+
Zehn Jahre SV Zukunft: Es feierten (v. l. ) Birgit Mooser-Niefanger (SVZ), die Kickboxer Daniel Dörrer und Marco Rajkovic, Freisings Bürgermeisterin Eva Bönig, die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, Ministerialrat Helmut Krück (Kultusministerium), Schulleiterin Karin Buchner und Nicola Edler-Golla (SVZ). 

Zehn Jahre SV Zukunft

„In jedem von uns steckt ein Goldmedaillen-Gewinner“

Andere motivieren und fit für Niederlagen machen – das ist seit zehn Jahren das Motto des SV Zukunft (SVZ). Die Mutmacher blickten bei ihrer Jubiläumsfeier auf ihre Anfänge zurück – und hielten dabei die zahlreichen Besucher wortwörtlich in Atem.

Freising/Erding – „Es heißt nicht, ich habe verloren, sondern ich habe gelernt.“ Die Worte von Bürgermeisterin Eva Bönig ließen das Publikum in der Paul-Gerhardt-Schule in Freising gleich zu Beginn klatschen. Damit sprach sie den Mitgliedern des SV Zukunft aus der Seele, denn es ist nur eine der Einstellungen, die sie bei Jugendlichen erreichen wollen. Die jungen Teilnehmer lernen in den verschiedenen Trainingsprogrammen viel von ihren Coaches, die es im Leben selbst nicht immer einfach hatten. Obwohl der SVZ in Freising gegründet worden ist, sind die Coaches auch regelmäßig zu Gast im Landkreis Erding, speziell in der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg und der Mittelschule am Loderplatz in Erding. Der Geburtstag wurde aber nun in Freising gefeiert.

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Persönlichkeitsbildung. „Wir wollen die Kinder im Hinblick auf Niederlagen fit machen. Es ist wie aktuell beim Italien-Spiel. Auch die Fußballer mussten mit solch einer Niederlage umgehen“, sagte Schulleiterin Karin Buchner. Sie sei von Anfang an begeistert von dieser Idee gewesen, das Konzept auch bei ihren Schülern auszuprobieren, und bedankte sich daraufhin bei Birgit Mooser-Niefanger, der Initiatorin des SV Zukunft. Sie hatte die Organisation vor zehn Jahren gemeinsam mit Profi-Fußballer Bernhard Hirmer ins Leben gerufen, der jetzt Trainer in England ist. Niemals hätten sie gedacht, dass sie es zu so etwas Großem aufbauen könnten. Natürlich war das nur mit der Hilfe von vielen Partnern möglich.

„Nicht nur die Jugendlichen, sondern auch wir haben auf dieser Zeitreise viel gelernt. Wir haben Menschen mit Problemen getroffen, die man nicht für möglich hält. Wir haben gelernt, wie man mit einer Gruppe Jugendlichen am Besten umgeht und ihnen zeigt, dass sie an ihren Zielen festhalten sollen“, erinnerte sich Mooser-Niefanger und sprach damit auch gleich die Absichten eines ihrer Coaches an. Motivation aufbauen und Durchhaltevermögen stärken: Das ist das Anliegen des zehnfachen Kickboxweltmeisters Daniel Dörrer. Der Sportler machte mit den Jugendlichen verschiedenste Übungen. Eine führte er dem Publikum auch gleich vor: Die Augen schließen und beide Hände unter den Bauch legen, danach fünf Mal tief ein- und ausatmen – verschwunden ist die Anspannung. Perfekt geeignet, um die Nervosität vor einem großen Test loszuwerden.

Auch Verena Bentele, Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, betitelte den SVZ als „wahnsinnig tolle Idee“. Die zwölffache Paralympics-Siegerin im Biathlon ist wohl das beste Beispiel dafür, dass jeder Einzelne die Chance hat, das zu schaffen, was er will. „In jedem von uns steckt ein Goldmedaillen-Gewinner“, sagte Bentele. „Man muss nur daran glauben.“

Von Marie Oertel

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht böse“
Die evangelische Landeskirche führt Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare ein. 
„Gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht böse“
Neues Nein zur Montessori-Schule
Die Regierung von Oberbayern bremst die Montessori-Schule in Taufkirchen erneut aus. Die Behörde kritisiert, dass die neue Schule „hinter den öffentlichen Schulen …
Neues Nein zur Montessori-Schule
AfD-Politiker spricht in Kürze in Dorfen: So organisiert sich ein heftiger Widerstand im Ort
In zwei Wochen wird ein AfD-Politiker in Dorfen sprechen, dagegen gibt es heftigen Widerstand. Die Parteikritiker organisierten eine Gegenveranstaltung – mit vergifteter …
AfD-Politiker spricht in Kürze in Dorfen: So organisiert sich ein heftiger Widerstand im Ort
„Ich lebe meinen Traum!“
Farbe, Licht und nackte Füße – das zeichnet das Bühnenbild der Musikerin Ama Pola bei ihrem CD-Release aus. Vor 200 Leuten stellte die Berglernerin ihre eigene Musik vor.
„Ich lebe meinen Traum!“

Kommentare