Schock-Nachricht: Schlagerstar Vanessa Mai verletzt sich bei Bühnen-Unfall schwer

Schock-Nachricht: Schlagerstar Vanessa Mai verletzt sich bei Bühnen-Unfall schwer
+
Menschen in psychischen Ausnahmesituationen müssen besonders geschützt werden - oft auch vor sich selbst. Für Zwangseinweisungen gelten jedoch sehr strenge Regeln.

Zwangseinweisung in die Psychiatrie

Menschliche Zeitbomben

  • schließen

Sucht, Psychose, Verzweiflung, Selbstötungsabsicht – im Landkreis Erding mussten vergangenes Jahr über 300 Menschen vor sich und anderen geschützt werden.

Erding - Es ist eine scharfe Waffe im bayerischen Recht: „Wer psychisch krank oder infolge Geistesschwäche beziehungsweise Sucht psychisch gestört ist und dadurch die öffentliche Sicherheit oder Ordnung erheblich gefährdet, kann gegen oder ohne seinen Willen in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in einer anderen Einrichtung untergebracht werden.“ So lautet die Präambel des Bayerischen Unterbringungsrechts. 2017 waren allein im Kreis Erding über 300 Menschen davon betroffen. Diese Zahl nennt Landrat Martin Bayerstorfer. Dabei arbeitet die Kreisverwaltung eng mit Polizei und Justiz zusammen.

Die Palette reichte von den verschiedensten psychischen Krankheiten über Suizidversuche und -androhungen, erheblichen Rauschzuständen in Folge von Alkohol- und/oder Drogenkonsum bis hin tu in aller Regel demenzbedingter Hilflosigkeit, bilanziert Bayerstorfer.

Allein das Landratsamt musste 29 Personen sofort in Gewahrsam nehmen – zur „Entschärfung unmittelbarer Eigen- und Fremdgefährung“, heißt es in der Statistik der Verbraucherschutzabteilung. Elf Fälle betrafen Passagiere, Obdachlose und Asylbewerber, die am Flughafen München aufgegriffen wurden.

Die Polizeidienststellen in Erding, Dorfen und am Flughafen mussten weitere 110 Personen außerhalb der Dienstzeiten der Kreisverwaltung sofort einweisen. Viele dieser Personen werden ins Isar-Amper-Klinikum nach Taufkirchen oder in die Psychiatrie in München-Haar eingeliefert. Laut Bayerstorfer sind etwa 25 Patienten binnen eines Jahres mehrmals auffällig geworden.

Dem Landrat liegt daran, dass diese Personen mit ihren Problemen und der Einweisung nicht alleine gelassen werden. Zudem geht es um einen dauerhaften Schutz der Allgemeinheit. „Zur Verbesserung der Lebensumstände und zur Vermeidung weiterer Gefahren werden für jeden Einzelfall fachbereichsübergreifend verschiedene individuelle Maßnahmen geprüft.“

33 Personen wurde empfohlen, sich an eine Suchtberatung zu wenden. In 13 Fällen folgten eingehende Gespräche mit einem Amtsarzt. Bei vier Personen mit Waffenscheinen überprüfte das Landratsamt, ob die waffenrechtliche Zuverlässigkeit noch gegeben ist. Bei drei Betreuten lotete die Führerscheinstelle aus, ob sie ihre Fahrerlaubnis behalten dürfen. Das Jugendamt übernahm 14 Fälle, die Betreuungsstelle 58 sowie das Asylmanagement 15.

Behörden wie das Landratsamt oder die Polizei dürfen akute Zwangseinweisungen nur dann vornehmen, wenn unmittelbare Gefahr besteht. In allen Fällen, spätestens binnen 48 Stunden, muss ein Richter den Vorgang überprüfen und entscheiden, ob die erzwungene Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus zulässig ist. Die Justiz prüft dies in der Folge regelmäßig.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht böse“
Die evangelische Landeskirche führt Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare ein. 
„Gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht böse“
Neues Nein zur Montessori-Schule
Die Regierung von Oberbayern bremst die Montessori-Schule in Taufkirchen erneut aus. Die Behörde kritisiert, dass die neue Schule „hinter den öffentlichen Schulen …
Neues Nein zur Montessori-Schule
AfD-Politiker spricht in Kürze in Dorfen: So organisiert sich ein heftiger Widerstand im Ort
In zwei Wochen wird ein AfD-Politiker in Dorfen sprechen, dagegen gibt es heftigen Widerstand. Die Parteikritiker organisierten eine Gegenveranstaltung – mit vergifteter …
AfD-Politiker spricht in Kürze in Dorfen: So organisiert sich ein heftiger Widerstand im Ort
„Ich lebe meinen Traum!“
Farbe, Licht und nackte Füße – das zeichnet das Bühnenbild der Musikerin Ama Pola bei ihrem CD-Release aus. Vor 200 Leuten stellte die Berglernerin ihre eigene Musik vor.
„Ich lebe meinen Traum!“

Kommentare