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Alles abgeholzt: Von der Haager Straße ist der Blick frei bis nach hinten die Siedlung am Stadtpark. 

Wohngebiet an Haager Strasse 

Stadt Erding hat Finger auf dem Filetstück

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Die Stadt Erding wird bei der Planung des Wohngebiets an der Haager Straße ein Wörtchen mitreden. Über das Areal, auf dem die wild gewachsenen Bäume und Sträucher einem Kahlschlag zum Opfer gefallen sind, legt die Stadt einen Bebauungsplan.

Erding– Zwischen der Haager Straße und der Stadtschreiber-Mandl-Straße am Stadtpark liegt das Filetstück, das sich für Wohnbebauung und Ähnliches bestens eignet. Die Frage, die sich in den nächsten Monaten stellen wird, lautet: Wie dicht und wie hoch darf gebaut werden? Um darauf maßgeblich Einfluss nehmen zu können, hat die Stadt Erding nun einen Bebauungsplan für das mehrere tausend Quadratmeter große Areal zwischen Fischer’s Seniorenzentrum und Agip-Tankstelle aufgestellt. Den Beschluss fassten die Stadträte im Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Strukturausschuss jetzt einstimmig.

Die Räte standen immer noch unter dem Eindruck der Baumfällaktion. OB Max Gotz (CSU) zeigte sich „verärgert und entsetzt, was dort passiert ist“. Des

halb sei es geboten, in dem Tempo mit dem Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan darauf zu reagieren. Burkhard Köppen (CSU) brachte sogar eine Veränderungssperre ins Spiel: „Denn wer so schnell handelt, hat vielleicht schon Pläne in der Schublade.“

Wie berichtet, hatte die Eigentümerin vor wenigen Wochen das Grundstück roden lassen. Dabei hatte es laut Stadtverwaltung Vorgespräche im Rathaus gegeben, wie vorzugehen sei. Dies sei ignoriert worden. Horst Schmidt (SPD) sprach von einem „unerträglichen Umweltfrevel“.

Köppen räumte ein, „dass das wohl nicht passiert wäre, wenn wir eine Baumschutzverordnung hätten“. Mit ihr hätte ein Zuwiderhandeln strafrechtliche Folgen. Auch Gotz glaubt, „dass wir auf Dauer um eine modifizierte Baumschutzverordnung nicht herumkommen“.

Stadtpark: Diskussion um Anbindung

Nicht ganz einig waren sich die Stadträte, als es um eine mögliche Verbindung des Areals mit der dahinter liegenden Stadtpark-Siedlung ging. Diese will Gotz nur für Fußgänger und Radfahrer gewähren, keinesfalls für den motorisierten Verkehr. „Wir sollten es tunlichst unterlassen, eine Anbindung zu schaffen“, sagte er. Die Stadt habe die Straßen rund ums Heiliggeist-Stift so ausgebaut, „dass langsam gefahren werden muss“, und so eine Verkehrsberuhigung erreicht. Es gebe keinen Grund dafür, eine Anbindung zu diskutieren.

Schmidt sah das anders. Man könne ja wenigstens in einem Verkehrsgutachten prüfen, ob man die Stadtschreiber-Mandl-Straße nicht doch verlängern könne: „Vielleicht wollen’s die Anwohner auch.“ Gotz konterte: „Warum sollte eine rückliegende Siedlung die Verkehrslasten einer neuen Siedlung mittragen?“

Notzufahrt für den Ernstfall?

Petra Bauernfeind (Freie Wähler) schlug eine Notzufahrt mit Pollern für den Ernstfall vor, etwa wenn die Hiasl-Maier-Straße zum Seniorenheim nicht befahrbar sei und dort ein Feuer ausbreche. Johanna Heindl (Freie Wähler) zeigte sich angesichts der chronischen Arbeitsüberlastung im Stadtbauamt überrascht, „wie schnell der Aufstellungsbeschluss zustande kommt“. Gotz erklärte ihr, die Stadt sollte von ihrem Recht der kommunalen Planungssicherheit Gebrauch machen. Hier sei es bei aller Arbeitsbelastung geboten, schnell zu reagieren.

Letztlich stimmten die Stadträte gegen eine direkte Verbindung zur Stadtpark-Siedlung, „es sei denn, es wird im Verfahren anderes nachgewiesen“. In einem nächsten Schritt werden die betroffenen Eigentümer von den Planungsabsichten unterrichtet und städtebauliche Vereinbarungen getroffen.

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