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Keinen Fachkräftemangel bei den Zimmerern beklagte Innungsobermeister Georg Lippacher (stehend). 

Herbstversammlung

Zimmerer-Innung: Fachkräftemangel? „Wir können uns nicht beklagen“

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and auf, Land ab wird der Fachkräftemangel beklagt. Die Zimmerer im Landkreis scheinen davon nicht betroffen.

Landersdorf Land auf, Land ab wird der Fachkräftemangel beklagt. Die Zimmerer im Landkreis scheinen davon nicht betroffen. Das geht aus dem Jahresbericht von Innungsobermeister Georg Lippacher hervor.

Zur Herbstversammlung hatten sich rund 30 Zimmerer im Gasthaus Huber in Landersdorf getroffen. Die Handwerksmeister waren sich einig: „Zimmerer ist ein vielseitiger Beruf mit Zukunft.“ Nur müsse noch mehr getan werden, um das auch zu vermitteln. Die Auftragsbücher seien voll. „Wir können uns nicht beklagen“, sagte Lippacher. Auch von einer Konjunktureintrübung spüre man nichts. Das werde in der Boomregion um München wohl auch noch so bleiben. Von einem Arbeitskräftemangel sprach der Obermeister nicht. Werbung müsse jeder Betrieb und die Innung dennoch weiter machen für den Zimmererberuf, um auch künftig genügend Fachpersonal zu haben.

Der Obermeister empfahl dringend, an Schulen zu gehen und Werbung für den Berufsstand zu machen, wann immer sich dort eine Gelegenheit biete. „Wir müssen da sein“, sagte Lippacher.

Wenn etwa bei Berufsmessen an Bildungseinrichtungen nach dem Zimmerer gefragt werde „und wir nicht vor Ort sind, gibt das ein sehr schlechtes Bild“. Schüler und Eltern wollten wissen, was der Beruf zu bieten und welche Aufstiegschancen man habe. Oft hätten Schüler heute „null Ahnung“, was sie werden wollen, hat Lippacher festgestellt. Er empfehle daher jedem Schüler, mehrere Praktika zu machen. Diese müssten Zimmereien auch anbieten.

Die Situation bei „den Lehrlingen könnte besser sein“, erklärte Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger. Aber heute wollten die Eltern, dass ihre Kinder vor allem auf weiterführende Schulen gehen. Fürs Handwerk blieben nicht mehr so viele übrig. Lehrlingswart Rupert Wagner urteilte dennoch: „Im Großen und Ganzen ist alles okay.“

Er berichtete über die Gesellen- und Zwischenprüfungen. 19 Lehrlinge stellten sich der Gesellenprüfung, 15 der Zwischenprüfung, davon zwei aus Ebersberg und einer mit dualem Studium. Wagner bedauerte, dass ein Prüfling den Theorieteil und gleich vier den Praxisteil der Gesellenprüfung nicht geschafft haben: „Das gab’s noch nie. Ich hoffe, das war ein Ausrutscher.“

Die Berufsschule Erding besuchen aktuell in den drei Ausbildungsjahrgangsstufen 65 Zimmererlehrlinge, 2018 waren es noch 74. „Unsere drei Lehrlinge sind miteinander in der Berufsschule“, kritisierte Anton Schlehhuber sen. Es sollte möglich sein, das besser für die Betriebe zu steuern. Wagner befürchtete, dass man da nicht viel Einfluss habe. Lippacher versprach, mit den Verantwortlichen zu reden.

Die Digitalisierung im Produktionsprozess kommt auch bei den Zimmerern immer mehr. Gefordert wurde, dass die Azubis dennoch erst das Handwerk und dann die Computertechnik lernen sollten. Manche könnten oft kein Brett mehr händisch abschneiden, wurde kritisiert. Handwerkliches arbeiten ja, aber man dürfe auch vor der Zukunft die Augen nicht versclließen, sagte Lippacher.

Hermann Weingartner

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