Eine der wenigen lebenden Jazz-Legenden: Billy Cobham kommt dieses Jahr mit seiner Band zu den Erdinger Jazz Tagen. Foto: fkn

Jazz Tage Erding

Jazz Tage Erding: Zwei Stars und eine Uraufführung

Erding –Die Jazz Tage Erding dauern dieses Jahr einen Tag länger, zudem sind die Musiker internationaler aufgestellt, und es gibt zum ersten Mal eine Uraufführung. Das Festival dauert von Donnerstag, 3. November, bis Sonntag, 6. November.

Christian Wanninger, Pressesprecher der Stadt Erding und Mitglied des Organisationsteams, freut sich über das Programm der diesjährigen Jazz Tage Erding. Die Verlängerung war geplant, denn der Sonntagabend habe sich als schlechter Konzerttermin erwiesen: „Deshalb starten wir heuer schon am Donnerstagabend, beenden das Festival aber mit der Matinée am Sonntagvormittag.“

Die Internationalität hingegen habe sich „durch Zufall“ ergeben. Wanninger ist mit der Verpflichtung des Anna Lauvergnac Quartets für Freitagabend (4. November, 20 Uhr, 25 Euro) sehr glücklich. Denn es sei nicht einfach gewesen, die Sängerin zu erreichen. Zum Gastspiel in Erding kommt die Frau mit dem rauchigen Timbre mit ihrem International Quartet. Auf die Bühne bringen die vier Musiker Klassiker aus dem Great American Songbook und Eigenkompositionen. „Das war eigentlich mein Star-Konzert“, sagt Wanninger, „die Italienerin ist eine ausgezeichnete Sängerin. Sie bietet Vocal Jazz auf höchstem Niveau und ist auch etwas für weniger eingefleischte Jazzfans.“

Und dann ereignete sich die laut Wanninger „lustigste Geschichte überhaupt“. Er entdeckte, dass ein befreundeter Agent aus seiner Heimatstadt den „einzigartigen“ Billy Cobham unter Vertrag hat. „Der gehört wirklich zu den wenigen noch lebenden Jazz-Legenden“. In dem Newsletter des Agenten stand jedoch, dass Cobham nur im August und auch nur in der Schweiz zu buchen sei. „Aus Spaß“ habe Wanninger ihm geantwortet: „Wir würden Cobham gerne buchen, aber nicht im August, sondern im November und auch nicht in der Schweiz, sondern in Erding.“ Aus unerfindlichen Gründen habe er eine Zusage bekommen, was er bis heute noch nicht glauben kann. Mit diesem Konzert (Samstag, 5. November, 20 Uhr, 25 Euro) greifen die Erdinger Jazz Tage auf ihre eigene Tradition zurück, als in den 1980er Jahren die ganz Großen des Jazz zu Gast waren. Der inzwischen 72-jährige Cobham fügt sich nahtlos in diese Reihe ein.

Besonders freuen dürfen sich auch junge Jazz-Fans, denn am Samstagnachmittag (5. November, 15 Uhr) gibt es eine Welturaufführung. Sonja Eschke, die aus Erding stammt und an der Kreismusikschule unterrichtete, habe schon länger ein eigenes Kinderprogramm im Kopf gehabt. Ihr habe nur der Impuls gefehlt, dieses anzugehen. Sonja Eschke & die Rabaukencombo werden also zum ersten Mal in Erding „Das rätselhafte alte Haus“ präsentieren.

Mit der Abendveranstaltung am Donnerstag (3. November, 20 Uhr, 15 Euro) ging für Wanninger ein weiterer Wunsch in Erfüllung. „Ich wollte schon immer eine musikalische Lesung ins Programm aufnehmen.“ Die übernimmt nun Sven Faller, der mit seiner Band in der Stadtbücherei den Auftakt macht. Das Programm „Night Music“ verbindet Lesung und Konzert.

Zum Jazz-Frühschoppen am Samstag, 5. November, um 11 Uhr kommt erneut die Band Heye’s Society, heuer mit verändertem Programm in der Airbräu-Tenne am Flughafen. Parallel dazu geben die New Orleans Joymakers, bekannt aus der „Knoff-Hoff-Show“, im Gasthaus Mayr-Wirt ihr Konzert mit Jazz aus den 1920er Jahren.

Zwei außergewöhnliche Ensembles beenden die Jazz Tage am Sonntagvormittag, (6. November, 11 Uhr), und beweisen, dass das Erdinger Festival keine Grenzen kennt: In „Brahms meets Jazz“ nehmen das Diogenes Quartett samt Pianist Andreas Kirpal sowie das Max Grosch Quartett die Werke von Johannes Brahms als Vorlage. Bei diesem Cross-Over-Projekt trifft ein klassisches Streichquartett auf eine seltene Jazzgeige im Vordergrund.

Karten

gibt es bei der Stadthalle Erding unter Tel. (0 81 22) 99 07 12 oder unter www.stadthalle-erding.de. Alle Konzerte bis auf die Lesung und die Frühschoppen finden in der KMS statt. Die Jazz-Frühschoppen kosten keinen Eintritt.

Alexandra Anderka

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