, kreativ und a bissle skurril

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Erding – Die Autoren Michael Kobr und Volker Klüpfel können nicht nur schreiben, sondern haben auch Schauspiel- und Comedytalent. Jetzt brachten sie mit ihrer Show „my Klufti“ und dem neuesten Roman „Grimmbart“ die Stadthalle zum Lachen.

Wenn Michael Kobr und Volker Klüpfel ein Buch vorstellen, dann ist das keine einfache Lesung. Nein, die beiden zeigen Filmclips, Fotos, machen Klamauk und singen sogar. Freilich wird auch gelesen. Doch selbst daraus machen Klüpfel und Kobr ein Spektakel. Was das Autoren-Duo da am Donnerstagabend in der Erdinger Stadthalle gezeigt hat, war eine wilde Mischung aus Literatur, Comedy und Show.

Große Bühnenbilder brauchen sie dafür nicht. Ein Ledersessel mit Stehlampe und ein rustikaler Tisch reichen vollkommen. Der Sessel kommt dann zum Einsatz, wenn die beiden aus einem großen Märchenbuch vorlesen. Die Geschichten darin klingen zwar dem Titel nach wie von den Gebrüdern Grimm, doch stammen sie eigentlich aus dem Allgäu, wie Kobr erklärt. Grund genug für die beiden, kreativ zu werden, die Märchen in der Allgäuer Landschaft nachzuspielen und zu verfilmen.

A bissle skurril und mit viel Witz umgesetzt stapft da etwa Kobr als Prinz in Gummistiefeln zum Turm von Rapunzel und fleht sie an – natürlich im Allgäuer Dialekt –, ihr Haar herunterzulassen. Doch statt der blonden Schönheit taucht plötzlich der spärlich behaarte Kopf von Klüpfel aus der Ruine auf.

Das Märchen-Thema passt perfekt zum neuesten Kluftinger-Abenteuer „Grimmbart“. Denn auch darin spielen die wundersamen Geschichten eine große Rolle. Gut, eigentlich ist in einem Schloss gerade ein Mord passiert, und man sucht den Täter. Doch der Krimi rückt während der Show in den Hintergrund. Es geht vielmehr ums Zwischenmenschliche, um die Eigenheiten der Figuren – allen voran um den kauzigen Kommissar Kluftinger.

Mit verteilten Rollen inszenieren Klüpfel und Kobr ihre Lesung wie ein kleines Theaterstück. Im Zentrum stehen die allgäuerisch-japanischen Familienbande, als die Schwiegereltern in spe von Kluftingers Sohn zur Hochzeit aus Japan anreisen. Kulturelle und sprachliche Missverständnisse sind da programmiert – und die beste Ausgangsbasis für jede Menge Lacher, wenn es um wagemutige Übersetzungsversuche oder einen Japaner im eigenen Badewasser geht. Natürlich darf auch Intimfeind Dr. Langhammer nicht fehlen, der Kluftinger bei seiner Hochzeitsrede helfen will.

Zwischen den Passagen liefern sich Klüpfel und Kobr ein liebevoll-harmloses Frotzel-Duell wie unter Geschwistern. Kobr lästert über Klüpfels schütteres Haupthaar, der wiederum nennt seinen Co-Autoren „klein, dick und plump“. Das ist witzig und lockert den Abend auf, an dem die Zuhörer auch eine Passage aus dem neuesten Buch des Duos zu hören bekommen: „In der ersten Reihe sieht man Meer“ erscheint am 9. März und hat mit Klufti und dem Allgäu ausnahmsweise mal gar nichts zu tun.

Doch keine Sorge, auch mit dem schrulligen Kommissar gibt’s heuer ein Wiedersehen: Im Herbst erscheint der bereits neunte Band der Krimi-Reihe.

Vroni Macht

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