Israel schränkt Zugang zum Tempelberg wieder ein - Neue Gewalt befürchtet

Israel schränkt Zugang zum Tempelberg wieder ein - Neue Gewalt befürchtet
Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Zukunft von Erding-West: Gute Idee von der „falschen“ Fraktion?

  • schließen

Die Debatte um das geplante Industriegebiet Erding-West kommt nicht zu Ruhe. Jetzt kommen die ersten Alternativvorschläge. Und die sind es wert, konkreter betrachtet zu werden, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Nein, an den Plänen für die XXL-Logistikhalle in Erding-West ist nicht alles schlecht. Sie wecken die Kreativität einiger Fraktionen. Die SPD bringt das in weiten Teilen brach liegende Gewerbegebiet in Aufhausen ins Spiel, wenn es etwa um Flächen für Handwerk und Mittelstand sowie für den Recyclinghof geht. Erding Jetzt geht noch einen Schritt weiter und schlägt für die Fläche an der Dachauer Straße und an der Sigwolfstraße einen Campus mit Wohn- und Gewerbenutzung vor. Diese Idee hat Charme, weil sich hier ein ganzes Stadtviertel entwickeln ließe.

Freie Wähler und Grüne eint das Nein – zumindest wenn es um Großlogistiker in der 80 000-Quadratmeter-Halle geht. Die CSU ist nun – reichlich spät – auch auf diese Linie eingeschwenkt.

Sie und ihr OB Max Gotz haben aus der bisherigen Geschichte des Industriegebiets hoffentlich gelernt. Denn vor allem Gotz hatte im Dezember 2016, als die Pläne erstmals konkreter wurden, kräftig die Werbetrommel gerührt und dem Stadtrat in seiner kaum Widerspruch duldenden Art und Merkelscher Alternativlosigkeit weis zu machen versucht, dass es Handwerker- und Recyclinghof nur in Verbindung mit der Halle gebe.

Mag ja sein, dass die beiden Grundeigentümer zu diesem Zeitpunkt nur unter der Prämisse zum Verkauf bereit waren. Es entsteht kein allgemeiner Schaden, wenn der Deal platzt. Aber: Die Realisierung eines Campus dürfte kaum weniger einbringen.

Die Notwendigkeit eines neuen, größeren und sichereren Wertstoffhofs darf die Debatte nicht länger bestimmen. Man kann nur staunen: Eine Stadt, die erst zur Großen Kreisstadt und dann zum Oberzentrum aufsteigt, die dem Freistaat einen längeren Bahn-Tunnel abtrotzt, die für 20 Millionen Euro eine Schule saniert, die für viel Geld ihr Erholungsgebiet und ihren Stadtpark aufwertet, der gelingt es nicht, ein paar Quadratmeter für einen Wertstoffhof aufzubringen. Ist nicht wahr, oder!?

Eggers Campus-Pläne verdienen eine nähere Betrachtung. Die Animation, die im Internet tausendfach für Furore gesorgt hat, mag noch recht ungenau und holzschnittartig gewesen sein. Den Versuch, den Mangel von Gewerbe- und Wohnflächen auf einmal zu lindern, sollte die Stadt wagen. Bedauerlich wäre, wenn die Idee untergeht, nur weil sie von der „falschen“ Fraktion kommt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Frauenhaus: Kreisräte wollen endlich mitreden
Nach der Kreistagssitzung am Montag sind die Fronten beim Thema Frauenhaus weiter verhärtet. Da hatte der Landrat nach seiner „Bekanntmachung“ dazu keine Diskussion …
Frauenhaus: Kreisräte wollen endlich mitreden
Zu teuer? Streit um Schüler-Kunst
Das nächste Projekt von Stadtteilkunst wird wieder von Schülern gestaltet. Diesmal werden die weiterführenden Schulen Exponate im öffentlichen Raum schaffen. Harry …
Zu teuer? Streit um Schüler-Kunst
Machtmensch Bayerstorfer hat sich völlig vergaloppiert
Der Streit ums Frauenhaus eskaliert: Jetzt wehrt sich sogar die Kirche gegen die harten Vorwürfe des Erdinger Landrats. Der ist übers Ziel hinausgeschossen, meint …
Machtmensch Bayerstorfer hat sich völlig vergaloppiert
Kirche auf Konfrontationskurs zum Landrat
Beim Sozialdienst katholischer Frauen und bei der Erzdiözese München-Freising ist man entsetzt über die schweren Vorwürfe, die Landrat Martin Bayerstorfer gegen den …
Kirche auf Konfrontationskurs zum Landrat

Kommentare