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Erdings ältester Bebauungsplan betrifft das Gebiet zwischen Dorfener Straße (links oben) und B388 (Diagonale nach rechts unten). Hier soll Wohnraum in großem Stil realisiert werden.

Zwei Bebauungspläne XXL

Hunderte neue Wohnungen für Erding

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Erding - Der Erdinger Stadtrat schiebt zwei große Bauvorhaben an: an der B388 am ehemaligen Poststadel sowie im Erdbeerfeld in Erding-West. Mehrere hundert Wohnungen sollen entstehen.

Ein „Dauerbrenner“ der Erdinger Stadtpolitik, so OB Max Gotz (CSU), könnte nach fast 33 Jahren endlich realisiert werden: der Bebauungsplan Nummer 88 für das Gebiet südlich der Dorfener Straße und westlich der B 388, Poststadl genannt. Die Mitglieder des Bauausschusses segneten den Entwurf einstimmig ab. Der Poststadl war immer wieder Thema, seit 1983 die Entscheidung gefallen war, diesen Bebauungsplan aufzustellen.

Unter anderem ruhte er, weil sich die Eigentümer nicht über die Umlegung der Erschließungskosten einigen konnten. Im vorigen Jahr schließlich wurde der Vorentwurf erstmals ausgelegt. „Man hat festgestellt, dass die Versickerung von Regenwasser nur in einem kleinen Teilbereich im Nordwesten des Gebietes möglich ist“, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Henrich in der Sitzung. Dieses Areal ist nun im neuen Entwurf als Spielwiese dargestellt. „Dort darf keine Bebauung sein“, sagte Henrich.

Es sei gelungen, bei gleichbleibender Geschossfläche die Gebäude im Inneren des Gebietes so zu verschieben, dass die Fläche frei wird. Außerdem will man auf einen Straßenabschnitt im Nordwesten verzichten. Die Planung sei mit den Grundstückseigentümern abgestimmt und orientiere sich sehr nah am bisherigen Plan.

„Und wir haben alle Wünsche des Stadtrats umgesetzt“, berichtete Gotz. So gebe es etwa keine Zufahrt über die Friedrich-Herbig-Straße, dafür aber entsprechenden Lärmschutz. „Wir reden immer über Wohnraumknappheit. Jetzt müssen wir dringend weiter kommen im Verfahren“, sagte der OB.

Bei den Stadträten im Ausschuss stieß der neue Plan auf Zustimmung. Herbert Maier (Grüne) wies auf die für Solaranlagen ideale Ausrichtung der Gebäude hin und stellte die Frage, ob ein Blockheizkraftwerk im Gebiet geplant sei. Gotz versprach, beides aufzunehmen.

Günther Adelsberger (CSU) kritisierte die wegfallende Straße, da sämtliche Häuser so nur über die Max-Kraus-Straße erschlossen würden. Rettungsdienste und Versorgungsfahrzeuge könnten die Gebäude direkt anfahren, antwortete Gotz. Und die Anwohner sollten die Tiefgaragen nutzen.

Ebenfalls einstimmig fiel der Billigungsbeschluss für den Bebauungsplan Nummer 171 III für das Areal westlich der Sandgrubensiedlung, nachdem das Gremium Bedenken und Stellungnahmen abgearbeitet hatte.

Der wohl wichtigste Hinweis kam vom Wasserwirtschaftsamt. Die Behörde weist darauf hin, dass sich beim Hochwasserschutzkonzept herausgestellt habe, dass die Verrohrung des Itzlinger Grabens ab der Franzensbader Straße weniger leistungsfähig sei als angenommen. Es könne zu Überschwemmungen der Dachauer Straße an der südöstlichen Ecke des Plangebiets kommen.

Daher solle die Verrohrung so ergänzt werden, dass Leistungsspitzen abgeführt werden können. Laut Wasserwirtschaftsamt entsteht im Zuge des Bebauungsplans durch den Lärmschutzwall an der Dachauer Straße ein Flutschutz für das Planungsgebiet. Der Grünstreifen an der Ostseite müsste jedoch etwas angehoben werden.

Zudem schlägt das Amt vor, die im Konzept aufgezeigten Ansätze zum Hochwasserschutz am Itzlinger Graben „mit Nachdruck weiter zu verfolgen“. Für die Übergangszeit werden technische und organisatorische Vorkehrungen für Hochwassereinsätze am Itzlinger Graben wie die Bedienung des Rechens an der Wasserwerkstraße zur optimalen Ausnutzung der Kapazität der Verrohrung vorgeschlagen.

Auch ein provisorischer Rückhalt südlich der B 388 kam zur Sprache. „An diese Hinweise halten wir uns streng“, sagte Henrich.

Bedenken einiger Anwohner der St. Vinzenzsiedlung, vor allem die neuen Punkthäuser könnten ihre Grundstücke verschatten und deren Bewohner dort ungeschützt hineinschauen, wiesen Gotz und Henrich zurück. Man habe eigens eine Besonnungsstudie anfertigen lassen – mit dem Ergebnis, dass alle Wohnhäuser östlich des Plangebietes genügend Licht bekommen. Die vorgeschriebenen Abstandsflächen seien großzügig eingehalten. Bei der Breite der Radwege geht die Stadt laut Gotz „über die gesetzliche Regelung hinaus“: Sie werden statt 2,50 Meter mindestens drei Meter breit.

Beide Pläne sind für Gotz ein „deutlicher Fingerzeig in Richtung Wohnungsentwicklung“. Einige hundert neue Wohnungen entstehen, so Henrich. Westlich der Sandgrubensiedlung würde „eine dreistellige Zahl“ gebaut. Allein in der „Schlange“ entlang der B 388 seien seien 62 Reihenhäuser geplant, etwa 160 Wohnungen im Inneren.

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