CSU-Pläne zum Oberzentrum 

Wohnen und Gewerbe im Fokus

Erding – Erding ist Oberzentrum. Was das bedeutet, erklärte Jakob Mittermeier, CSU-Fraktionschef im Stadtrat, beim politischen Frühschoppen.

„Bei allen neuen Entscheidungen im Stadtrat haben wir in Zukunft als Oberzentrum zu denken und zu handeln“. Diese Kernaussage von CSU-Fraktionschef Jakob Mittermeier und konkrete Beispiele dafür diskutierte die Partei bei ihrem monatlichen Stammtisch beim Kreuzeder. Dazu gehören für ihn Überlegungen, wie neue Sporteinrichtungen schon bei der Planung auch für Großveranstaltungen ausgelegt werden oder wie Erding als attraktive Einkaufsstadt wächst: „Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass die Kaufkraft hier bei uns bleibt.“

Hier monierten einige Stammtischgäste heftig, dass auf dem Gelände des Flughafens Konkurrenz in Form eines neuen, „völlig unnötigen“ Gewerbegebiets entstehe. „Den zusätzlichen Verkehr hätte vor allem unser Landkreis mitzutragen, der jetzt schon unter einer schwachen Straßenstruktur leidet“, sagte Mittermeier. Er spüre noch keinen wirklichen Impuls für den Ausbau der Flughafentangente Ost und wünsche sich für Verkehrsbelange eine regionale Behörde. Dann würden auch die sinnvollen Ortsumgehungen von Moosinning oder Taufkirchen nicht wieder in der Diskussion stehen. Und Mittermeier wünscht sich ein Umdenken mancher Naturschützer: „Diese Leute sollten sich nicht nur um das Wohl von Fröschen kümmern, sondern auch um das von Menschen.“

Der CSU-Fraktionschef hatte auch eine gute Nachricht: „Die Unterführung der Haager Straße am bisherigen S-Bahnübergang ist weitgehend in trockenen Tüchern. Noch im Mai wird der Stadtrat dazu weitere Beschlüsse fassen“, kündigte er an. Noch keine finalen Pläne gibt es hingegen in Altenerding. Hier liege die Planungshoheit bei der Bahn, es gebe keinen neuen Stand, so Mittermeier. Allerdings sollen durch die Digitalisierung die Schließzeiten der Schranken dort „angeblich verbessert“ werden.

Als vornehmliche Pflicht für ein Oberzentrum sieht er auch den kommunalen Wohnungsbau. „Wir bemühen uns, für Bauwerber günstigere Grundstückspreise zu realisieren, als sie der freie Markt bietet. Doch die keinesfalls ausreichende Flächenverfügbarkeit setzt hier Grenzen.“ Dennoch sieht Mittermeier die Chance, über eine Wohnungsbaugesellschaft neuen Wohnraum zu schaffen, „im Verhältnis ein Drittel Miete zu zwei Dritteln Eigentum“.

Zudem regte er eine Art Tauschbörse an, in der Senioren, die oft allein in großen Wohnungen leben, diese an Familien mit Kindern weitergeben und älteren Bürgern dafür kleinere Wohneinheiten anbieten.

Auch Erdings größte Geldeinnahmequelle, die Gewerbesteuer, will Mittermeier festigen: „Wir haben uns deshalb ein Programm ausgedacht, um den Gewerbestandort 2030 zu definieren. Und wir sollten uns noch nicht zu sehr auf die Möglichkeit der Konversionsfläche Fliegerhorst verlassen. Derzeit ist die Bundeswehr stark im Umbruch. Keiner weiß genau, was in Erding wann passieren wird.“

Friedbert Holz

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