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Direkt am Eichenkofener Sportplatz soll kräftig gebaut werden. Unumstritten ist das nicht.

Wohnbebauung in Eichenkofen: Nach dem Ausschuss streitet auch der Stadtrat und hebt dann doch den Daumen

„Keine sinnvolle städtebauliche Entwicklung“

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
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Der Streit um eine Wohnbebauung in Eichenkofen ist im Stadtrat in die zweite Runde gegangen.

Eichenkofen/Erding 7600 Quadratmeter groß ist die landwirtschaftliche Fläche nördlich der Eittinger Straße in Eichenkofen, die bald mit Wohnhäusern bebaut werden könnte. Dies entschied die Mehrheit der Stadträte (24:13 Stimmen) nach eingehender Debatte und beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Bereits im Stadtentwicklungsausschuss eine Woche zuvor hatten einige Räte das Vorhaben kritisch gesehen. Die CSU begrüßte indes die Schaffung von so dringend benötigtem Wohnraum. Janine Krzizok (CSU) betonte: „Für die Generation Mitte 30 gibt es fast keine Gelegenheit in Erding, ein Einfamilienhaus zu erwerben.“

Gerhard Ippisch (Grüne) wunderte sich, dass so nahe des Sportplatzes der SpVgg Eichenkofen gebaut werden soll: „Ich dachte, das Gebiet westlich der Sempt sollte frei von Bebauung bleiben.“ Er sprach sich dafür aus, die Weiterentwicklung von Eichenkofen – wie im Flächennutzungsplan vorgesehen – im Osten zu ermöglichen, „nicht hier“.

Auch Thomas Schmidbauer und Hans Egger (beide Erding Jetzt) sahen keine sinnvolle städtebauliche Entwicklung, „wenn im Norden das SpVgg-Sportgelände anschließt und im Osten der Parkplatz“, so Egger. Jürgen Beil (Freie Wähler) sprach sich zwar für eine Lückenschließung aus, „aber nicht so groß“.

Als OB Max Gotz (CSU) erklärte, der Antrag sei vom Grundstückseigentümer gekommen, fragte Beil nach, wie’s südlich der Eittinger Straße ausschaue: „Dort haben die Anwohner auch den Wunsch, dass es weitergeht.“

Stadtentwickler Christian Famira-Parcsetich hatte eingangs der Diskussion erklärt, dass es bereits 2013 erste Überlegungen zur Erschließung des Gebietes gegeben habe. Damals sei dies jedoch an ungeklärten Fragen zur Entwässerung – es gibt noch keinen Kanal – und am Tod eines Beteiligten gescheitert. Nun ergebe sich durch die geplante Novellierung des Baugesetzbuches die Möglichkeit, hier vergleichsweise einfach Wohnungsbau zu ermöglichen. Allerdings müsse dem Bauleitplanverfahren eine Machbarkeitsuntersuchung vorgeschaltet werden, um die Entwässerungsmöglichkeiten zu untersuchen.

Egger und Schmidbauer störten sich daran, dass die Stadt aktiv werde, obwohl das neue Gesetz noch nicht verabschiedet ist. Die beiden vermuteten gar, dies könnte nicht gesetzeskonform sein.

Dass alles mit rechten Dingen zugeht, erklärte ihnen Stadtjurist Andreas Erhard auf seine süffisante Art. Demnach sei ein Aufstellungsbeschluss immer möglich, signalisiere er doch nur: „Hier passiert was.“ Dagegen hatte Josef Kaiser (CSU) nichts. „Jeder Wohnraum entspannt die Situation“, sagte er. Und: Die Neubürger könne man auch als Chance für die SpVgg Eichenkofen und ihren Fußballnachwuchs sehen. 

zie

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