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Wohnheim für junge Flüchtlinge 

Erster Schritt in ein eigenständiges Leben

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In Langengeisling wurde das erste Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eröffnet. Die jungen Männer werden hier nicht mehr rundum betreut. Eine zweite Adresse ist geplant – in Wartenberg.

Langengeisling/Wartenberg – Mit der Flüchtlingswelle im Sommer und Herbst 2015 kamen auch viele Minderjährige und junge Erwachsene in den Landkreis Erding. Die meisten wurden von ihren Familien vorgeschickt, um sich hier eine neue Existenz aufzubauen und später Angehörige nachzuholen.

Das Gesetz sieht für die so genannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) eine besondere Betreuung mit einer Begleitung durch Sozialpädagogen vor. Sie fallen in die Zuständigkeit des Jugendamts. Das hat nun ein erstes eigenes Wohnheim für diese Gruppe Flüchtlinge eröffnet – im ehemaligen Pfarrhaus in Langengeisling (Stadt Erding).

Das Besondere daran: Es ist keine sozialpädgogische Wohngruppe mit 24-Stunden-Betreuung. „Nur noch acht Stunden pro Woche steht jedem jungen Mann ein Betreuer zur Seite“, erläutert Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Derzeit leben dort nach seinen Angaben drei junge, aber bereits volljährige Männer. Jeder von ihnen hat ein eigenes Zimmer. Bad, Küche und Diele werden gemeinsam genutzt.

„Dieses Betreute Wohnen konnten wir nach Verhandlungen mit der Pfarrkirchenstiftung Langengeisling beziehungsweise dem erzbischöflichen Ordinariat im Obergeschoss des Langengeislinger Pfarrhauses anbieten“, berichtet Bayerstorfer. Um die Betreuung der UMF kümmert sich der Erdinger Verein Brücke e.V., der dafür Gelder aus der Jugendhilfe des Landkreises bezieht.

Zielgruppe sind nach Angaben des Jugendamts junge Männer zwischen 18 und 21 Jahren, die als Minderjährige ohne Begleitung ihrer Eltern in die Bundesrepublik gekommen sind, aber per Gesetz auch nach Erreichen der Volljährigkeit betreut werden müssen.

Wer in die Wohngruppe aufgenommen werden möchte, muss Bereitschaft zur dauerhaften Integration gezeigt haben, in diesem Zusammenhang aber noch „Unterstützung in Alltags-, Kultur- und existenzsichernden Fertigkeiten benötigen“, wie es im Sozialgesetzbuch heißt.

„Unser Ziel ist, dass diese jungen Menschen mit unserer Unterstützung so weit befähigt werden, dass sie im Anschluss ein selbstständiges und integriertes Leben bei uns in Deutschland führen können“, erklärt der Landrat. Der Wechsel aus der stationären Jugendhilfe in das Betreute Wohnen sei der „letzte Schritt vor einem eigenständige Leben in einer eigenen Wohnung“. In Langengeisling würden sie darauf vorbereitet.

Bayerstorfer stellt klar, dass die jungen Männer bereits in der Einrichtung weitgehend auf sich alleine gestellt seien. Ein Betreuer helfe bei der Alltagsbewältigung, etwa bei Behördengängen, dem Umgang mit Geld sowie bei der Planung von Schule und Ausbildung. Die Sozialpädagogen seien aber auch „Ansprechpartner bei persönlichen Problemen auf dem Weg zum Erwachsenwerden“, sagt Bayerstorfer, „wir wollen einen stabilen Rahmen bieten“.

Derzeit prüft das Jugendamt, ob 2018 eine zweite Einrichtung geschaffen wird. „Wir könnten im ersten Quartal des neuen Jahres ein weiteres Haus im Landkreis durch einen anderen freien Träger anmieten, der auch die Betreuung übernehmen würde“, kündigt der Kreischef an. Gemeint ist das Josefsheim in Wartenberg. Das Konzept wäre das Gleiche.

Rubriklistenbild: © dpa

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