Abitur in Zeiten der Pandemie
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„Bitte Ruhe“, heißt es ab heute an der FOS/BOS in Erding. Das Abitur beginnt, das zweite schon unter Corona-Bedingungen.

Zweite Corona-Abschlussprüfung an der FOS/BOS – 500 Schüler müssen ab heute ran

Abitur in jedem Klassenzimmer

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Nach den Gymnasien steigt am heutigen Donnerstag auch die FOS/BOS ins Abitur ein. 500 junge Damen und Herren aus den Jahrgangsstufen 12 und 13 haben sich angemeldet, etwas mehr als vor einem Jahr, berichtet Schulleiter Jens Baumgärtel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Erding Es ist bereits das zweite Corona-Abitur. Bayernweit sind es rund 29 000 Schüler. Ursprünglich hatte das Abitur schon Mitte Mai beginnen sollen, war wegen des Lockdowns aber bereits vor Monaten vom Kultusministerium verschoben worden,

An sich haben die Prüfungen bereits begonnen, mit den Englisch-Gruppentests, die bereits vor den Pfingstferien stattgefunden hatten. Der Startschuss fällt heute mit dem Fach Deutsch. Das individuell gewählte Profilfach wird am Freitag abgefragt, am Montag und Dienstag folgen Englisch und Mathematik. Die Ergänzungsprüfung für den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife, die dem gymnasialen Abitur entspricht, ist für Mittwoch, 16. Juni, angesetzt.

Baumgärtel ist überzeugt: „Die Abschlussschüler sind sehr gut vorbereitet und deshalb entsprechend ruhig.“ Glücklicherweise habe man die Abschlussklassen bereits im Februar wieder zurückholen können. „Es gab nur während der Hochphase der dritten Corona-Welle noch einmal eine dreiwöchige Phase mit Distanzunterricht, weil so viele Schüler in Quarantäne waren“, berichtet der Schulleiter. Aber noch vor Pfingsten sei man in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. Freiwillige Tutoren hätten sich eingebracht, um die jungen Leute bestmöglich vorzubereiten. Dazu hätten eigene Teams-Sitzungen unter anderem in Mathe stattgefunden, „die sehr gut angenommen wurden“, versichert der Direktor.

Lobend erwähnt er auch das Angebot der virtuellen Berufsoberschule, die bayernweit angeboten worden sei. „Hier konnte man sich in ausgewählten Bereichen gezielt vorbereiten, etwa Kurvendiskussionen in Mathe“, so Baumgärtel.

Die Prüfung ist eine logistische Herausforderung. „Wir nutzen die Aula und die Berufsschul-Turnhalle für je etwa 100 Abiturienten, darüber hinaus aber auch jedes einzelne Klassenzimmer“, verspricht der Schulleiter. In den Räumen würden dann maximal 16 Jugendliche sitzen – mit jeweils zwei Meter Abstand. Weil zur Aufsicht nahezu alle Lehrer erforderlich sind, „haben wir alle anderen Schüler für die Prüfungstage in Abstimmung mit dem Kultusministerium in den materialgestützten Distanzunterricht geschickt“.

Ihre Plätze bekommen die Absolventen für alle vier Tage zugelost – und zwar immer denselben. „So können wir jederzeit nachvollziehen, wer wo gesessen ist.“ Bereits am gestrigen Mittwoch erhielten die Schüler ihre bisher erzielten Noten – und einen Selbsttest, der für die ersten beiden Prüfungstage gilt. „Einen zweiten bekommen sie für den Sonntag mit nach Hause, er gilt dann für die restlichen beiden Tage.“ Die Prüfungszeit wurde um 30 Minuten verlängert, es gilt Maskenpflicht.

Für alle Fälle gibt es laut Baumgärtel zwei Extra-Prüfungsräume – für noch nicht geimpfte chronisch Kranke sowie für den Fall, dass während des Abiturs jemand in Quarantäne muss. „Das ist bislang aber nicht der Fall“, so der Oberstudiendirektor. Die Lehrer seien größtenteils bereits geimpft, die Hälfte sogar schon das zweite Mal. „Das hat der Landkreis sehr gut hinbekommen“, lobt Baumgärtel.

Die Schüler gehen nach einem Klausurenmarathon in die Prüfungen. Anders als vor einem Jahr wurden im Frühjahr nämlich wieder alle Disziplinen und nicht nur die Kernfächer unterrichtet.

Baumgärtel hofft, dass die Schüler ihre Zeugnisse nicht wie 2020 nur in der Klasse erhalten. „Derzeit sieht es gut aus, dass wir vier kleine Abschlussfeiern für je 120 Abiturienten durchführen können, allerdings leider ohne die Eltern.“ Baumgärtel meint: „Das hätten sich die jungen Leute nach dieser schweren Zeit verdient.“

ham

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