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Drei Riegel in dieser Form sind geplant. Hier sollen Sicherheitsbeamte des Bundes und des Landes wohnen. 

Großprojekt im Nordwesten von Erding

Zuhause auf Zeit: Boardinghouse  für 200 Beamte

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Wohnungen sind rar und teuer in der Flughafen-Region. Für Airport-Sicherheitsbeamte wird bei Erding ein Boardinghouse gebaut. Nach drei Jahren kommt wieder Bewegung in das Projekt.

Erding – Öffentlich war bei dem Thema schon fast drei Jahre Sendepause. Jetzt geht es voran mit dem Quartier für Flughafen-Sicherheitskräfte vor den Toren von Erding. Hinter den Kulissen wurde freilich weiter geplant und verhandelt. Die Erdinger Stadtverwaltung hat dem Planungs- und Bauausschuss am Donnerstagabend einen neuen Bebauungsplan präsentiert. Das Gremium stimmte der Ausweisung des Sondergebiets zwischen Tennishalle und Anton-Bruckner-Straße geschlossen zu.

Auf dem 4200 Quadratmeter großen Grundstück will die Scharl-Gruppe etwa 200 Wohnungen sowie Büros und Schulungsräume schaffen. Nach der Fertigstellung des 30-Millionen-Euro-Projekts werden die Gebäude an die Bundes-Immobilienanstalt Bima vermietet.

Der Mietmarkt in der Flughafenregion ist bereits jetzt auch durch Beamte am Airport stark belastet. „Wir wissen ja, dass der Flughafen alles an Wohnungen abgrast, was zu kriegen ist“, sagte Stadtbaumeister Sebastian Henrich in der Sitzung. Diese Entwicklung sei aber noch lange nicht am Ende, erklärte Bauträger Georg Scharl im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die Politik hat entschieden, dass die Sicherheitskräfte an Flughäfen verdoppelt werden.“

Die wesentliche Änderung im Vergleich zur ersten Fassung des Bebauungsplans ist der Nutzungszweck. Es handelt sich nun um ein „Sondergebiet Bundes- und Landesbehörden“. Damit können dort nicht nur Bundespolizisten wohnen, wie ursprünglich formuliert, sondern zum Beispiel auch Mitarbeiter des Zolls und der Landespolizei.

Die Unterbringung soll ein Boardinghouse mit Apartments unter 25 Quadratmetern werden. Die Nutzungsdauer könne bei jeweils drei bis sechs Monaten liege, meinte Scharl. Das entspreche genau dem Bedarf der Beamten. „Viele bilden derzeit Fahrgemeinschaften bis nach Deggendorf runter“, erzählte Scharl. Ein Boardinghouse wird auch „Zuhause auf Zeit“ genannt. Dort sind die Aufenthalte in der Regel länger als in Pensionen. Zusätzlich sind zwei Wohnungen für Aufsichtspersonal geplant. Der Begriff Boardinghouse sei bewusst gewählt, erklärte Andreas Erhard, Jurist der Stadt Erding, „damit das nicht zu einem dauerhaften Wohnen ausufern kann“.

Auch die Gemeinde Oberding sei eingebunden gewesen, berichtete OB Max Gotz in der Sitzung. Schließlich gehe es bei der Planung auch um Fragen der Verkehrsanbindung. „Das ist ein Akzent für die Entlastung des Wohnungsmarkts“, sagte Gotz. Zudem werde das Objekt im Nordwesten der Kreisstadt auch Verkehrsentlastung bringen, sagte Planer Christian Brunner auf Nachfrage. Es werde ein Ausweichquartier geschaffen für Menschen, die momentan aufs ganze Stadtgebiet verteilt wohnen.

Der Grund für die Verzögerung sei vor allem ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gewesen, berichtet Brunner. Dabei ging es um die Anmietung von solchen Gebäuden durch die öffentliche Hand. „Wir wollten das hundertprozentig abklären“, so Brunner, bevor eine unsichere Vertragssituation entstehe.

Grünen-Stadtrat Herbert Maier monierte, dass mit den nur leicht geneigten Dächern keine Solaranlagen möglich seien. Auf seinen Einwand hin wurde ein Passus aufgenommen, wonach Photovoltaik- und Solarthermie unter bestimmten Bedingungen zulässig sind.

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