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Zwei Kreisel und eine Einbahnstraße stadtauswärts?

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Erding – Sie ist eine der unfallträchtigsten Stellen in Erding: die Kreuzung Rennweg/Siglfinger Straße. Ein Kreisel soll dies ändern. Einfach wird dessen Bau allerdings nicht, denn die Stadt braucht rund 730 Quadratmeter Grund dafür. Und der Eigentümer der beiden freien Flächen am Rennweg sperrt sich.

Schon in der Senioren-Bürgerversammlung vor zwei Wochen hatte Gotz erklärt, dass der Grundbesitzer Schwierigkeiten mache. „Eigentum verpflichtet“, mahnte der OB: „Wir nehmen nichts weg. Er wird entschädigt.“ Mit der Aufstellung eines Bebauungsplans will sich der Stadtrat für die Verhandlungen rüsten. Am Dienstag hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr die Weichen dafür gestellt.

33 Meter Durchmesser könnte der Kreisel einmal haben. Diese Größe könne die aktuellen Verkehrsströme von stündlich 1300 Kraftfahrzeugen und einen weiteren Zuwachs von bis zu 14 Prozent aufnehmen, so Verkehrsplaner Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer. Zudem biete der Kreisel die Chance, das Tempo der Verkehrsgeschwindigkeit herunterzuschrauben“, betonte Gotz angesichts der vielen Berufs- und FOS/BOS-Schüler. Er sprach sich für die große Lösung an diesem „Verdruss-Eck“ aus, schließlich seien dort auch Gelenkbusse und Landwirte unterwegs.

Nicht nur diese Kreuzung wird von der Stadt überplant. Auch stadteinwärts wird sich einiges tun. Der Rennweg soll beidseitig Radschutzstreifen bekommen, die Freisinger Straße ebenfalls – zumindest bis zur Einmündung Melkstattstraße. Ab dort sollen nur noch 30 km/h erlaubt sein. Der Grund: Hier ist die Freisinger Straße zu schmal für Radstreifen.

Klärungsbedarf gibt es bei der Gestaltung des Einmündungsbereichs der Melkstattstraße. Die Planer wollen sie verengen. Das stieß bei Walter Rauscher und Josef Biller (beide CSU) auf Kritik. Rauscher will einen Kreisel prüfen lassen, Biller wenigstens eine so breite Fahrbahn, dass Rechtsabbieger nicht durch Linksabbieger ausgebremst werden.

Während der geplante Mini-Kreisel an der Freisinger Straße auf Höhe der Einmündung Krankenhausstraße für wenig Diskussionen sorgte, wurde die Debatte jenseits der Freisinger Brücke – sie muss bekanntlich neu gebaut werden – an der Einmündung Lange Zeile/Am Gries intensiver. Planer Ammerl hatte dort Verkehrszählungen samt Videobeobachtungen zu den Hauptverkehrszeiten abends durchführen lassen und berichtete von den Ergebnissen. 1400 Fahrzeuge seien dort stündlich gezählt worden. Er sprach von einer „ganz kuriosen Situation“. Dass dieser Bereich überlastet ist, verwunderte die Stadträte nicht.

Lösungsvorschläge sind angesichts der umliegenden Bebauung schwierig. Ammler schlug vor, das Linksabbiegen von der Freisinger Straße in die Straße Am Gries zu verbieten. Nur so könne ein Rückstau in den Mini-Kreisel vor der Freisinger Brücke verhindert werden. Andere Optionen, wie etwa die Rückkehr zur abknickenden Vorfahrt von der Langen Zeile in die Freisinger Straße, schloss Ammerl aus. Sie würden die Verkehrsströme nicht entzerren und zu keiner Entlastung führen.

Gotz hielt das Linksabbiegeverbot „für die schlimmste Variante. Das wäre das eindeutige Signal, den Verkehr in die Innenstadt zu führen“. Er schlug vielmehr vor, die Freisinger Straße ab der Einmündung Lange Zeile/Am Gries stadtauswärts bis nach der Brücke als Einbahnstraße zu führen. Das kam bei den Stadträten ganz gut an. Nur Hermann Schießl (CSU) gefiel sie nicht. „Manchmal will man ab und zu noch in die Stadt rein“, meinte er. Ammerl wird die Einbahnstraßen-Variante prüfen. Hans Egger (Erding Jetzt), Horst Schmidt (SPD) und Stephan Treffler (ÖDP) wiesen darauf hin, die Münchener Straße hier nicht außer Acht zu lassen. Dort ist das Linksabbiegen von der Krankenhausstraße Richtung Innenstadt derzeit verboten.

Gabi Zierz

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