Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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Für mehr günstigen Wohnraum kämpft die SPD (v. l.): Ulla Dieckmann, Ewald Schurer, Bau-Staatssekretär Florian Pronold, Gertrud Eichinger und Martin Kern.

SPD zum Immobilienmarkt 

Wohnblöcke auch im Dorf

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Erding – Die SPD will die Wohnungsnot im Landkreis Erding deutlich abmildern. Bei seinen Vorschlägen ist dem Kreisvorstand bewusst, dass sie das Gesicht der Landschaft und die Infrastruktur in den Orten nachhaltig verändern werden.

Kein Geringerer als der Bau-Staatssekretär des Bundes, Florian Pronold, war zu Gast bei der Führungsriege der Erdinger SPD. Eingeladen hatte ihn Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer. Er sprach von einem „existenziellen Thema“. Es sei „unerträglich, wenn Familien und Ältere aus der Metropolregion München absiedeln müssten, nur weil sie sich das Wohnen hier nicht mehr leisten können“.

Pronold, der auch SPD-Landesvorsitzender ist, gab die Parole aus: „Familien auch mit normalen Gehalt müssen sich Mieten leisten können, wobei es immer regionale Gefälle geben wird.“ Als Obergrenze definierte er etwa ein Drittel des monatlichen Einkommens.

Die Erdinger SPD-Führungsriege ließ keinen Zweifel daran, dass der Druck nur abnimmt, wenn deutlich mehr gebaut wird. Erdings Dritter Bürgermeister Hans Schmidmayer betonte jedoch, dass es kein Weg sei, „jetzt massenhaft neue Baugebiete auszuweisen“. Er setzt große Hoffnungen auf die Konversion des Fliegerhorsts, wo man voraussichtlich ab 2021 große Flächen bebauen könne. „Wichtig ist, dass wir deutlich mehr sozialen und günstigen Wohnraum schaffen“, betonte Schmidmayer. Daher sei SoBoN, ein Verfahren, bei dem Bauträger einen gewissen Anteil – etwa 30 Prozent – an Sozialwohnungen schaffen müssen, der richtige Weg. „Den gehen wir jetzt bei jedem neuen Baugebiet.“ Auch erinnerte er an Baugemeinschaften mit mehreren Bauherren (wir berichteten). Eine der Hauptaufgaben des Stadtrates sei, „dass wir alle Flächen durchgehen, wo wir sozialen beziehungsweise preisgünstigen Wohnraum schaffen können“.

Dritte Landrätin Gertrud Eichinger (Finsing) wies darauf hin, „dass die Wohnungsnot längst auch in den Landgemeinden angekommen ist“. Aber auch hier sei massenhaftes Bauen nicht der richtige Weg. Dennoch sprach sich Eichinger für mutige Lösungen aus. „Wir werden in den Ortskernen nicht nur stark verdichten müssen. Wir kommen auch nicht umhin, ein bis zwei zusätzliche Stockwerke obendrauf zu erlauben.“ Nicht einmal Geschosswohnungsbau, sprich Wohnblöcke, in kleinen Gemeinden will die Landrats-Stellvertreterin ausschließen.

Ulla Dieckmann aus Wörth, SPD-Fraktionschefin im Kreistag, sah alle Gemeinden in der Pflicht. „Jeder muss sehen, wo bezahlbares Bauland ausgewiesen werden kann.“ Auch sie sprach sich für Geschosswohnungsbau selbst in kleineren Orten aus.

Der SPD-Vorstand sieht darüber hinaus die Arbeitgeber – vor allem Industrie, aber auch größerer Mittelstand – in der Pflicht: in Form von Werkswohnungen. „Letztlich ist das ein Lockmittel für gute Mitarbeiter“, so Eichinger.

Auch der steigende Druck auf den Immobilienmarkt durch die dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen kam zur Sprache. Dieckmann forderte: „Migranten dürfen nicht benachteiligt werden.“ Ghettos lehne sie aber genauso ab. Die Integration der Aussiedler in den 90er Jahren „ist der beste Beweis, dass es auch miteinander geht“.

Zuvor hatte Pronold an die Erfolge der Großen Koalition, vor allem der SPD, bei der Förderung bezahlbaren Wohnraums erinnert. Unter anderem nannte er die Mietpreisbremse und die auf 1,5 Milliarden Euro verdreifachte Förderung sozialen Wohnraums. Bedauerlich sei, dass die Länder die Gelder zuletzt anderweitig ausgegeben hätten. „Auch Bayern hinkt hier weit hinterher.“

Hans Moritz

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