Gerhard Vogt und Karl „Gschmei“ Schmid sind jetzt auch Mitglieder bei den Roten Funken

Zwei Erdinger Narren im Kölner Karnevalshimmel

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
    schließen

Premiere und Ehre zugleich: Die beiden Erdinger Narrhalla-Stützen Gerhard Vogt und Karl „Gschmei" Schmid sind jetzt auch stolze Mitglieder der Roten Funken in Köln.

Erdinger-Kölner Verbindung (v. l.): Heinz-Günther Hunold, Präsident der Roten Funken, Gerhard Vogt, Knubbelführer Konstantin Brovot und Karl „Gschmei“ Schmid.

Erding/Köln – Sie sind zwei Narren im besten Sinne des Wortes: Gerhard Vogt und Karl „Gschmei“ Schmid. Jetzt haben es die beiden Erdinger, seit vielen Jahren Stützen der Narrhalla, sogar schriftlich. Sie sind nämlich stolze Mitglieder der Kölsche Funke rut wiess vun 1823, dem ältesten Traditionskorps der Karnevalshochburg Köln.

Das ist keine Selbstverständlichkeit. Die Roten Funken überlegen sich genau, wen sie in ihre Reihen lassen. Die Bewerber müssen vor dem so genannten Ballotage-Ausschuss Rede und Antwort stehen. „Da wirst du in die Mangel genommen und auf Herz und Nieren geprüft“, erzählt Vogt. Vor allem, wenn du von auswärts kommst. Schließlich wird erwartet, dass die Mitglieder aktiv am Vereinsleben teilnehmen, und nicht nur einmal pro Jahr zu den närrischen Höhepunkten anreisen.

„Es ist nicht so ohne, dass sie dich akzeptieren. Normalerweise musst du zwei Jahre hospitieren und brauchst zwei Bürgen“, erzählt Vogt vom Weg zur Mitgliedschaft. Die beiden Erdinger mussten nur ein Jahr hospitieren. So gut kannten die Kölner sie bereits und wussten um ihre närrische Leidenschaft.

Diese führte dazu, dass Vogt und Schmid schon einmal beim Rosenmontagszug mitfahren durften – auf einem Wagen der Roten Funken – in Leih-Uniform. Bei Vogt ist das jetzt 13 Jahre her. Ihm wurde die Ehre zum 40. Geburtstag zuteil. Schmid durfte im Februar 2018 Kamelle werfen – ein Geschenk von Freunden zum 50. „Du hast wirklich das Gefühl, die Millionen von Menschen warten nur auf dich“, erinnert sich Vogt. „Da läuft’s dir kalt den Buckel runter. Das kann man nicht beschreiben.“

Durch Vogt kam die Narrhalla auch mit den Roten Funken in Kontakt. Der Erdinger hatte Anfang November 1997 eine Stelle bei der Firma Profi-Miet angetreten. „Meinen Chef hab’ ich nur wenige Tage gesehen. Dann war er bis Aschermittwoch 1998 verschwunden“, erinnert sich der Erdinger. Sein damaliger Chef Konstantin Brovot, Karnevalist aus Leidenschaft, war damals Prinz Karneval im Dreigestirn und in Köln monatelang unabkömmlich. Die beiden wurden Freunde. Brovot heiratete später sogar eine Erdingerin, die ehemalige Faschingsprinzessin Britta Nitschke.

Als Vogt 2005 Narrhalla-Prinz in Erding war und die Faschingsgesellschaft 75. Jubiläum feierte, übernahmen die Roten Funken die Patenschaft für die neue Standarte. Viele Erdinger erinnern sich heute noch an den beeindruckenden Auftritt der Kölner mit ihrem Funkenmariechen auf dem Grünen Markt.

Große Ehre: 2007 durfte Gerhard Vogt in einer Leih-Uniform der Roten Funken auf deren Wagen beim Rosenmontagszug in Köln mitfahren.

Kontakt halten, die Freundschaften pflegen: „Das ist uns wichtig“, sagt Vogt. Jahr für Jahr fahren die Erdinger einige Male nach Köln und freuen sich über Gegenbesuche. Vogt und Schmid waren am 8. August in Köln vor dem Ballotage-Ausschuss. Es war Vogts Hochzeitstag, deshalb war seine Gattin Anette selbstverständlich dabei und feierte mit ihrem Ehemann kurzerhand am Rhein.

Der Ballotage-Ausschuss empfiehlt dem Vorstand die Aufnahme – oder nicht. „Wir haben mit dem Ergebnis erst im September in schriftlicher Form gerechnet“, sagt Vogt. Umso überraschter waren Schmid und er, als sie am vergangenen Sonntag beim Knubbelfrühschoppen in Köln die Mitgliedsnadel angesteckt bekamen und ihnen Präsident Heinz-Günther Hunold persönlich gratulierte.

Knubbel heißen bei den Roten Funken übrigens die vier Abteilungen, in die der große Korps eingeteilt ist. Diesem „eingeschworenen Haufen“ gehören 60 bis 80 Mann an – „im Alter von 22 bis 85 Jahren“, erklärt Vogt. Anzug und Krawatte sind bei Knubbelabenden Pflicht. Im Oktober sind die beiden Erdinger Gastgeber einer solchen Veranstaltung – in Köln. Dazu will Vogt mit seinem Spanferkel-Grill anreisen.

Er hofft wie Schmid, dass der Fasching beziehungsweise Karneval 2020/21 trotz Corna stattfinden kann – wenn auch unter ganz anderen Vorgaben als bisher.

Rubriklistenbild: © privat

Auch interessant

Kommentare