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Von der Eröffnung ab gut besucht waren die ersten Erdinger Gewerbetage in der Innenstadt. Die Verbraucherausstellung geht noch bis Sonntagabend.

Zwei Tage Messe in der Erdinger Innenstadt

Gewerbetage trotz Hitze gut gestartet

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Bayerns stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner hat am Samstagmorgen die 1. Erdinger Gewerbetage eröffnet. Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen viele Besucher. Die Messe geht am Samstag noch bis 18 Uhr. Am Sonntag ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ab 13 Uhr auch die Läden. 

Wie sich die Bilder ändern. Vor zwei Jahren saß bei nasskühlem Wetter ein versprengtes Häufchen Unternehmer und Politiker vor der Erdinger Eishalle und hörte sich eine Brandrede von OB Max Gotz an. Die Leistungsschau könne so nicht weitergehen - bieder, langweilig, abgenutzt. Am Samstag strahlte die Sonne von einem wolkenlosen Himmel, gut gelaunt empfingen Gotz und Dirk Urland, Vorsitzender des veranstaltenden Gewerbevereins, gleich zwei Ministerinnen: Ulrike Scharf (Umwelt) und Ilse Aigner (Wirtschaft). Mit Landrat Martin Bayerstorfer schritt die politische Spitze des Landkreises hinter der Stadtkapelle Erding durch den Schönen Turm zum Festzelt auf dem Schrannenplatz.

Dort eröffneten Gotz und Aigner vor zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft und Politik die ersten Gewerbetage. Gotz stellte die Frage, ob eine Stadt nahezu ohne Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit überhaupt eine Gewerbeschau brauche. Die Antwort schickte er gleich hinterher. “Ja, weil wir in einer beschleunigten Zeit leben, in der sich alles ganz schnell ändern kann.” Der CSU-Politiker erinnerte daran, “dass wir erst vor wenigen Jahren große Anstrengungen unternommen haben, um für alle Schulabgänger einen Ausbildungsplatz zu finden. Heute ist es umgekehrt.”

Zudem erinnerte Gotz daran, “dass wir durch den Abzug der Bundeswehr aus dem Fliegerhorst bis 2021 über 1000 Arbeitsplätze verlieren werden”. Das müsse kompensiert werden. Nicht zuletzt zähle die Region 11.000 Pendler, die eine Perspektive benötigten. Den Ausstellern riet er zu einem langen Atem. “Die positiven Wirkungen einer Messe bemerkt man nicht sofort. Oft dauert das einige Wochen oder Monate.”

Schirmherrin Ilse Aigner lobte den Wirtschaftsstandort Erding, “Sie haben hier eigentlich Vollbeschäftigung. Hier gibt es eher das Problem, ausreichend Fachkräfte zu finden.” Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft funktioniert und die Menschen eine Perspektive hätten. Die Erdinger Gewerbetage könnten einer breiten Öffentlichkeit zeigen, was die Wirtschaft vor Ort alles zu bieten hat.

Laut der stellvertretenden Ministerpräsidentin sind nur zum Teil die großen Konzerne - “Neun der 30 größten Dax-Unternehmen haben ihren Sitz in Bayern“ - für die wirtschaftliche Top-Lage des Freistaats verantwortlich. “Den größeren Anteil haben Klein- und Mittelstand sowie Familienbetriebe.” 80 Prozent der Azubis würden von diesen Firmen beschäftigt.

Bilder: Gewerbetage in der Erdinger Altstadt

Als die Prominenz zum Messerundgang aufbrach, waren Lange Zeile, Landshuter Straße und Schrannenplatz bereits gut gefüllt. Am südlichen Eingang am Friedrich-Fischer-Platz präsentierten sich Feuerwehr und Rotes Kreuz. Letzteres hatte seine neue Suchhundegruppe dabei. Auf der Langen Zeile hatte die Apotheke im West Erding Park einen 20 Meter langen begehbaren Darm aufgebaut - um für die Krebsvorsorge zu werben.

Die Kreishandwerkerschaft hatte ein Fließband installiert, auf dem alle Facetten des Handwerks in einer Endlosschleife liefen. Für Erfrischung sorgten die Stände des Erdinger Weißbräu, der Kelterei Wolfra und der Molkerei Weihenstephan. Busreisen Scharf hatte einen liebevoll restaurierten Bus-Oldtimer von 1956 aufgefahren. Gewinnspiele gab es dort, aber auch beim Erdinger/Dorfener Anzeiger, bei den Stadtwerken, bei der Sparkasse und beim Welt-Laden mit fair gehandelten Produkten. Den Flughafenstand erkannten die Besucher sofort am Vorfeld-Oldtimer und am aufblasbaren Tower. Auch einzelne Handwerkbetriebe präsentierten sich.

Als Volltreffer erwies sich die Entscheidung, Gewerbe- und Volksmusiktage parallel zu veranstalten. Davon profitierten beide Seiten. Dass immer wieder kleine Standkonzerte erklangen, war eine enorme Bereicherung.

Und dann hatten die Gewerbetage noch zwei Magneten. Die Fundsachenversteigerung des Flughafens mit dem legendären Auktionator Sepp Mittermeier füllte das Zelt sofort. Die Stimmung war großartig. 

Und am Sonntag werden um 13 Uhr die Geschäfte öffnen. 

Gibt es was zu verbessern? Die Gewerbetage-Premiere war ein voller Erfolg. Wünschenswert wäre, dass 2019 noch etliche weitere Firmen mitmachen. Platz war ausreichend vorhanden. Vielleicht muss beim nächsten Mal die Innenstadt nicht schon die gesamte Woche vor dem Event gesperrt werden. Der Aufbau ging viel schnell über die Bühne.

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