+
Justitias Neue: Amsgerichtsdirektorin Ingrid Kaps (M.) begrüßt Bianka Kampert (l.) und Katharina Höhne.

Zwei neue Juristinnen am Amtsgericht – Zusätzliche Flüchtlingsstelle

Rekord in Roben

  • schließen

Für das Amtsgericht Erding war bereits im Oktober Bescherung: Direktorin Ingrid Kaps begrüßte zwei neue Richterinnen – Katharina Höhne und Bianka Kampert. Nun stellte sie die beiden 29 Jahre alten Juristinnen der Öffentlichkeit vor.

Erding - Damit ist das Gericht personell so stark besetzt wie noch nie: 17 Richter sprechen an der Münchener Straße Urteile, elf Frauen und sechs Männer. Eine Stelle bekam Erding neu zugewiesen – wegen der gestiegenen Anforderungen an die Justiz in Folge der Flüchtlingswelle 2015. „Vor allem die Fälle von Abschiebehaft nehmen zu“, berichtete Kaps.

Bianka Kampert kommt aus Hallbergmoos. Nach dem Abitur in Neufahrn studierte sie Jura. Ihr Referendariat verbrachte sie in Landshut. Unter anderem war sie am Amtsgericht Freising und bei der Staatsanwaltschaft Landshut. Danach wechselte Kampert für drei Jahre an die Staatsanwaltschaft Ingolstadt. Erding ist ihre erste Richterstelle. Zuständig ist Kampert vor allem für Zivilsachen. Aber auch als Ermittlungsrichterin wird sie tätig sein.

Privat reitet und liest die Juristin gerne. Und: Sie ist eine ambitionierte Standard- und Lateintänzerin, was nicht heißt, dass sie sich in ihren Prozessen auf der Nase herumtanzen lässt.

Katharina Höhne kommt aus Bamberg. Ihr Abitur machte sie am Institut der Englischen Fräulein in Bayreuth. Nach dem Jurastudium ging sie zum Referendariat nach Darmstadt. Zweieinhalb Jahre war Höhne später als Rechtsanwältin in einer großen Kanzlei mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht in München tätig.

In Erding ist sie zunächst Richterin auf Probe. Auch sie wird im Bereich des Zivilrechts eingesetzt, ist aber auch für Ordnungswidrigkeiten im Strafrecht zuständig. Soeben hat sie ihre Doktorarbeit, in der sich die Juristin mit dem Datenschutz beschäftigt hat. Höhne wohnt in München. In ihrer Freizeit spielt sie gerne Tennis und Klavier oder geht zum Skifahren. Höhne hat die zusätzliche „Flüchtlingsstelle“ inne, die laut Kaps vorerst bis 2019 befristet ist. Ihre Kollegin Kampert folgt auf Ramona Wolfe, die an die Staatsanwaltschaft München I gewechselt ist.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Erding die befristete Stelle dauerhaft bleibt, denn das hiesige Amtsgericht gehört nach den Worten Kaps’ nach wie vor zu denen mit der höchsten Belastung in ganz Bayern. Immerhin: Eine leichte Entlastung ist in Sicht: „Die Zivilsachen schießen nicht mehr wie in den vergangenen Jahren durch die Decke. Die Zunahme geht zurück beziehungsweise stagniert auf hohem Niveau“, sagte die Direktorin. Bayernweit sei allerdings ein leichter Rückgang zu spüren. Die hohe Fallzahl in Erding resultiert bekanntlich aus der Zuständigkeit für den Flughafen. An der Münchener Straße streiten jährlich hunderte Fluggäste mit Airlines und Reiseveranstaltern. Aber auch die Abschiebungen betreffen Erding laut Kaps deutlich stärker als andere Gerichte – was ebenfalls am Flughafen liege.

Mit Höhne und Kampert wird die Justiz in Erding noch weiblicher. 60 Prozent der Richter sind Frauen. „Das liegt daran, dass der Staat als Arbeitgeber familienfreundliche Teilzeitmodelle bieten kann“, sage Kaps.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vom Bierteufel zum „10er“
Festlwirt – Kurvenwirt – Bierteufel – Saltire – das Lokal am Ende der Langen Zeile in Erding hatte schon viele Namen und ein lange Geschichte. Jetzt macht es wieder auf …
Vom Bierteufel zum „10er“
Audi-Fahrer mit Brüchen am Brustkorb im Klinikum
Er hatte keine Chance. Auf dem Weg in Richtung Taufkirchen rammte ein Transporter seinen Audi. Der Autofahrer musste am Ende ins Klinikum Erding.
Audi-Fahrer mit Brüchen am Brustkorb im Klinikum
Der Bürgermeister hat keine Zeit für Urlaub
Straßenbauarbeiten, Brückensanierungen, Recyclinghof, Feuerwehrhaus und, und, und: In der Gemeinde Bockhorn gibt es in den Sommerferien viel anzupacken oder zu planen. …
Der Bürgermeister hat keine Zeit für Urlaub
Wie gut, dass es die Rosi gibt
Volksfest ist für Rosmarie Grübel eigentlich das ganze Jahr. Sie zieht von März bis Oktober von Festzelt zu Festzelt. 20 Jahre lang macht die Rosi, wie sie gerufen wird, …
Wie gut, dass es die Rosi gibt

Kommentare