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Bloß nicht aufhören, wenn’s am schönsten ist: Timo Aichele, Daniel Wölfl, Ama Pola und Saskia Götz (v. l.) drehten spät am Abend im Sonic noch richtig auf. Das CD-Präsentationskonzert von Ama Pola ist am Samstag, 10. Februar, im Cord Club in München

Wohnzimmerkonzert im Sonic

Ama Pola: Ich hab das Leben aufgegeben, das man eben so lebt

Es war der Abend der großen Gefühle im Jugend- und Kulturzentrum „Sonic“ an der Dorfener Straße. Und es war ein langer Abend, nicht zuletzt, weil „Ama Pola“ aus Berglern die Zeit vergessen zu haben schien. „Ihr geht einfach, wenn ihr keinen Bock mehr habt“, meinte die 31 Jahre alte Flugbegleiterin, die bürgerlich Bianca Rondan Sanches heißt, irgendwann lächelnd in die Runde.

Erding Es war der Abend der großen Gefühle im Jugend- und Kulturzentrum „Sonic“ an der Dorfener Straße. Und es war ein langer Abend, nicht zuletzt, weil „Ama Pola“ aus Berglern die Zeit vergessen zu haben schien. „Ihr geht einfach, wenn ihr keinen Bock mehr habt“, meinte die 31 Jahre alte Flugbegleiterin, die bürgerlich Bianca Rondan Sanches heißt, irgendwann lächelnd in die Runde.

Aber es ging kaum jemand, und die, die blieben, erlebten die Umsetzung eines weiteren Bekenntnisses: „Dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, das hab’ ich nie verstanden. Ich find’ das einfach doof.“ So ging es den Gästen wohl auch, und so kam die Idee auf, dass doch Timo Aichele noch mal sein Akkordeon hervorholen solle. Der hatte mit der Band Francis aus Landshut gewissermaßen die Vorgruppe gegeben und ließ sich nicht lange bitten. Zusammen brachten sie „Traumtänzer“ in einer Version auf die Bühne, wie sie wohl nie wieder erklingen wird. Ob aus dieser spontanen Formation mal mehr wird, darf abgewartet, sogar gehofft werden. Selbst der singende Kinderpfleger Franz Deiminger alias Francis aus Landshut ist nach eigenem Bekunden noch immer auf der Suche nach einer vollständigen Band. Die Suche war, wie der Gitarrist, Sänger, und Songwriter andeutete, mit Aichele zwar durchaus erfolgreich, aber selbst der Multi-Instrumentalist (Keyboard, Akkordeon, Gitarre) und Redakteur ersetzt keinen Schlagzeuger.

Durchaus gesellschaftskritische Töne ließ der Landshuter anklingen, vor allem in seinem Song „We are the Voice“, bei dem auch Aichele, der sich sonst immer sehr zurücknahm, aus sich heraus ging.

Auch Ama Pola kam nicht allein auf die Bühne. Sie brachte mit Saskia Götz aus München eine fantastische Geigerin mit und mit Daniel Wölfel einen Bassisten, der zwar nicht durchgängig zum Einsatz kam, aber wenn, dann einfühlsam und gekonnt. Beide Gruppen passten perfekt zusammen. „Wir spielen jetzt einfach“, hatte noch Francis verkündet. Die Berglernerin wirkte sogar noch etwas verpeilter, was den Konzertablauf angeht, dafür aber lohnte es sich, bei ihren Texten ganz genau zuzuhören. Zwar hatte sie sehr wohl verstanden, dass sich „obszön“ auf „schön“ reimt, blieb aber bei Andeutungen, sorgte für Kopfkino, auch wenn sie über „Vögel“ „ohne „n“ sang. Dem Eindruck, ihre Lieder seien traurig, trat sie entgegen, wenn auch mit einem ganz eigenen Humor: „Ist gar nicht so trist. Das nächste Lied handelt von einer betrogenen Ehefrau. Das ist eins meiner fröhlicheren Lieder.“

Die Gäste machten es sich in den Sesseln gemütlich, wie man das in einem Wohnzimmer eben tut, naschten Gummibärchen und hatten die Augen geschlossen. Dann griff sie wieder in die Saiten, wurde autobiografisch und bekannte, auch Yoga zu machen. Sie formulierte im Songtext, was wohl vielen Musikern gemein ist: „Hab das Leben aufgegeben, das man eben so lebt.“

K. Kuhn

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